Polizei und Eltern in Alarmbereitschaft

Treibt ein Kinderfänger in Sachsen sein Unwesen? Unbekannter soll Kinder mit Süßigkeiten und Hunde-Welpen locken

Die Schulen im Landkreis Bautzen werden zurzeit mit einem Schreiben über die polizeilichen Ermittlungen gegen einen unbekannten Kinderfänger informiert.
Die Schulen im Landkreis Bautzen werden zurzeit mit einem Schreiben über die polizeilichen Ermittlungen gegen einen unbekannten Kinderfänger informiert.
facebook/Bürgerbewegung Bischofswerda

Eltern in Sachsen werden aktuell gebeten, noch mehr auf ihre Kinder aufzupassen als sonst. Im Landkreis Bautzen warnen Schulen vor einem unbekannten Mann, der angeblich versucht hat, Kinder in sein Auto zu locken – mit Süßigkeiten und Hundewelpen. Die Polizei ist alarmiert.

Fremde sprechen Kinder an: Eltern im Kreis Bautzen in Alarmbereitschaft

Auch über die Grenzen des Landkreises hinaus, warnt die Polizei vor dem unbekannten Mann, der angeblich versucht, Kinder in sein Auto zu locken. Der Polizei seien Vorfälle in Elstra, Pulsnitz, Crostwitz und Kamenz bekannt. Auch in Loga, Weickersdorf, Cannewitz, Goldbach und Großharthau habe es Hinweise gegeben.

„Die Polizei nimmt Hinweise auf verdächtiges Ansprechen von Kindern ernst und agiert mit entsprechender Sensibilität“, sagt Polizeisprecherin Anja Leuschner zu RTL. Darüber hinaus würden auch operative Maßnahmen durchgeführt. Welche das genau sind, solle jedoch „nicht ausführlich in der Öffentlichkeit publiziert werden“, so Leuschner.

Eltern wollen mit ihren Kindern zur Schule laufen

Solange der Unbekannte jedoch frei herumläuft, sind die Eltern in den betroffenen Landkreisen alarmiert. In Bürgerbewegungen organisiert, wollen Eltern so die Schulwege mitlaufen, um die Kinder zu beschützen. Auch die Schulen warnen in einem Schreiben: „Aus aktuellem Anlass wurden die Schülerinnen und Schüler über das Verhalten gegenüber Fremden belehrt. Ein unbekannter Fahrer eines dunklen Audis soll Kinder angesprochen haben und versuchen, sie mit Süßigkeiten und Hundewelpen in sein Auto zu locken.“ Eltern sollen bitte mit den Kindern über das Verhalten sprechen. Der Zettel muss außerdem unterschrieben der Lehrerschaft vorgelegt werden.

Die Polizei ermittelt in elf Fällen. Aber einen Anhaltspunkt zu einem Tatverdächtigen gebe es aktuell noch nicht.

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Polizei appelliert: Nicht in sozialen Netzwerken spekulieren

Daher teilen immer mehr besorgte Eltern Hinweise in sozialen Netzwerken. Oftmals verselbstständigen sich jedoch Gerüchte. Die Polizei appelliert deswegen an Eltern, beim Umgang damit etwas zurückhaltender zu sein. Polizeisprecherin Leuschner zu RTL: „Es wird davon abgeraten, ungeprüfte und nicht offiziell bestätigte Informationen in den sozialen Netzwerken zu verbreiten, weil hier die Gefahr einer ‘Übersensibilisierung’ bis hin zur Verdachtsschöpfung gegenüber Unschuldigen gegeben ist.

Sofern der Polizei belastbare Hinweise auf eine Gefahr für Kinder vorliegen, wird umgehend entsprechend berichtet.“ Eltern sollten – ohne ihre Kinder zu ängstigen oder Panik zu verbreiten – davor warnen, sich von fremden Personen locken zu lassen. Hinweise auf aktuelle Fälle sollten Betroffene umgehend der Polizei melden.

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Nur ein einziger Halter sei für die weiteren Ermittlungen in Betracht gekommen. Der Halter befand sich jedoch samt Auto zum Tatzeitpunkt nachweislich nicht im Freistaat. Gegenwärtig tappe die Polizei bezüglich eines möglichen Tatverdächtigen im Dunkeln. (kra)

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