Der Kandidatencheck

Scholz, Baerbock, Laschet - Wofür stehen die Kanzlerkandidaten?

Wollen Kanzler werden: Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU)
Wollen Kanzler werden: Olaf Scholz (SPD), Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU)
© RTL

23. April 2021 - 10:14 Uhr

Drei Kandidaten - Drei Themen: Corona, Wirtschaft, Klima

Die Kanzlerkandidaten stehen, aber WOFÜR stehen sie? Wir machen den Check.

Annalena Baerbock (Grüne), Armin Laschet (CDU) und Olaf Scholz (SPD)

Drei Kandidaten, drei Themen: Corona, Wirtschaft, Klima.

Barbock, Laschet und Scholz: Das sagen sie über Corona

Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen und Kanzlerkandidat der Union, gibt im Regierungsviertel an der Spree ein Interview.
Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet
© dpa, Kay Nietfeld, nie sei

Das Virus effektiv bekämpfen, das wollen alle Kandidaten. Aber was passiert nach Corona?

Die Grünen-Spitzenkandidatin Annalena Baerbock will massiv ins "soziale Miteinander" investieren, in Schulen, Kitas, Gesundheitsversorgung und in Bus- und Bahnverbindungen. Sparen sei der Gesellschaft gerade in der Krise "auf die Füße gefallen", erklärt sie im Interview mit RTL. Dazu will sie die Schuldenbremse aufweichen und um eine "Investitionsklausel" ergänzen. Bezahlen sollen das Besserverdiener, die Grünen wollen den Spitzensteuersatz anheben.

Auch für SPD-Kanzlerkandidat und Vizekanzler Olaf Scholz hat Sparen keine Zukunft. Diejenigen, die als "Corona-Helden beklatscht" wurden, bräuchten jetzt auch höhere Einkommen, so Scholz im Interview mit RTL. Er fordert deshalb einen Mindestlohn von zwölf Euro. Solche Wahlversprechen will er mit neuen Krediten finanzieren, die Corona-Schulden mit einer Vermögenssteuer und höheren Steuern für Spitzenverdiener zurückzahlen.

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet sieht das anders. Auch im Sinne der zukünftigen Generation müssten die Corona-Schulden schnell wieder zurückgezahlt werden. Nur das sei nachhaltig. Als Ministerpräsident von NRW tut er allerdings genau das Gegenteil: Fürs Zurückzahlen der Corona-Kredite lässt sich das Bundesland bis zu 50 Jahre Zeit.

Die drei Kanzlerkandidaten im RTL- Interview:

War Söder der "Kandidat der Herzen"? Armin Laschet im RTL-Interview: "Ich bin's auch"

Annalena Baerbock im RTL-Interview: "Ich stehe für Veränderung!"

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz: "Habe die meiste Regierungserfahrung"

Wirtschaft - Wie die Parteien das Thema für die Bundestagswahl angehen

Annalena Baerbock von den Grünen spricht bei einer Pressekonferenz
Kanzler-Kandidatin der Grünen: Annalena Baerbock
© imago images/Christian Thiel, Christian Thiel via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Deutschland moderner zu machen, dass versprechen alle drei.

Dreh-und Angelpunkt für Annalena Baerbock und die Grünen ist dabei der Klimawandel und die sozialen Folgen. Sie kämpft für "klimagerechten Wohlstand". Dafür will sie die Wirtschaft ökologisch umbauen und massiv Geld in schnelles Internet, emissionsfreie Busse oder in Ladestationen für E-Autos investieren.

Ein "Weiter so" dürfe es nicht geben, sagt auch Armin Laschet: Deutschland müsse "besser, schneller, moderner", mit weniger Bürokratie und mehr Vertrauen in die Leistungsfähigkeit der Menschen. Laschet klingt wie die Grünen: Auch er will "Klimawohlstand" erreichen, mit einer klimaneutralen Industrie.

Olaf Scholz will Deutschland unter anderem mit schnellen Netzen moderner machen. Ein Ziel: eine flächendeckende "Gigabit-Gesellschaft" bis 2030. Jeder Handwerker, jede Bürgerin, jeder Bürger solle profitieren, so Scholz. Dabei dürfe es keine Ausreden geben. Aber auch er will die Industrie komplett ökologisch umbauen.

Klima: Diese Ziele haben die Kanzlerkandidaten von Grünen, SPD und CDU

Olaf Scholz (SPD), Bundesminister für Finanzen, steht auf einem Weg vor dem Kleinen Schloß im Park Babelsberg.
Olaf Scholz, der Kanzlerkandidat der SPD.
© dpa, Soeren Stache, vr

Ein Ziel von Scholz: Eine CO2-neutrale Wirtschaft bis 2050. Dafür will er Erneuerbare Energien stärker fördern, ab 2040 soll der Strom in Deutschland komplett aus Wind, Sonne und Wasser kommen. Scholz verspricht außerdem, dass bis 2030 15 Millionen Elektroautos auf Deutschlands Straßen fahren sollen sowie klimaneutrale Busse.

Laschet setzt auf Zukunftstechnologien wie Wasserstoff. Als Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen betonte er aber immer wieder: Klimaschutz ja, aber NRW und Deutschland müssten auch Industrieland bleiben, um Arbeitsplätze zu erhalten.

Baerbock und die Grünen wollen mehr Elektroautos, und generell massiv weniger CO2-Ausstoß. Deshalb wollen sie den CO2-Preis erhöhen, was am Ende auch jeden trifft, der Auto fährt und seine Wohnung heizt. Über ein sogenanntes "Energiegeld" wollen die Grünen die Einnahmen aber wieder an die Bürger zurückgegeben. Die Idee: Wer etwa ein kleines Auto fährt, muss am Ende weniger zahlen als jemand mit einer dicken CO2-Schleuder.

Am 26. September ist Bundestagswahl

Die Kandidaten stehen, der Wahlkampf ist eröffnet. Fünf Monate haben die Parteien jetzt Zeit, die Bürger von ihren Ideen zu überzeugen. Am 26. September entscheiden dann die Wähler, wer Deutschland in die Zukunft führt. Die aktuellen Umfragewerte zeigen wir Ihnen im Video.

Auch interessant