Im letzten Jahr besuchte Roberta Bieling ihre FamilieSie wünschte sich assistierten Suizid – ME/CFS-Patientin Kathi ist „in den strahlend blauen Himmel gezogen”

Kathi litt an ME/CFS.
Kathi litt an ME/CFS.
Privat

Nun hat diese Krankheit einem weiteren Menschen das Leben genommen.
Vor etwas mehr als drei Jahren treten bei Kathi die ersten Symptome der ME/CFS, also Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom auf. Rapite verschlechtert sich ihr Zustand, bis sie irgendwann nur noch in einem dunklen, ruhigen Raum liegen kann. Ein Leben, das für die junge Frau alles andere als lebenswert ist, daher hat Kathi eine Entscheidung getroffen.

ME/CFS-Patientin Kathi lebte nur noch in einem dunklen, ruhigen Raum

Im vergangenen Jahr begibt sich RTL-Moderatorin Roberta Bieling auf eine umfangreiche ME/CFS-Recherche. Dafür trifft sie nicht nur Politiker, um herauszufinden, wieso Forschungsgelder gestrichen werden, obwohl immer mehr Menschen an dieser Krankheit leiden, sondern auch Betroffene – wie Kathis Familie.

Damals berichtet Kathis Mutter, wie ihre sonst so lebensfrohe Tochter von jetzt auf gleich immer schwächer wurde, bis sie irgendwann keine Reize – weder Licht noch Lautstärke – mehr vertragen konnte. Zunächst habe kein Arzt gewusst, was Kathi fehlt. Doch dann die schreckliche Diagnose: Kathi leidet an ME/CFS. Eine Erkrankung des Nervensystems, für die es derzeit weder Heilung noch zuverlässige Behandlung gibt.

Kathis Mutter erklärt sogar, dass sie Kathis essen pürieren müsse, weil schon die eigenen Kaugeräusche für Kathi zu laut seien. Als Roberta Bieling die Familie besucht, spielt sich Kathis Leben längst nur noch in einem einzigen abgedunkelten Raum ab. Dabei liebte sie einst das Reisen und die weite Welt.

Im Video seht ihr den ersten Teil des Interviews mit Kathis Mutter und der ME/CFS-Recherche. Teil zwei findet ihr HIER, Teil drei HIER.

Kathi bat ihre Mutter um assistierten Suizid

Und Kathi sehnte sich danach, wieder frei zu sein und nicht mehr von einer Krankheit beherrscht zu werden, für die es aktuell keine Heilung gibt. Schon im Herbst 2025 teilt Kathis Mutter Roberta Bieling mit, dass ihre Tochter sie inständig gebeten habe, ihr Sterbehilfe zu ermöglichen. Ein Weg, den immer mehr ME/CFS-Betroffene gehen, da sie sich anders nicht zu helfen wissen.

Und nun, wenige Montate später, scheint Kathis letzter Wunsch in Erfüllung gegangen zu sein. Auf Instagram schreibt Kathis Freundin Johanna Anfang der Woche: „Kathi ist heute Mittag von uns gegangen. Kathi war ein absoluter Freigeist und hat sich – obwohl sie so unbedingt leben wollte – den Wunsch, wieder frei zu sein, erfüllt.”

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Weiter schreibt sie: „Nach jahrelangem Leiden in Dunkelheit ist sie heute in den strahlend blauen Himmel gezogen und wird ab jetzt auf eine andere Art und Weise bei uns allen sein.”

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Für Roberta Bieling beweist Kathis Tod, wie wichtig ME/CFS-Forschung ist

Dass diese unberechenbare Krankheit Kathi nun wirklich das Leben genommen hat, trifft Roberta Bieling schwer: „Die Mutter eines anderen erkrankten Mädchens hat mir am Dienstag die traurige Nachricht geschrieben. Ich war gerade auf einer Feier und war völlig erschüttert, das zu hören.” Auch wenn die Moderatorin wusste, dass Kathi diesen Wunsch hatte, sagt sie: „Wenn es dann passiert, ist es doch so unglaublich.”

„Ich denke sehr viel an die Familie und daran, wie sie gerade die vergangenen Monate erlebt haben muss. Immer zwischen der Hoffnung, dass Katharina sich doch noch umentscheidet und gleichzeitig der Angst vor diesem furchtbaren Termin”, so Roberta Bieling.

Für sie zeige Kathis Fall „mal wieder auf ganz dramatische Weise, wie wichtig es ist, dass endlich intensiver geforscht wird, um ein Medikament gegen diese furchtbare Krankheit zu finden”.

Hier findet ihr Hilfe in schwierigen Situationen

Solltet ihr selbst Depressionen haben, suchtkrank oder von Suizidgedanken betroffen sein, sucht euch bitte umgehend Hilfe. Versucht, mit anderen Menschen darüber zu sprechen! Neben Freunde oder Verwandten gibt es auch die Möglichkeit, anonym mit anderen Menschen über eure Gedanken zu sprechen. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich.

Wenn ihr schnell Hilfe braucht, dann findet ihr unter der kostenlosen Telefon-Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 Menschen, die euch Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen können.

Verwendete Quelle: Instagram/johannawolff, eigene RTL-Recherche