RTL News>Wirtschaft>

Moneybloggerin Celine Nadolny: So können schon Schüler finanziell durchstarten!

Finanzbloggerin Celine Nadolny im RTL-Interview: Der wichtigste Vermögenswert ist man selbst!

"Finanzielle Bildung an Schulen muss vor allem eines sein: attraktiv und spannend!"

Celine Nadolny
Celine Nadolny gewinnt zum zweiten Mal den Black Bull Award.
Wirtschaft

von Laura Maria Weber

Was ist Inflation? Wie sorge ich finanziell vor? Was ist eine Aktie? - Vielen Schülern in Deutschland fehlt das Wissen rund um das Thema Finanzen – das möchte Moneybloggerin Celine Nadolny ändern. In sozialen Medien macht sich die Vize-Miss-Germany, die mehr als 600 Sachbücher gelesen hat, für finanzielle Bildung stark.

Warum der Bloggerin es gerade so wichtig ist, junge Menschen und Schüler für das Thema Finanzen zu motivieren und warum auch im Klassenraum das richtige Money Mindset einziehen muss, verrät Celine Nadolny im RTL-Interview.

Lese-Tipp: Finanzen und Miss Germany - Wie passt das zusammen?

Finanzbloggerin: "Wer heute nicht vorsorgt, hat die Altersarmut bereits gebucht"

Celine Nadolny
Celine Nadolny: Der wichtigste Vermögenswert ist man selbst!
Wirtschaft

Klar ist: „Je länger wir unsere Finanzen aufschieben und warten, desto unschöner wird das Thema auf uns zurückkommen“, – so das Motto von Celine Nadolny. Vor allem junge Menschen seien schnell dazu verleitet, sich kurzfristigen ‘Belohnungen’ hinzugeben und verlieren damit zu schnell die langfristige Perspektive, betont die Finanzbloggerin.

Umso wichtiger sei es, sich mit Finanzen schon so früh wie möglich auseinanderzusetzen. „Dass unser gesetzliches Rentensystem im Stile eines - schon seit Jahrzehnten mit unglaublichen Summen aus dem Staatshaushalt finanziertes - Umlageverfahren zum Scheitern verurteilt ist, sollte gemeinhin bekannt sein. Da helfen uns auch keine leeren Wahlversprechen. Riester, Rürup und Co. sind ebenfalls komplizierte Renditefresser, die nur die wenigsten überhaupt verstehen. Wer heute nicht privat vorsorgt, hat die Altersarmut bereits gebucht.“ Umso wichtiger sei es, auch in der Schule Finanzbildung anzugehen.

Lese-Tipp: "Schon mit 25 Euro im Monat Geld anzulegen, lohnt sich!"

Celine Nadolny: Schüler müssen finanzielles Rüstzeug lernen, um nicht Opfer der Finanzindustrie zu werden!

Celine Nadolny
Moneybloggerin Celine Nadolny fordert mehr Finanzbildung in der Schule.
Wirtschaft

„Finanzielle Bildung an Schulen muss vor allem eines sein: attraktiv und spannend“, so Nadolny. „Wir müssen uns von dem Gedanken lösen, dass Finanzen nur ein langweiliges Thema für böse, männliche Kapitalisten wäre“. Für sie ist klar:

  • Es gilt alte Rollenbilder aufzubrechen
  • ein generelles Verständnis für Wirtschaft, Geld und Börse zu vermitteln
  • und das Rüstzeug zu lehren, damit die Schüler nicht direkt zu Beginn ihrer Ausbildung oder ihres Studiums zu Opfern der Finanzindustrie werden.

Entscheidend sei es deshalb, dass Finanzwissen unabhängig und fundiert vermittelt werde. „Nicht von Bankern, die direkt danach ein Girokonto, überteuerte Fondssparpläne und Riester-Verträge vermitteln wollen, nicht von Maklern und Finanzdienstleistern, mit ihren Hochglanzimmobilien in C-Lagen und ‘steuereffizienten’ Versicherungspolicen und auch nicht von Brokern, die mit Börsenspielen zum Zocken verleiten, warnt die Finanzbloggerin.

Lese-Tipp: Ladys, lest diese 3 Geld-Bücher!

Anzeige:

Empfehlungen unserer Partner

Nadolny: Der wichtigste Vermögenswert ist man selbst! Diese Tipps können jungen Menschen zum Start verhelfen!

Doch wie können sich Schüler und junge Menschen ganz konkret auch neben der Schule einen finanziellen Puffer anlegen und auch wenig Geld schon langfristig einsetzen? Für Finanzbloggerin Celine Nadolny ist gerade die Schulzeit die beste Möglichkeit damit anzufangen. Ihre Tipps:

  • Erste Arbeitserfahrungen sammeln:
    „Zunächst einmal sollten sich junge Menschen ihrer besonders vorteilhaften Situation bewusst werden. In der Regel müssen sie sich nicht um ihre alltäglichen Ausgaben kümmern und können sich frei entfalten. Wenn man sich dann kleine Neben- und Ferienjobs sucht, sammelt man nicht nur erste Arbeitserfahrung, sondern kann das Geld problemlos zur Seite legen“.

  • Die Suche nach der eigenen Leidenschaft:
    Gleichzeitig sei die Zeit auch eine gute Möglichkeit, sich auf die Suche nach der eigenen Passion zu machen. Das sei enorm wichtig, wenn man später wirklich gut in etwas werden möchte, so Nadolny. „Ich würde sogar behaupten, dass es keine bessere Zeit gibt, erste unternehmerische Versuche zu unternehmen als die letzten Schuljahre oder das Studium. Denn man ist zu dieser Zeit noch einen extrem niedrigen Lebensstand gewohnt und hat im Grunde nichts zu verlieren.“

  • Niedriger Lebensstandard ist ein Vorteil:
    Sobald die Einnahmen - aus welchen Gründen auch immer - steigen sollten, kann und sollte man darauf achten, die Ausgaben nicht gleichermaßen und erst recht nicht übermäßig zu steigern. Stattdessen kann man das nutzen, um mehr Geld zur Seite legen zu können. Und das ganz ohne dass man sich einschränken muss.“

  • Nicht auf die falschen Experten reinfallen:
    Wichtig sei es, direkt von Anfang an die Weichen zu stellen und dabei nicht auf falsche Experten hereinzufallen. „Davon gibt es leider viel zu viele und insbesondere für Schülerinnen, die noch keinerlei Erfahrungen in dem Bereich gesammelt haben, ist es schwer, die guten von den vermeintlich guten zu unterscheiden. Deswegen ist es so wichtig, sich selbst weiterzubilden und von den Besten zu lernen.“

  • Erste Investitionen über Eltern tätigen lassen:
    Es gebe zwar Kinderdepots, aber nur bei den wenigsten Anbietern ließen sich diese problemlos in "Senioren"-Depots übertragen. Das solle man im Einzelfall mit der Bank abstimmen, erklärt die Bloggerin. „Sollte es kostengünstig möglich sein, kann man selbst investieren“. Ansonsten könne man seinen Eltern etwas Geld geben und sie darum beten, ein Depot bei einem günstigen Anbieter einzurichten und die gewünschten ETFs zu kaufen oder auf sie sogar einen Sparplan anzulegen.

  • Weniger auf Einzelaktien statt auf Sparplan setzen:
    „Von einem Invest in Einzelaktien halte ich rein gar nichts, erst recht nicht in jungen Jahren“, so Nadolny. Es gebe so unglaublich viel wichtiges in den ersten Jahren zu lernen, dass man schlicht keine Zeit haben werde, sich auch noch mit komplexen Einzelaktien-Strategien zu beschäftigen, zumal sich das wissenschaftlich betrachtet ohnehin nicht lohne.

Die Finanzbloggerin macht klar: Der wichtigste Vermögenswert ist man selbst! Insbesondere in jungen Jahren gelte es, den eigenen Vermögenswert durch Bildung und Weiterbildung sowie erste Unternehmungen zu formen und fördern, erklärt Nadolny. „Es ist schier unglaublich, wie groß der Hebel in jungem Alter sein kann, mit wenigen zusätzlichen Skills später deutlich mehr Gehalt verdienen zu können oder nebenher in Selbstständigkeit zu verdienen.“

Lese-Tipp: Birgit Schrowange rät: „Frauen, kauft Aktien statt Schuhe!“

Politik & Wirtschaftsnews, Service und Interviews finden Sie hier in der Videoplaylist

Playlist: 30 Videos

Spannende Dokus und mehr

Sie lieben spannende Dokumentationen und Hintergrund-Reportagen? Dann sind Sie bei RTL+ genau richtig: Ob zu Angela Merkel , zu Corona oder zu den Hintergründen zum Anschlag vom Breitscheidplatz – bei RTL+ finden Sie die richtige Reportage für Sie.