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Köln erlaubt Muezzin-Gebetsruf: Hitzige Debatte - OB Henriette Reker watscht Kritiker ab

Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker watscht Kritiker ab

Muezzin ruft jetzt in Köln zum Gebet - Entscheidung sorgt für hitzige Debatte

Köln erlaubt den Muezzin-Ruf Oberbürgermeisterin Reker verteidigt das Vorgehen
02:23 min
Oberbürgermeisterin Reker verteidigt das Vorgehen
Köln erlaubt den Muezzin-Ruf

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In Köln darf der Muezzin künftig zum Gebet rufen

Wer an Freitagen zwischen 12 und 15 Uhr durch die Millionenstadt Köln spazieren geht, könnte mancherorts den arabischen Ruf des Muezzins hören. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte kürzlich ein auf zwei Jahre befristetes Pilotprojekt angekündigt. Demnach werden ab sofort Gebetsrufe von Moscheen unter Auflagen im gesamten Stadtgebiet zugelassen. Das Projekt kommt nicht bei allen gut an. Kritiker sprechen von „falscher Symbolpolitik“.

Köln-OB Henriette Reker lobt das Projekt als "Zeichen des Respekts"

„Köln ist die Stadt der (religiösen) Freiheit & Vielfalt“, schreibt Oberbürgermeisterin Henriette Reker (64, parteilos) auf Twitter, „wer am Hbf ankommt, wird vom Dom begrüßt und von Kirchengeläut begleitet. Viele KölnerInnen sind Muslime. Den Muezzin-Ruf zu erlauben ist für mich ein Zeichen des Respekts“.

Die Stadt hat das Projekt zunächst auf zwei Jahre beschränkt. Moscheegemeinden können ab sofort auf Antrag und unter bestimmten Auflagen ihre Gläubigen zum mittäglichen Freitagsgebet rufen.

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Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei einem Besuch in der Ehrenfelder Großmoschee.
Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker bei einem Besuch in der Ehrenfelder Großmoschee.
Foto: Geisler-Fotopress/Hardt

Zu den Auflagen gehört eine Begrenzung des Gebetsruf auf fünf Minuten und eine Anpassung der Lautstärke, die je nach Lage der Moschee festgelegt wird. Jede Gemeinde muss zudem einen Ansprechpartner benennen, der Fragen aus der Nachbarschaft beantwortet und mögliche Beschwerden entgegennimmt.

Nach Abschluss der zweijährigen Projektlaufzeit findet eine Auswertung statt, um auf dieser Basis über die Zukunft der Regelung zu entscheiden.

Kölns OB Henriette Reker wertete das Vorhaben als „Zeichen der gegenseitigen Akzeptanz der Religion“ und watschte Kritiker vorsorglich ab: „Wer das anzweifelt, stellt die Kölner Identität und unser friedliches Zusammenleben infrage.“

Doch die Kölner SPD-Politikerin Dr. Lale Akgün sieht das anders: „Diese Symbolpolitik dient den Falschen“, schreibt Akgün auf Facebook und fragt: „Von welchen Moscheen in Köln kann man den Muezzinruf überhaupt rufen?“ Die Entscheidung betreffe vor allem die „große DITIB-Moschee in Ehrenfeld“. Das sei ein „politisches Minenfeld“, behauptet Akgün. Sie sieht darin „ein Knicks vor dem politischen Treiben Erdogans“.

Hintergrund: Die DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion) gilt als verlängerter Arm des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan.

Akgün schreibt weiter: „Der Muezzinruf aus Köln wird damit zu einem Ruf des politischen Islams! Ist das den Verantwortlichen in Köln nicht wirklich klar?“ (dpa/mor)

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