Das richtige Spielzeug und die richtige Technik

Das Greifen beim Baby fördern – für einen sicheren Griff

Tasten, fühlen, entdecken: Babys erkunden die Welt vor allem mit ihren Händen. Deshalb haben sie auch von Geburt an einen ausgeprägten Greifreflex, der mit der Zeit nachlässt.
Tasten, fühlen, entdecken: Babys erkunden die Welt vor allem mit ihren Händen. Deshalb haben sie auch von Geburt an einen ausgeprägten Greifreflex, der mit der Zeit nachlässt.
© iStockphoto, Yana Bukharova & Denis Bukharov

25. September 2020 - 15:21 Uhr

Tasten und Greifen spielerisch fördern

Das spielerische Begreifen der Welt findet bei Babys hauptsächlich durch Handgriffe statt. Mit den Fingern ertasten und erkunden sie ihr Umfeld, Gegenstände und die Gesichter vertrauter Personen. Bereits als Neugeborene verfügen Babys über einen Greifreflex, der im Laufe der folgenden Monate nachlässt. Schon bald wird Ihr Kind seine Hände und Finger immer besser kontrollieren und gezielter greifen können. Tasten und Greifen hängen eng zusammen und können spielerisch gefördert werden.

Der Griff des Babys

Richtiges Greifen ist für Kinder wichtig, um selbständig aktiv zu werden. Bereits direkt nach der Geburt werden Sie erleben, wie ihr Kind seine kleine Hand um ihren Finger schließt und diesen festhält. Diese reflexartige Greifbewegung entsteht aus dem angeborenen Schutzbedürfnis des Babys, das sich instinktiv an der Mutter oder einer anderen Bezugsperson festhält.

Nach acht bis zwölf Lebenswochen ersetzt der gezielte Griff mit Daumen und Fingern den Greifreflex. Langsam fängt das Kind an, Dinge besser zu sehen und möchte diese auch fassen. Das lässt sich gut beobachten, wenn Sie Ihr Baby auf eine Krabbeldecke mit Spielbogen legen.

Mit welchem Spielzeug das Baby greifen lernt

Solange der Nachwuchs seinen Kopf noch nicht heben kann, erfreut er sich besonders an Mobiles oder Spielzeugen, die an einem Spielbogen hängen. Mehrmals am Tag kann das Kind für etwa zehn Minuten darunter liegen und die Bewegung der Spielsachen beobachten, nach denen es früher oder später auch greifen wird.

Als Greifspielzeug eignen sich kindgerecht gestaltete, robuste Ringe aus schadstofffreiem Kunststoff oder Holz. Auch weiche Stoffpuppen können am Spielbogen hängen. Kugeln aus Stoff oder klappernde Holzketten bereiten den Kindern ebenfalls viel Spaß. Weitere Spielzeuge zum Greifen sind:

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  • Stoffbücher
  • Rasseln
  • Holzperlenketten und -greiflinge

Der Griff des Babys und seine Entwicklung

Je älter ein Kind ist, desto länger spielt es mit seinem Greifspielzeug. Mit vier oder fünf Monaten beschäftigt sich Ihr Baby bereits etwas länger mit den Stoffpuppen oder seinen Ringen. Da die Kleinen die Teile dann auch in den Mund nehmen, darum müssen die Gegenstände kindersicher und frei von Schadstoffen sein.

Mit neun bis zwölf Monaten haben die Kinder den Pinzettengriff gelernt. Nun können sie Gegenstände mit gestrecktem Daumen und Zeigefinger anheben. Bald darauf gelingt ihnen auch der Zangengriff, also das Greifen mit Daumen und angewinkeltem Zeigefinger.

So spielen und greifen Babys

Das Greifen und Spielen mit Gegenständen ist wichtig für die motorische Entwicklung. Beim Spielen experimentieren die Kleinen mit ihren Sachen und lernen so täglich neue Dinge. So stellen sie beispielsweise fest, dass Gegenstände beim Öffnen der Hand herunterfallen – ein Spiel, das zur Freude der Eltern oft und gerne wiederholt wird. Bald folgt auch das beabsichtigte Werfen des Spielzeugs.

Für diese und ähnliche Übungen eignen sich weiche Gegenstände wie Stoffbälle oder kleine Kuscheltiere. Auch ein Paar zusammengerollte Babysöckchen kann hier seinen Zweck erfüllen. Denn gerade im ersten Lebensjahr spielt Ihr Baby mit einem umfunktionierten, kindersicheren Gegenstand aus Ihrem Haushalt ebenso gerne wie mit einem teuren Spielzeug

Mit welcher Hand greift das Baby am liebsten?

Oftmals stellt sich bereits gegen Ende des ersten Lebensjahres heraus, ob ein Kind bevorzugt seine rechte oder seine linke Hand einsetzt. Wenn Ihr Nachwuchs den Pinzetten- sowie den Zangengriff gelernt hat, dann lässt sich dies häufig gut erkennen. Spätestens im Laufe des zweiten Lebensjahrs wird es klar ersichtlich, welche Hand Ihr Baby bevorzugt.

Die Entwicklung des Greifens beim Baby wird bei den U-Untersuchungen überprüft. Falls Sie beobachten, dass Ihr Kind Schwierigkeiten beim Greifen hat, sollten Sie dies beim Kinderarzt erwähnen. Dieser kann herausfinden, ob es Probleme bei der motorischen Entwicklung gibt oder ob das Baby eventuell fehlsichtig ist.