Die Chat-Protokolle des mutmaßlichen Frauen-Killers aus Rendsburg

Timo M. befahl: „Trag Schuhe, in denen deine Füße besonders schwitzen.“

Rendsburger Frauenmorde - Anklage fordert Höchststrafe.
Rendsburger Frauenmorde - Anklage fordert Höchststrafe.
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06. September 2021 - 18:26 Uhr

Rendsburger Frauenmorde: Anklage fordert Höchststrafe

Timo M. soll zwei Frauen in Rendsburg ermordet haben, und nach dem Willen der Staatsanwaltschaft soll er nie wieder auf freien Fuß. Deshalb forderte sie am Montag vor dem Kieler Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Welche Sexvorlieben der 41-jährige mutmaßliche Sexualtriebtäter hat, zeigen die Chat-Protokolle mit einer Prostituierten, die der Richter im Prozess vorliest.

„Bring die Socken und Füßlinge von deinen WG-Mitbewohnerinnen mit.“

"Wasch deine Füße nicht, wenn wir uns treffen.", "Trag Schuhe, in denen deine Füße besonders schwitzen." oder "Bring die Socken und Füßlinge von deinen WG-Mitbewohnerinnen mit." zeigen deutlich, welchen Fetisch der Angeklagte bevorzugt. Es sind Zitate aus den Chat-Protokollen einer Prostituierten, mit der sich Timo M. beinahe getroffen hätte. Anscheinend liebte er es devot und klärte schon im Vorfeld des Treffens die Machtverhältnisse: "Ist es okay, dass ich dich schon vor der Tür fessele?" oder "Ich bin dein Gebieter. Du nennst mich von nun an nur noch Gebieter."

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Für die besonderen Sex-Dienste ist Timo M. bereit, auch besonders zu zahlen. 315 Euro verspricht er der Prostituierten für Analsex, Zungenküsse, Fußmassagen und Fußkitzeln. Für Zusatzleistungen hätte er sogar noch etwas drauf gelegt.

Eine psychiatrische Sachverständige stufte Timo M. in ihrem Gutachten als voll schuldfähig ein und bejahte wegen der Rückfallgefahr des mutmaßlichen Sexualtriebtäters Sicherungsverwahrung. Zuvor hörte sich das Gericht noch die Mutter eines Opfers an, dessen Leiche Beamte auf dem Dachboden des Angeklagten entdeckten.

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Mutter der Getöteten bricht zusammen

Laut eines RTL-Reporters bricht die Zeugin im Gericht zusammen. Unter Tränen fragt sie den Richter und zeigt dabei auf den Angeklagten: Warum hat dieser Mann meine Tochter umgebracht? Dazu springt der Vater, der im Zuschauerraum sitzt, auf, wird aber von seinen Söhnen festgehalten. Auf diese Frage bekommt die Familie keine Antwort, denn Timo M. sitzt im Gericht und schweigt.

Zur Befriedigung soll er getötet haben

Laut Anklage tötete der 41-Jährige beide Frauen in Rendsburg "zur Befriedigung des Geschlechtstriebes, aus Habgier und heimtückisch". Zuerst stirbt demnach im August 2018 eine 26-Jährige aus Geesthacht in einer Rendsburger Wohnung, in der der Angeklagte bei seiner Partnerin lebte. Zwei Jahre später im September 2020 soll er dann eine 40-Jährige in deren Wohnung umgebracht haben. Die Opfer soll er geschlagen und mit Klebeband gefesselt haben, bevor ihnen Plastiktüten über den Kopf gezogen wurden. Beide sollen als Prostituierte gearbeitet haben.

Das Urteil soll am 16. September verkündet werden. (dpa/nid/tje)