Entzündung der Hirn- und RückenmarkshäuteGesundheitslexikon: Hirnhautentzündung (Meningitis)
Gefährliche Entzündung: Wenn Meningitis lebensbedrohlich wird.
Eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, kurz: Meningitis, kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich werden. Die von Bakterien ausgelöste Meningitis ist eine äußerst gefährliche Krankheit, die unbehandelt fast unweigerlich zum Tod führt. Doch auch bei sofortiger Therapie besteht Gefahr. Der Fall aus Großbritannien zeigt, wie ernst die Lage ist.
Wie entsteht eine Hirnhautentzündung?
Das Gehirn und das Rückenmark sind von einem Bindegewebe geschützt, das als Hirn- und Rückenmarkshaut (Meningen) bekannt ist. Erreger, in erster Linie Viren oder Bakterien, können eine Entzündung dieser Häute verursachen. Breitet sich die Gehirnhautentzündung auf das Gehirn aus, so sprechen Ärzte von der Meningoenzephalitis.
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Die häufigste Form der Hirnhautentzündung ist die meist harmlos verlaufende virale Meningitis, die in der Regel durch Adenoviren hervorgerufen wird. Häufig tritt die Erkrankung in Verbindung mit einer anderen Viruserkrankung, etwa Mumps, auf. Deutlich seltener, aber wesentlich gefährlicher, ist die bakterielle Meningitis.
Durch Pneumokokken oder Meningokokken ausgelöst ist die bakterielle Gehirnhautentzündung die gefährlichste Form der Meningitis und macht einen Krankenhausaufenthalt unbedingt notwendig. Zudem kann die Gehirnhautentzündung, die in der Regel durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, auch von Pilzen oder Parasiten ausgelöst werden.
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Symptome einer Hirnhautentzündung
Nach einer Inkubationszeit von drei bis vier Tagen treten sowohl bei der viralen als auch bei der bakteriellen Meningitis erste Symptome auf, die jenen der Grippe ähneln. Hohes Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, begleitet von Übelkeit und Erbrechen, plagen den Patienten. Ein zusätzlich deutliches Anzeichen ist ein steifer Nacken, der sich nur schwer zur Brust beugen lässt. Ebenfalls auftreten können neurologische Störungen, etwa Schwindel, Hörstörungen oder epileptische Anfälle.
Eine Folge der Meningokokken-Meningitis kann zudem die Blutvergiftung sein, die sich in großen dunkelroten Blutbläschen auf der Haut zeigt. Bei Kleinkindern und Babys sind die Anzeichen üblicherweise weniger charakteristisch. Die typische Nackensteifheit entfällt, dafür sind Symptome wie Fieber, Bauchschmerzen und Erbrechen ausgeprägter. Außerdem können Schläfrigkeit und Krämpfe auftreten. Ein alarmierendes Zeichen ist zudem eine nach außen gewölbte Fontanelle.
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Wie erkenne ich eine Meningitis?
Da sich die Symptome der viralen und der bakteriellen Hirnhautentzündung kaum unterscheiden, muss bei Anzeichen auf eine Meningitis unverzüglich der Arzt oder das Krankenhaus aufgesucht werden. Eine Blutanalyse im Labor gibt Aufschluss über den Auslöser, eine erhöhte Procalcitonin-Menge deutet sicher auf eine Meningitis hin. Häufig wird auch die Liquorpunktion durchgeführt, im Zuge derer mit einer Nadel Nervenwasser aus der Lendenwirbelsäule entnommen wird.
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So wird Meningitis therapiert
Im Falle einer bakteriellen Meningitis zählt jede Sekunde! Deshalb wird der Arzt schon beim reinen Verdacht auf eine Hirnhautentzündung ein Antibiotikum verabreichen. Mediziner setzen dabei auf Penicillin oder andere Breitbrandantibiotika. Zugleich wird darauf geachtet, dass der Wasser- und Elektrolythaushalt ausgeglichen ist und etwaige Schmerzen gelindert werden.
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Impfung wird empfohlen!
Gegen die eine Gehirnhautentzündung auslösenden Bakterienarten Pneumokokken, Haemophilus influenzae und Meningokokken sind Impfstoffe erhältlich. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Institutes empfiehlt für Kinder im ersten Lebensjahr die Impfung gegen Haemophilus influenzae und Pneumokokken, zu Beginn des zweiten Lebensjahres auch jene gegen Meningokokken vom Typ C. Die ebenfalls bereits erhältliche Impfung gegen Meningokokken vom Typ B wurde noch nicht in die Empfehlung aufgenommen.
Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel kann einen Besuch beim Arzt nicht ersetzen. Er enthält nur allgemeine Hinweise und darf daher keinesfalls zu einer Selbstdiagnose oder Selbstbehandlung herangezogen werden.
































