Neue Forschungsergebnisse

Omikron bei Geimpften: Halten "Killerzellen" der Variante stand?

Besteht die zweite Verteidigungslinie des Immunsystems, die sogenannten T-Zellen, bei Geimpften gegen die neue Omikron-Variante?
Besteht die zweite Verteidigungslinie des Immunsystems, die sogenannten T-Zellen, bei Geimpften gegen die neue Omikron-Variante?
© iStockphoto, iStock/1821Studio, 1821Studio

16. Dezember 2021 - 17:20 Uhr

Teilweise Ausfall der Antikörper-Antwort

Das Entsetzen war groß, als Virologin Sandra Ciesek in der vergangenen Woche Ergebnisse zur Antikörper-Reaktion auf die Omikron-Variante veröffentlichte. Denn was die Forschung zeigte, war nicht mehr als ein teilweiser Komplett-Ausfall der Antikörper-Immunantwort - bei zweifach Geimpften. Bei geboosterten Menschen sah es schon besser aus - aber auch nicht gerade rosig. Die erste von drei Immun-Abwehrlinien ist also trotz Impfung durch Omikron deutlich geschwächt. Aber neben den Antikörpern, die unliebsame Eindringlinge direkt an den Schleimhäuten abfangen sollen, gibt es ja noch die T- und die Fresszellen. Dazu gab es jetzt auf einer WHO-Tagung neue Forschungsergebnisse.

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Killerzellen mit starker Antwort

Gespannt warten Gesundheitsbehörden, Mediziner und natürlich auch die Bevölkerung seitdem weltweit darauf, wie die anderen Abwehrmechanismen des Immunsystems auf die neue Variante reagieren würden. Auf einem Treffen der Weltgesundheitsorganisation WHO wurde den Gesundheitsexperten am Mittwoch jetzt über neue Forschungsergebnisse berichtet. Und die geben Anlass zur Hoffnung: Wissenschaftler berichteten dort über mehrere Studien, die darauf hindeuten, dass die sogenannten T-Killerzellen bei geimpften Menschen eine starke Abwehr gegen die Variante bereitstellen.

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Reaktion der T-Zellen bei 70 Prozent

"Die gute Nachricht ist, dass die T-Zellen-Antwort auf Omikron weitgehend erhalten bleibt", sagte Dr. Wendy Burgers von der Universität Kapstadt laut New York Times bei der Präsentation ihrer neuen Forschungsergebnisse. Das Team um Dr. Burgers testete die Reaktion der T-Zellen, indem sie diese bei 16 Menschen sammelten, die mit zwei Dosen des Impfstoffs von Pfizer-Biontech geimpft waren. Die T-Zellen wurden dann den Proteinfragmenten der Omikron-Variante ausgesetzt. Die Wissenschaftler stellten fest, dass die Reaktion der T-Zellen auf die Variante etwa zu 70 Prozent so stark war wie die auf den Wildtyp des Virus.

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Auch Dr. Alessandro Sette, Immunologe am La Jolla Institute for Immunology in Kalifornien, und Andrew Redd vom National Institute of Health berichteten auf der Konferenz, dass die meisten der von den T-Zellen erkannten Proteinfragmente trotz vieler Mutationen identisch mit denen anderer Varianten sind. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass T-Zellen, die durch Impfstoffe oder frühere Infektionen trainiert wurden, aggressiv auf die Omikron-Variante reagieren und nicht tatenlos zusehen. "Es scheint, dass die T-Zellen-Antwort weitgehend erhalten bleibt", sagte Dr. Sette.

Boostern, boostern, boostern!

Doch auch in Sachen Antikörper ist Hopfen und Malz offensichtlich nicht verloren: Die Booster-Impfung scheint nämlich doch genügend zusätzliche Antikörper zu liefern. Dr. Anthony Fauci, Präsident Bidens oberster medizinischer Berater, beschrieb in der WHO-Sitzung Experimente an dem von ihm geleiteten National Institute of Health: Dort entnahmen Wissenschaftler Blutserum von Menschen, die zwei Dosen des Moderna erhalten hatten, sowie von anderen, die bereits eine dritte Dosis bekommen hatten. Anschließend mischten die Forscher das Serum mit Viren, die die Oberflächenproteine von Omikron trugen. Während zwei Impfungen im Laborexperiment eine zu vernachlässigende Antikörperreaktion gegen Omikron hervorriefen, stieg der Schutz nach einer dritten Dosis sprunghaft an, berichtete er dort laut New York Times. Die Botschaft der Wissenschaft ist klar: Boostern, boostern, boostern! (ija)

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