Das rät die Gesundheitspädagogin

Durch Corona-Pandemie: Mehr Essstörungen bei Kindern

23. August 2021 - 16:20 Uhr

Im Video: Immer mehr Essstörungen bei Jugendlichen aufgrund der Corona-Pandemie

Viele Jugendliche achten während der Pubertät, wo sich so viel am und im Körper verändert, vermehrt auf ihr Gewicht. Demnach sind einige für Essstörungen besonders anfällig. Kommt hier noch die Herausforderung des Corona-Lockdown hinzu, bekommt man das traurige Ergebnis: Immer mehr Jugendliche leiden seit Beginn der Pandemie an Magersucht und anderen Essstörungen.

Auch die 20-jährige Marie Föhlisch leidet seit drei Jahren an der Krankheit Magersucht. Sie sagt selbst, dass sie eher unbewusst aufhört zu essen und dass sie Glücksgefühle durch den Gewichtsverlust erlebt. Dennoch kreisen ihre Gedanken nur noch um ihr Gewicht. Wie es ihr mittlerweile geht, sehen Sie im Video.

Das können Betroffene und Angehörige tun

Gesundheitspädagogin Anja Abel rät, dass man vor allem erste Warnzeichen erkennen sollte. "Wenn die Jugendlichen anfangen, sich sehr mit dem Thema Essen zu beschäftigen" sollte man hellhörig werden, erklärt die Pädagogin. Ein plötzliches Interesse an Kochen, Ernährung, Veganismus und Co. sei per se nichts Schlechtes, aber "man kann hingucken, inwieweit die Themen in den Vordergrund rutschen." Auch wenn man als Elternteil bemerkt, dass die Portionen und Mengen immer kleiner werden, sollte man die Kinder darauf ansprechen. Aber bloß nicht drohen, betont Abel. Man solle den Jugendlichen eher zuhören und sie fragen, welche Dinge sie aktuell im Leben beschäftigen.

Ärztliche Hilfe sollte vor allem dann hinzugezogen werden, wenn man eine deutliche Gewichtsabnahme erkennen kann. Die Gesundheitspädagogin sagt, man könne die Jugendlichen zunächst auf anonyme Beratungstelefone verweisen, falls sie sich ihren Eltern nicht anvertrauen wollen oder können. Das Thema Essstörung soll auf jeden Fall zu jeder Zeit ernst genommen werden. (vdü)

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