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Querdenken

Phänomen 2020: „Querdenker“ sehen sich im Zuge der Coronavirus-Pandemie in ihren Freiheitsrechten eingeschränkt und gehen in vielen deutschen Städten auf die Straße.

Querdenken picture alliance / AA | Abdulhamid Hosbas

Im Jahr 2020 läuft vieles unter dem Stichwort Corona, denn die COVID-19-Pandemie hat weltweit für Aufsehen gesorgt: Reisewarnungen, Kontaktverbote, eingeführte Maskenpflicht und Lockdowns sind Beispiele dafür, die dabei helfen sollen, das grippeartige Virus und die Zahl der Erkrankten einzudämmen. Dass sich die Welt und der Alltag vieler Menschen aufgrund des Coronavirus verändert hat, steht außer Frage. In vielen Bereichen des alltäglichen Lebens, steht man vor neuen Herausforderungen, die mit zahlreichen Einschränkungen verbunden sind. Einige Menschen sehen sich in ihrer Freiheit jedoch so sehr eingeschränkt, dass sie seit April 2020 in verschiedenen Städten wie Stuttgart und Berlin, teils mit Grundgesetz in der Hand, demonstrieren gehen. Diese Menschen nennen sich „Querdenker“ und positionieren sich klar gegen die staatlichen Corona-Auflagen der Bundesregierung.

Genug von Corona: Diese Einstellungen und Ziele verfolgt die Querdenken-Bewegung

Die Querdenken-Bewegung wirft den politisch Verantwortlichen vor, die deutschen Grundrechte zu gefährden und mithilfe des Infektionsschutzgesetzes auszuhebeln. Querdenker sehen die Maskenpflicht als sehr kritisch an und halten nicht viel davon, den Mund-Nasen-Schutz im öffentlichen Raum tragen zu müssen. Das Tragen der Maske halten sie für eine Einschränkung ihrer Freiheitsrechte, genau wie den Lockdown, der die Bevölkerung zwingt, zu Hause zu bleiben. Die Anhänger kommen aus unterschiedlichen Bevölkerungsschichten und lassen sich in Bezug auf ihre politischen und sozialen Einstellungen nicht über einen Kamm scheren. Häufig mobilisieren sich die Querdenker via Chatgruppen im Internet und gehen gemeinsam auf die Straße. Mehrere geplante Querdenken-Demos wurden allerdings aus Gesundheitsgründen von den jeweiligen Städten verboten.

Auch Extremisten laufen bei Querdenken-Protesten mit

Bei den Protesten mischen mitunter Verschwörungstheoretiker mit, die der Politik und den Medien schlichtweg nicht vertrauen und die Echtheit des Virus anzweifeln oder leugnen. Dabei werden nicht selten Falschinformationen verbreitet. Auch Impfgegner, Rechtsextreme und sogar Reichsbürger hat man im Jahr 2020 auf den verschiedenen Querdenken-Demonstrationen gesehen. Deshalb wird die Bewegung in mehreren Bundesländern vom Verfassungsschutz beobachtet. Die Agenda der extremistischen Anhänger ist eher unklar. Generell sind jedoch viele Querdenker und Corona-Kritiker von der aktuellen Situation gefrustet, sie fühlen sich von der Regierung vernachlässigt beziehungsweise nicht ernst genommen und sehen manche Maßnahme im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie als Panikmache.

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