22. August 2018 - 18:38 Uhr

Ärger mit der Wohnung? Hier finden Sie Hilfe!

Wann darf ich die Miete mindern, und wie bekomme ich meine Kaution wieder, wenn der Vermieter auf stur schaltet? Ein Fachanwalt hat die meist gestellten Fragen beantwortet.

1. Wann kann ich die Miete mindern?

Wenn Sie eindeutig gravierende Mängel in der Wohnung haben - etwa großflächigen Schimmelbefall - und der Vermieter erkennbar nichts unternimmt. Grundsätzlich gilt: Sie müssen den Vermieter immer erst schriftlich auffordern, die Mängel zu beheben. Erst wenn er nicht reagiert, kommt eine Mietminderung in Frage. Zur Höhe der Mietkürzung: Wenn Sie beispielsweise wegen eines extrem starken Schimmelbefalls 25 Prozent ihrer Wohnung gar nicht mehr nutzen können, dürfen Sie generell auch um 25 Prozent die Miete kürzen. Aber Vorsicht! Zur Sicherheit sollten Sie sich im Einzelfall zuerst immer Rat von Mietrechts-Experten holen. Warum? Möglicherweise wurde der Schimmel durch Sie verursacht oder begünstigt. Falls Sie dann noch die Miete kürzen, ist das ein Kündigungsgrund für den Vermieter. Besser ist es, die Miete voll zu zahlen, aber unter Vorbehalt. Wenn Mieter keine Rechtsschutz-Versicherung haben, empfiehlt sich die Mitgliedschaft im Mieterbund. Er berät und vertritt Sie auch in Rechtsfragen und vor Gericht.

2. Wann bekomme ich meine Kaution zurück?

Spätestens sechs Monate nach dem Auszug - das ist gängiges deutsches Recht. Auch wenn der Vermieter wegen Mängeln in der Wohnung Geld abzieht, muss der Rest innerhalb von sechs Monaten auf Ihrem Konto sein. Bei welchen Mängeln der Vermieter die Kaution anteilig behalten kann, hängt völlig vom Einzelfall ab.

3. Darf ich bei Mängeln in der Wohnung vorzeitig kündigen?

Grundsätzlich ja, bei extrem gravierenden Mängeln (wie etwa Schimmel) gibt es ein Sonderkündigungsrecht ohne Fristen. Allerdings gilt hier, ähnlich wie bei der Mietminderung: Sie sollten immer erst den Vermieter schriftlich über die Probleme informieren und ihm die Chance geben, sie zu beseitigen. Erst wenn daraufhin nichts passiert, kommen Mietminderung oder sofortige Kündigung in Frage.

Die wichtigsten Beratungsstellen für Mieter

Unterstützung bei Kündigungen, Beratung bei Mieterhöhungen sowie Heiz- und Nebenkostenabrechnungen gibt es beispielsweise beim Mieterschutzbund (einmalige Aufnahmegebühr 20 Euro, Jahresmitgliedbeitrag 80 Euro):

http://www.mieterschutzbund.de

Der Deutsche Mieterbund vertritt die Rechte und Interessen der Mieter. Experten helfen bei Mietstreitigkeiten und bieten teilweise sogar Prozesskostenschutz. Den nächsten örtlichen Mieterverein in Ihrer Region finden Sie hier:

http://www.mieterbund.de

Kostenpflichtig, aber empfehlenswert ist der Beratungsservice der Verbraucherzentrale. Mietrechtliche Beratungen vom Experten kosten 20 Euro pro Viertelstunde (es gibt auch eine telefonische Beratungs-Hotline zum Preis von 1,86 Euro pro Minute):

http://www.vz-nrw.de/Mietrechtsberatung