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Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen - Ausschreitungen in Magdeburg

Polizei setzt Schlagstöcke und Pfefferspray ein

Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen - Ausschreitungen in Magdeburg

Massive Ausschreitungen in Magdeburg Unangemeldete Corona-Demo
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Unangemeldete Corona-Demo
Massive Ausschreitungen in Magdeburg

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Bei Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen ist es am Montag in Magdeburg zu Ausschreitungen gekommen. Etwa 150 Personen erschienen zu einer angemeldeten Veranstaltung – rund 900 nahmen an einer unangemeldeten Demo teil. Als die Polizei die unangemeldete Versammlung auflöste, eskalierte die Situation, wie im Video zu sehen ist. Auch in anderen deutschen Städten kam es zu Protesten einer lauten Minderheit. Die Mehrheit in Deutschland befürwortet eine allgemeine Impfpflicht, steht nach wie vor hinter Schutzmaßnahmen oder hält diese sogar für zu lasch.

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Gegendemonstrationen und Mahnwachen für die Toten der Pandemie

In verschiedenen Städten Deutschlands haben am Montagabend erneut Menschen gegen eine allgemeine Impfpflicht und die Corona-Maßnahmen demonstriert. Vielerorts hielten auch Gegendemonstranten mit Veranstaltungen oder Mahnwachen für die Toten der Pandemie dagegen. Teilweise unterband die Polizei verbotene als „Spaziergänge“ deklarierte Aufzüge – so auch in Magdeburg (Sachsen-Anhalt), wo es zu Rangeleien mit der Polizei kam, Sperren teils durchbrochen wurden und die Beamten als Reaktion Pfefferspray und Schlagstöcke einsetzen mussten.

In der Landeshauptstadt und weiteren Städten gelten seit Ende Dezember verschärfte Regeln für nicht angemeldete Demonstrationen. Diese dürften etwa in Magdeburg nur noch ortsgebunden stattfinden, heißt übersetzt: sogenannte „Spaziergänge“ durch die Straßen sind dort verboten. In einigen Fällen kippten Gerichte pauschale Verfügungen aber, weil es mildere Mittel gäbe.

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Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen in Bayern

Auch bei Veranstaltungen in anderen deutschen Städten gab es immer wieder Verstöße gegen die Maskenpflicht oder andere Auflagen. Größere Zwischenfälle oder Auseinandersetzungen wurden aber zunächst nicht bekannt. In Bayern wurden mehr als 100 Versammlungen gezählt - mit Zehntausenden Teilnehmern, wie die bayerischen Polizeipräsidien mitteilten. Die größte Demonstration im Freistaat fand demnach wie bereits an den vergangenen Montagen in Nürnberg statt. Dort protestierten laut Polizei etwa 4.400 Menschen. Weitere größere Demos gab es zum Beispiel in Augsburg (rund 2.500 Teilnehmer), Kempten (2.500) und Bamberg (2.200).

Erneut gab es viele nicht angemeldete Versammlungen. Vereinzelt musste die Polizei eingreifen - bei der Demo in Landshut etwa gab es Platzverweise und gut 40 Ordnungswidrigkeiten - insgesamt war aber von überwiegend störungsfreien Verläufen die Rede. In einigen Städten gab es Gegenprotest, etwa in Landshut oder Bayreuth.

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Thüringen

In Thüringen gingen etwa 22.000 Menschen auf die Straßen – also ein Bruchteil der Landesbevölkerung mit einer Einwohnerzahl von etwa 2,1 Millionen. Damit protestierte eine Splittergruppe von 1,03% der Thüringer gegen die Schutzmaßnahmen und eine allgemeine Impfpflicht.

Die größten Ansammlungen gab es in Gera mit rund 3.000 Teilnehmern, Hermsdorf mit rund 1.000 und Jena mit 800, wie die Polizei berichtete. In den vergangenen Wochen war es in Thüringen immer wieder zu unangemeldeten und teils gewaltsam ausufernden Protestzügen gegen die Corona-Maßnahmen gekommen, oft aus dem rechtsextremen Spektrum organisiert.

Mecklenburg-Vorpommern

In Mecklenburg-Vorpommern protestierten nach Angaben der Polizei landesweit rund 10.000 Menschen in mehr als 25 Städten, was etwa 0,62% der Bevölkerung entspricht. Das Land hat rund 1,61 Millionen Einwohner. Die Zahl der Protestler nahm im Vergleich zu früheren Wochen weiter ab, als es schon mal 15.000 Demonstranten gewesen waren. Die größten Aktionen wurden diesmal mit 2.000 Teilnehmern aus Schwerin und Neubrandenburg mit etwa 1.700 Protestierenden gemeldet.

In Lübeck demonstrierten laut Polizei mehr als Tausend Gegner der Corona-Politik unter dem Motto „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. An einer Gegendemonstration „Für Einhaltung der Regeln und Anerkennung wissenschaftlicher Tatsachen“ beteiligten sich nach Angaben des veranstaltenden Bündnisses von Kirchen, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Gruppen etwa 700 Menschen.

Sachsen und Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt waren es landesweit jeweils mehrere Tausend. In Sachsen gilt eine Obergrenze von 1.000 Teilnehmern pro Versammlung, die nach ersten Erkenntnissen der Polizei vom Abend auch nicht überschritten wurde. In Bautzen beteiligten sich laut Polizei an mehreren Versammlungen in der Summe rund 2.000 Menschen, in Dresden „mehrere Hundert“, in Zwickau 950.

In Sachsen-Anhalt waren es bei der größten Demonstration in Halle laut Polizei knapp 2.400. Nachdem am Montag vergangener Woche Pressevertreter von vereinzelten Demo-Teilnehmern angegriffen worden waren, hatte die Polizei ihr Aufgebot deutlich aufgestockt.

Ruhrgebiet, Niedersachsen und Baden-Württemberg

Auch in verschiedenen Ruhrgebiets-Städten gingen Corona-Protestierer auf die Straße, es wurden aber keine Demonstrationen mit mehr als 1.000 Teilnehmern gemeldet. Aus Niedersachsen wurde etwa aus Braunschweig eine Demonstration mit 1.200 Beteiligten gemeldet.

In Baden-Württemberg, das zeitweise auch viele Corona-Proteste erlebt hatte, wurden auch wieder Gegendemonstranten aktiv. Das war etwa in Karlsruhe der Fall und in Rottweil, wo 600 für Corona-Solidarität und gegen Verschwörungstheorien eintraten.

Mehrheit befürwortet Impfpflicht und Corona-Schutzmaßnahmen

Vielerorts waren die Aktionen wie in vergangenen Wochen wieder als sogenannte „Spaziergänge“ geplant, weil die Organisatoren ihre Treffen nicht als Veranstaltung bei den Behörden anmelden. In Potsdam setzten starke Polizeikräfte das Verbot eines angeblichen „Lichterspaziergangs“ durch. Ähnlich war es im brandenburgischen Bernau. In Rostock, wo es zuletzt teils gewaltsame Proteste gegeben hatte, wurde eine Versammlung von deren Leiter selbst aufgelöst.

Seit Wochen protestieren vor allem Gegner der Corona-Maßnahmen regelmäßig. Laut Polizeischätzungen beteiligten sich am Montag der Vorwoche fast 100.000 Menschen. Vermehrt bildet sich inzwischen Gegenprotest, um für mehr Solidarität zu werben. Sie bilden die Mehrheit der Deutschen ab, die eine allgemeine Impfpflicht, sowie die Corona-Schutzmaßnahmen befürworten. (dpa/ cwa)