"Impfen ist ein patriotischer Akt"

Spahn appelliert an Nationalstolz von Ungeimpften

05. August 2021 - 19:37 Uhr

Politik zieht alle Register

Die Fronten beim Thema Coronaimpfung sind verhärtet. Impfgegner fühlen sich durch immer mehr Einschränkungen zur Impfung gezwungen. Befürworter versuchen alles, um die Gegner zu überzeugen. Dabei ziehen vor allem die Politiker alle Register, wie jetzt ein Twitterpost von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt.

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Impfpflicht nein - Impfgebot ja

Die Appelle von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn an die Ungeimpften werden immer eindringlicher. "Impfen ist ein patriotischer Akt", schreibt der CDU-Politiker am Donnerstag auf seinem Twitter-Account. "Man schützt nicht nur sich selbst, sondern uns als Gesellschaft."

Aber was will Spahn mit dieser Aussage bewirken? An wen wendet er sich? Denn im gleichen Atemzug, bzw. einen Post später schreibt er: "Impfen ist eine persönliche Entscheidung." Will Spahn die Deutschen also doch zu einer Impfung drängen?

+++ Auch die SPD stellt sich dagegen – Gegenwind für Spahns Corona-Winter-Plan +++

In einem Interview mit dem Münchner Merkur stellt der Gesundheitsminister klar: Ich halte nichts von einer Impfpflicht gegen Covid-19. Aber ein Gebot, sich impfen zu lassen – das gibt es schon. Jeder Einzelne entscheidet mit darüber, wie schwer Herbst und Winter für uns alle werden."

Spahn: Tests können nicht länger kostenlos bleiben.

Was er mit einem "Impfgebot" meint, wurde vor wenigen Tagen durch ein Schreiben seines Ministeriums deutlich. So plant Spahn nicht nur Umgeimpfte Stück für Stück vom öffentlichen Leben ausschließen. Er spricht sich im Interview mit dem Münchner Merkur auch dafür aus, dass Schnelltests, die bisher die Alternative zur Impfung waren, kostenpflichtig werden sollen.

"Wenn jeder mehrfach die Chance zur Impfung hatte, dann können die Tests nicht länger kostenlos bleiben. Das ist eine Frage der Fairness", so Spahn gegenüber der Zeitung. Ab Mitte Oktober sollen ungeimpfte Erwachsene deshalb vor dem Restaurantbesuch für einen Antigen-Schnelltest bezahlen müssen.

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Rückendeckung in der Bevölkerung

Aber ist sich impfen zu lassen dann überhaupt noch eine persönliche Entscheidung, wie Spahn immer wieder betont?

Rückendeckung bekommt der Minister immerhin von der Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Wie ein repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von RTL und ntv ergab, finden es mehr als drei Viertel (77 Prozent) der Deutschen richtig, wenn Ungeimpfte für ihrer Tests künftig bezahlen müssten. Und immer mehr als die Hälfte (55 Prozent) stehen sogar dahinter, wenn Ungeimpfte von Teilen des öffentlichen Lebens ausgeschlossen würden. (sst)

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