Die 27-Jährige erzählt ihre Geschichte

Schwanger trotz Endometriose! Influencerin Franzi König will anderen Frauen Mut machen

Franzi König bei einem Fotoshooting.
Franzi König ist eine erfolgreiche Influencerin und Unternehmerin und erwartet gerade ihr erstes Kind - trotz Endometriose-Diagnose.
Julia Bartelt

von Vera Dünnwald

Franzi König hat augenscheinlich alles, was zu einem glücklichen Leben dazu gehört: Sie ist 27 Jahre jung, seit September 2020 glücklich verheiratet, beruflich erfolgreich mit ihrem Instagram Profil und ihrem eigenen Schmucklabel „fafe collection“ und erwartet demnächst ihr erstes Kind. Doch dass sie jahrelang jeden Monat von enormen Schmerzen geplagt wurde, sieht man der Kölnerin nicht an. Franzi hat Endometriose. Wie sich diese Diagnose auf ihr Leben ausgewirkt hat und warum sie sich nun nochmal ganz besonders auf ihre noch ungeborene Tochter freut, erzählt sie im RTL-Interview.

Influencerin Franzi bemerkte Anfang 2021, dass etwas nicht stimmt

Hier ein cooles Selfie und Outfit-Bild, da ein süßes Pärchenbild und mittendrin noch inspirierende Interior-Aufnahmen und Fotos vor traumhafter Urlaubskulisse: So sieht das Instagram-Profil der Influencerin und Unternehmerin @ffranzy aus Köln aus. Franziska König, wie sie mit bürgerlichem Namen heißt, ist 27 Jahre alt und seit zwei Jahren glücklich verheiratet. Ihr Mann Moritz unterstützt sie, wo er nur kann.

Vor allem zu der Zeit, als Franzi merkte: Moment mal, irgendwas stimmt nicht. Die Rede ist von ihren starken Unterleibsschmerzen, die sie jeden Monat quälen: „In den letzten Jahren ist meine Periode immer stärker und schmerzhafter geworden. Irgendwas in mir drin hat dann gesagt, dass irgendwas nicht in Ordnung ist“, erzählt sie im RTL-Interview. Es sei ein schleichender Prozess gewesen, bis sie letztendlich zum Arzt ging. Über Social Media – ihr Steckenpferd – und dank des Austausches mit ihren Followerinnen wurde Franzi Anfang 2021 dann auf das Thema Endometriose aufmerksam – eine Krankheit, mit der sie sich bis dato noch gar nicht beschäftigt hatte.

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Spezialist stellt dank Bauchspiegelung fest: Franzis Vermutung ist richtig, sie hat tatsächlich Endometriose

Vor dem Arztbesuch machte Franzi sich Sorgen, ob sie auch wirklich ernstgenommen wird: „Ich habe mich gefragt, wie er wohl reagieren wird, wenn ich ihm von meinen Schmerzen erzähle. Aber er war total cool. Er hat mir zum Beispiel ganz viele Fragen gestellt zu allerlei Symptomen, die ich nicht mal mit Endometriose in Verbindung gebracht hätte“, erzählt die 27-Jährige. Ihr Arzt sei sehr offen gewesen und habe gleich die Vermutung aufgestellt, dass an Franzis Endometriose-Theorie etwas dran sein könnte.

Anschließend ging es zum Spezialisten und zur Bauchspiegelung. Denn nur so kann geprüft werden, ob tatsächlich Endometrioseherde vorhanden sind oder nicht. Schon bei der ersten Untersuchung haben die Ärzte etwas feststellen können und beim Ultraschall eine „sehr, sehr sichere Vermutung“ abgegeben, die in der Bestätigung mündet: Franzi hat tatsächlich Endometriose. Und, als wäre das nicht schon lebensverändernd genug, habe sie zudem auch noch eine sogenannte Adenomyose. Bedeutet: Einige Herde haben sich sogar im Gebärmuttermuskel angesiedelt. Das ist schlecht, da sie dort nicht entfernt werden können.

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"Zu wissen, dass [die Schmerzen] eben doch real sind, gibt einem sehr viel"

Alles in allem habe der Weg bis zur endgültigen Diagnose etwa fünf bis sechs Wochen gedauert, „also es ging wirklich sehr schnell.“ Ganz wichtig war Franzi, dass die Ärzte ihr während der OP die Eileiter durchspülten, um zu schauen, ob dort alles frei ist. Dieser Schritt sei besonders wichtig, wenn sie eines Tages schwanger werden wolle. „Mein Mann und ich hatten uns bis dato noch gar nicht so intensiv mit dem Thema Kinderwunsch beschäftigt, das war für uns noch recht weit weg. Aber trotzdem stellt man dann ja einiges in Frage.“

Die Operation verläuft gut, die Eileiter sind frei. Das habe ihr Gewissheit gegeben. „Die OP – und auch der Krankenhausaufenthalt – sind alles in allem total zu bewältigen. Das Gas, was bei der Bauchspiegelung in den Bauch gelangt, um so die Endometrioseherde ausfindig zu machen, ist etwas unangenehm, weil es für Verspannungen im Nacken sorgt – aber in ein paar Tagen hat der Körper das wieder abgebaut.“ Sie empfiehlt allen Betroffenen, es danach ruhig anzugehen.

Die OP lohne sich aber vor allem schon, weil man durch sie Lebensqualität zurückbekommt, so Franzi: „Die Unterleibsschmerzen während meiner Periode gingen stark zurück, alles wurde wirklich deutlich angenehmer. Es hat sich mehr als gelohnt!“ Zudem sei sie froh, endlich eine echte Diagnose zu haben: „Man denkt so häufig: ‘Die Schmerzen sind normal’ oder ‘Stell dich doch nicht so an’. Zu wissen, dass es eben doch real ist, gibt einem sehr viel.“

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Kinderwunsch ist immer präsenter in Franzis Kopf und eigentlich abgehakt - doch dann kommt alles anders

Franzi König ist schwanger - trotz ihrer Endometriose-Erkrankung.
Eigentlich wollten sich Franzi und ihr Mann Moritz mit der Kinderplanung noch etwas Zeit lassen. Doch dann kommt alles anders: Ihr Töchterchen wird voraussichtlich im Mai das Licht der Welt erblicken.
Julia Bartelt

Nach kurzer Zeit begannen Franzi und ihr Mann Moritz (36) sich dann doch intensiver mit dem Thema Kinder auseinanderzusetzen. Für die beiden war klar: Irgendwann wollen sie gerne eine eigene Familie gründen: „Dass wir uns so zeitnah mit unserem Kinderwunsch beschäftigt haben, kam eigentlich erst durch die Ärzte und die Angst, eventuell gar keine Kinder kriegen zu können. Wenn man Endometriose hat, wird man anders und intensiver damit konfrontiert.“ Dennoch sprachen die Ärzte der 27-Jährigen viel Mut zu und gaben ihr Hoffnung mit auf den Weg, dass einer Schwangerschaft an sich nichts im Weg stünde.

„Man fragt sich dann, ob man das jetzt wirklich nur will, weil man eventuell nicht kann. Oder ist man doch schon bereit für ein Kind? Die Ängste und Ungewissheit belastet einen schon“, erzählt sie. Im Sommer 2021, wenige Monate nach der Diagnose, fasste das Ehepaar König den Entschluss: Wir haken das Thema erst einmal ab und schauen nächstes Jahr nochmal, wie es weitergehen soll. Genau das habe ihnen Ruhe gegeben und den Druck aus der Sache genommen.

Der Plan scheint zwar nicht ganz aufgegangen zu sein, denn: Im Mai diesen Jahres erhalten Franzi und ihr Mann die wohl größte Überraschung, wenn ihr Töchterchen das Licht der Welt erblicken wird.

Franzi möchte anderen Frauen Mut machen: Nehmt eure Schmerzen ernst und glaubt an das Gute!

„Ja was soll ich sagen, ich bin dann spontan schwanger geworden. Ungeplant war es an sich nicht, weil wir uns dessen bewusst waren, was passieren kann. Es ist schon sehr verrückt, dass es jetzt so gekommen ist, aber auch sehr schön und wir freuen uns unheimlich!“, erzählt die werdende Mutter.

Anderen betroffenen Frauen möchte sie mit ihrer Geschichte Mut machen. Sie zeigt, dass die Krankheit Endometriose und ein Kinderwunsch sich nicht immer im Weg stehen müssen. Zudem ist es ihr wichtig, dass man auf seinen eigenen Körper hört und Schmerzen – seien sie von Endometriose oder anderen Krankheiten – ernst nimmt: „Wenn du das Gefühl hast, irgendwas stimmt nicht und du hast Schmerzen – dann solltest du daran festhalten und das nicht als ‘normal’ abtun. Wir Mädels müssen uns keine Schmerzmittel reinziehen und eine Woche auf der Couch verbringen, das ist alles andere als normal. Und wenn ein Arzt sagt: ‘Ne, Endometriose gibt es nicht’ – dann macht weiter! Sucht andere Ärzte auf, informiert euch und forscht nach.“ Auch wenn die Reise bis zur endgültigen Klarheit anstrengend sein kann: „Versucht euch nicht davon runterziehen zu lassen und bleibt positiv, lasst euch nicht verunsichern.“

Das positive Mindset hat Franzi auch während der Schwangerschaft beibehalten. Sie weiß, dass es nicht immer so läuft, dass es viele Frauen gibt, deren Leidensdruck durch Endometriose noch schlimmer ist und viele Frauen sich seit Jahren sehnlichst ein Kind wünschen: „Aber es kann.“

Das hat es mit der Krankheit Endometriose auf sich

Bei einer Endometriose kommt es zu Ansiedelungen von Gebärmutterschleimhaut außerhalb des Uterus. Diese gutartigen Wucherungen können Beschwerden wie Schmerzen oder Unfruchtbarkeit verursachen. Sie durchlaufen die hormonellen Veränderungen während des Zyklus der betroffenen Frau ebenso wie die in der Gebärmutter befindliche Schleimhaut. Nach Myomen ist die Endometriose die zweithäufigste gynäkologische Erkrankung. Schätzungsweise um die vier bis zwölf Prozent der Frauen leiden darunter. Eine genauere Bestimmung ist nicht möglich, da sie oft gar nicht oder erst spät erkannt wird. Eine Endometriose kann starke Schmerzen und andere Beschwerden verursachen, sie kann aber auch völlig symptomfrei verlaufen.