Hannah S. (†25) in Hamm getötet

"Sie war ein sehr, sehr toller Mensch" - So trauern Hannahs ehemalige Mitschüler

Hannah S. aus Hamm wurde nur 25 Jahre alt.
Hannah S. aus Hamm wurde nur 25 Jahre alt.
© RTL/Instagram

23. September 2021 - 9:38 Uhr

Hamm: Blumen und Kerzen für Hannah niedergelegt

Zwei Tage nach dem gewaltsamen Tod an der 25-jährigen Hannah S. können die Menschen in Hamm immer noch nicht fassen, was im Park des Oberlandesgerichts passiert sein soll. Viele sind gekommen, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen, um Blumen und Kerzen niederzulegen. Und um einem jungen Menschen zu gedenken, der viel zu früh gehen musste. Einer der Trauernden ist Daniel Grote. Der 28-Jährige ging mit Hannah S. drei Jahre zur Berufsschule.

Schulfreund: Hannah war ein sehr, sehr toller Mensch

Daniel Grote war ein Mitschüler der getöteten 25-jährigen Hannah S.
Daniel Grote (28) und Hannah S. (†25) gingen beide zum LWL-Berufskolleg in Hamm.
© RTL

"Die schreckliche Nachricht hat mich über eine ehemalige Mitschülerin erreicht", erzählt Grote RTL. Sofort war klar, dass er und die ehemaligen Mitschüler des LWL-Berufskollegs, wo sie eine Erzieher-Ausbildung machten, ihrer alten Schulfreundin gedenken wollen.

"Hannah war ein sehr lebensfroher Mensch. Mit Hannah konnte man gut feiern und Spaß haben, aber sie hatte auch immer ein offenes Ohr", erinnert sich Daniel Grote. Vor allem sei Hannah aufopferungsbereit gewesen. Wer in einem sozialen Beruf arbeitet, weiß, dass Nacht- und Wochenenddienste zur Tagesordnung gehören. Keine leichte Arbeit also und doch sei Hannah immer mit einem Lächeln am Start gewesen. "Sie war ein sehr, sehr, sehr toller Mensch!"

Hannah S. (25) in Hamm getötet: Gefühl zwischen Trauer und Hass

Dass Hannah nun gewaltsam gestorben sein soll, mache den 28-Jährigen sprachlos. "Das ist ein Gefühl zwischen Trauer und Hass. Dass es Menschen gibt, die zu solch einer Gewalt bereit sind – das ist für mich unerklärlich. Das ist Trauer, Hass und Wut und man verliert ein bisschen den Glauben an die Menschlichkeit."

Und damit steht Daniel Grote nicht alleine da. Die Menschen gedenken an dem Ort, an welchem Hannah Sonntagfrüh leblos gefunden wurde, und fragen sich: Warum musste ein so junger Mensch sterben?

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Die Polizei nahm zwischenzeitlich einen Verdächtigen (27) fest. Der Mann gab in den Vernehmungen an, er sei zwar in der Tatnacht in der selben Lokalität wie Hannah gewesen, mit ihrem Tod will er jedoch nichts zu tun haben.

Außerdem: Der Verdächtige habe in der Nacht Sex mit zwei ihm nicht weiter bekannten Frauen gehabt. Eine der Frauen soll ebenfalls Hannah heißen. Beide hätten sich noch nicht bei der Polizei gemeldet. Für Staatsanwalt Felix Giesenregen könnten diese beiden Frauen jedoch wichtige Zeugen sein.

Doch der 27-jährige Tatverdächtige ist damit keineswegs aus dem Schneider. Gegen ihn werde weiter ermittelt, bestätigt ein Behördensprecher gegenüber RTL – offenbar nicht zum ersten Mal.

Menschen in Hamm wünschen sich Gerechtigkeit für Hannah (†25)

Die Dortmunder Staatsanwaltschaft geht von einem Tötungsdelikt aus. Das Ergebnis der Obduktion deute eindeutig auf ein "gewaltsames Todesgeschehen" hin, sagte ein Sprecher.

Und auch wenn es noch Menschen gibt, die an das Gute glauben und Kerzen aufstellen, so überwiegt im Augenblick noch die Wut. "Allen Menschen, besonders der Familie und den Angehörigen, würde es besser gehen wenn sie wissen, da gibt es jemanden, der zur Gerechtigkeit gezogen wird und seine gerechte Strafe bekommt", erklärt Daniel Grote.

Die Menschen an Hannahs Trauerstelle sind überzeugt, dass der Täter geschnappt und verurteilt wird. Denn: "Gerechtigkeit sollte schnell walten, damit alle ihren Seelenfrieden finden." (kra)