Ermittler gehen von Gewaltverbrechen ausYosef (†14) tot am See gefunden – Mutter spricht von kaum ertragbarem Verlust

von Annalena Kirsten

In Dormagen (Rhein-Kreis Neuss) trauert die Stadt um einen Jugendlichen, der unter mysteriösen Umständen ums Leben kam. Der 14-jährige Yosef wurde tot an einem See gefunden. Die Polizei ermittelt wegen eines Gewaltverbrechens und sucht dringend nach Zeugen.

Toter Jugendlicher am See entdeckt

Am Mittwochnachmittag (28.01.) fanden Spaziergänger den leblosen Körper des 14-jährigen Yosef nahe eines Sees in Dormagen. Kurz darauf begann ein Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften: Taucher suchten im Wasser, Polizeihunde und eine Drohne kamen zum Einsatz. Die Ermittler gehen von einem Gewaltverbrechen aus, äußern sich bislang jedoch nicht zur genauen Todesursache. Yosef stammte aus Eritrea und lebte mit seiner Mutter und seiner kleinen Schwester in einer städtischen Einrichtung.

Mutter spricht von unerträglichem Schmerz

Für die Mutter des Jungen ist der Verlust kaum zu ertragen. Im RTL WEST Interview betonte sie, sie habe keinen Frieden, solange die Wahrheit über den Tod ihres Kindes nicht ans Licht komme. Yosef sei ein ängstlicher Junge gewesen und hätte sich ihrer Meinung nach nie freiwillig allein und im Dunkeln am See aufgehalten. Am Mittwochnachmittag wollte er eigentlich eine neue Uniform für seinen Tambourcorps abholen, doch zu diesem Treffen kam es offenbar nie.

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Gut integrierter Schüler und aktives Vereinsmitglied

Der Schock über den Tod des Jugendlichen sitzt in Dormagen tief. Yosef war Klassensprecher, engagierte sich im Sportverein und im Brauchtumsverein. Bürgermeister Erik Lierenfeld (SPD) beschrieb ihn als „vollwertiges Mitglied der Gesellschaft“ und betonte, Yosef sei „aus unserer Mitte gerissen worden“. An der Schule des 14-Jährigen sind Seelsorger im Einsatz. Vereine, in denen Yosef aktiv war, nehmen im Internet Abschied.

Belohnung für entscheidende Hinweise

Was genau geschah und wem Yosef begegnete, bleibt weiter unklar. Um die Ermittlungen voranzubringen, haben die Staatsanwaltschaft Düsseldorf und die Stadt Dormagen eine Belohnung von insgesamt 10.000 Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Ergreifung des Täters führen. Nahe des Tatorts haben Trauernde Kerzen, Blumen und Plüschtiere niedergelegt. Auf einem Zettel steht: „Wir werden dich und dein Strahlen vermissen.“