Bluttests versprechen Gewissheit für Immunität

Corona-Krise: Wann können die Enkel Oma und Opa wieder besuchen?

27. März 2020 - 14:12 Uhr

Angst, die Großeltern mit dem Coronavirus anzustecken

Gerade immunschwache ältere Mitbürger sind von dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 und der durch sie verursachten Lungenerkrankung COVID-19 bedroht und müssen besonders geschützt werden. Eine Normalisierung der Zustände ist vermutlich erst im Frühsommer zu erwarten, so Experten. Erst ganz zuletzt allerdings können Krankenhäuser und Altenheime wieder geöffnet werden. Auch ein Besuch der Großeltern wird ohne Angst, die Großeltern anzustecken, erst sehr spät wieder möglich sein. Allerdings könnten Bluttests schon früher Sicherheit geben, ob der Körper durch eine unbemerkte Infektion bereits Immunität aufgebaut hat, so Dr. Georg-Christian Zinn, Direktor Hygienezentrum Bioscientia.

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Besuche erst 2021 wieder möglich?

Ausgangsbeschränkungen und Kontaktsperren sind nur ein Teil der Maßnahmen gegen das neuartige Coronavirus. Es sind die effektivsten und zugleich schmerzhaftesten - denn der Mensch ist von Natur aus ein geselliges Wesen. Besonders schmerzhaft sind sie für ältere Menschen, die oft eh schon seltener Besuch haben. Umso mehr freuen sie sich, wenn ihre Kinder und Enkelkinder zu Besuch zu kommen.

Doch in Corona-Zeiten stellt ein solcher Besuch ein großes Risiko dar. Wann können die Enkelkinder Oma und Opa wahrscheinlich wieder risikofrei sehen? Dr. Georg-Christian Zinn glaubt, dass dies beim Fahrplan zurück ins normale Leben wahrscheinlich erst am Ende wieder der Fall sein kann. Im Zweifelsfall wird es sogar erst wieder 2021 möglich sein.

Corona-Bluttests könnten eine Abkürzung sein

Hoffnung geben hier allerdings Bluttests. Die könnten schon früher dafür sorgen, dass die Eltern und Großeltern wieder ohne Angst vor Ansteckung besucht werden dürfen. "Wir versuchen zu schauen: Wer hat's denn schon gehabt?", erklärt uns Dr. Georg-Christian Zinn. "Also wenn die Enkelin die Erkrankung gehabt hat und ich kann das mit einem Bluttest nachweisen - dazu gibt es auch bereits die ersten Forschungsergebnisse aus China oder den USA - dann könnte man die Oma auch wieder besuchen", sagt der Experte. "Aber die Oma einfach zum Grillfest einladen oder durch den Kurpark schieben, da müssen wir vorsichtig sein und nachdenken!" 

Bluttest zeigt, ob Corona-Immunität besteht

Und könnten diese Tests dann auch flächendeckend angeboten werden? "Genau das", sagt der Direktor des Hygienezentrum Bioscientia, "das ist eine zweite Möglichkeit, denn momentan können wir ja nur den Rachenabstrich machen, um zu schauen, ob die Viren vorhanden sind. Mit dem Bluttest, ähnlich wie bei Leberentzündungen oder bei HIV, können wir tatsächlich sagen: Hat der Patient eine Corona-Infektion oder hat er sie durchgemacht und ist er immun?" Hier werde, so der Experte, mit Hochdruck geforscht. Denn es ist eine weitere Möglichkeit, mit der Infektion umzugehen, neben Impfung oder Medikamenten.

Coronavirus-Test könnte vom Hausarzt veranlasst werden

Wie würde ein solcher Bluttest denn vonstatten gehen - gehe ich einfach zum Hausarzt und lasse mich testen? "Ja! Es handelt sich um eine einfache Blutentnahme, und man schaut, ob sich Antikörper gebildet haben. Das kann sogar soweit gehen, dass man sogenannte Immunglobuline aus dem Blut gewinnt und diese dann akkut Infizierten verabreicht", sagt uns der Experte. Und wann ist es soweit? "Das wird sicherlich noch Wochen bis Monate dauern, aber es gibt schon sehr gute Studien dazu."

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