Was haben wir aus der Pandemie gelernt und was wird sich ändern?

"Guter Weg in einen guten Sommer" - Prof. Uwe Janssens weckt Corona-Hoffnung

Was haben wir aus der Pandemie gelernt? Und was wird sich ändern? Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens ist sich sicher: Nichts wird wie vorher.
Was haben wir aus der Pandemie gelernt? Und was wird sich ändern? Intensivmediziner Prof. Uwe Janssens ist sich sicher: Nichts wird wie vorher.
© RTL

23. Mai 2021 - 18:28 Uhr

Prof. Uwe Janssens: „Wir haben es geschafft, diese Welle zu brechen"

Ist jetzt wirklich ein Ende der Corona-Pandemie in Sicht? Die guten Inzidenzwerte in vielen Teilen Deutschlands sowie die Lockerungen, die damit verbunden sind, lassen uns Hoffnung schöpfen. Auf den Intensivstationen entspannt sich die Lage ebenfalls. Das bestätigt auch Prof. Uwe Janssens, Intensivmediziner und Chefarzt am St. Antonius Hospital in Eschweiler, im Interview mit RTL. Er sei sehr zuversichtlich, dass wir die dritte Welle erfolgreich gebrochen haben. Auch wenn immer noch viele schwerkranke Patienten auf den Intensivstationen liegen, gehen die Zahlen jeden Tag ein wenig zurück. Laut Janssens befinden wir uns "auf dem absteigenden Ast in einen guten Sommer". Na, wenn das nicht Hoffnung macht!

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Was bedeutet das für die Zukunft? Was muss sich nach der Pandemie ändern?

Leere Tische und Stühle stehen im Außenbereich des Restaurants am Hafen am Malchower See. Wegen der Corona-Schutzmaßnahmen sind Gäste in Gaststätten oder Geschäften derzeit noch nicht erlaubt.
Die ersten Gastronomen machen sich bereit: In einigen Bundesländern darf bald wieder draußen gegessen werden.
© dpa, Jens Büttner, jbu fdt

Doch auch wenn sich langsam wieder alles etwas mehr in Richtung Normalität zu entwickeln scheint, wird auch einiges nicht mehr so, wie wir es kannten. Janssens ist sich sicher: "Wir haben unglaublich viel gelernt und nichts wird mehr so sein, wie es vorher war, da bin ich fest von überzeugt." Heißt also, die Pandemie wird uns so schnell nicht mehr loslassen?

Vermutlich. Aber vor allem im positiven Sinne: So werden wahrscheinlich viele positive Verhaltensmuster beibehalten und von den Menschen übernommen werden. Und das sei laut dem Mediziner vor allem in den Krankenhäusern ein "enormer Sprung nach vorne."

Aber auch das Verhalten in der Allgemeinbevölkerung habe sich hinsichtlich Achtsamkeit und Hygienemaßnahmen geändert – und das werde Auswirkungen haben, glaubt Janssens. So war die Zahl der an Influenza erkrankten Menschen letztes Jahr durch die vielen Schutzmaßnahmen so niedrig wie selten zuvor.

Lese-Tipp: Droht uns eine vierte Welle? 5 Fragen an den Top-Virologen Prof. Hendrik Streeck.

Lese-Tipp: Handschlag nach der Pandemie zurückholen - ja oder nein?

Ob sich auch langfristig gesellschaftliche Konventionen wie zum Beispiel der Handschlag zur Begrüßung ändern, bleibt abzuwarten. Unsere Kolleginnen haben eindeutige Meinungen dazu: Für RTL-Redakteurin Valentina Otte ist die Sache klar: "Reich mir bitte nicht die Flosse, Genosse!". Sie hat nach dem Überstehen der Pandemie keine Lust mehr auf das Händeschütteln.

Unsere Kollegin Lauren Ramoser sieht das komplett anders. Sie hofft, dass der Handschlag nicht vollständig aussterben wird und sagt: Corona-Aus für den klassischen Handschlag? Bitte nicht! (vdü)