Pandemie hält die Welt in Atem

Chronologie Coronavirus - Alle Meldungen vom 27. April

28. April 2020 - 0:23 Uhr

Im Video: Start der Maskenpflicht in Deutschland

In allen Bundesländern gilt nun die sogenannte Maskenpflicht - hauptsächlich im Nahverkehr und im Einzelhandel. Die genauen Regeln und wo Bußgelder bei Missachtung drohen können, erfahren Sie mehr darüber im Video. In unserem Live-Ticker erhalten Sie alle wichtigen Infos und aktuellen Entwicklungen.

Hier finden Sie eine Übersicht der geänderten Maßnahmen der Bundesländer und hier alles von A bis Z, was Sie über das Coronavirus wissen müssen.​

TVNOW-Doku: Was wir aus der Krise lernen

Welche Lehren können wir aus der bisher größten Krise der Nachkriegszeit ziehen? Wir haben mit Experten gesprochen. War der Staat zu inkonsequent? Wurden die Schulen zu schnell geschlossen? Was tun gegen den Hamsterchaos? Und was ist der tatsächliche Grund, dass tausende Urlauber auf der ganzen Welt gestrandet sind? Sehen Sie hierzu die TVNOW-Doku: "Was wir aus der Krise lernen".

+++ LIVE-TICKER +++

23:55 Uhr - Schülerin aus Rheinland-Pfalz klagt gegen Schulpflicht

Eine Schülerin in Rheinland-Pfalz hat wegen der Corona-Pandemie gegen die Schulpflicht für Viertklässler ab der kommenden Woche geklagt. "Es gibt einen Antrag, der heute eingegangen ist zum Verwaltungsgericht", bestätigte die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) dem SWR am Montagabend. Darin wende sich eine Schülerin gegen die Pflicht, am kommenden Montag in die Schule zu gehen. Hubig hofft nach eigenen Angaben aber, dass die Klage keinen Erfolg hat. Die Regelungen in Rheinland-Pfalz seien anders als in Hessen, sagte die Ministerin weiter.

In Hessen hatte ein Verwaltungsgerichtshof am vergangenen Freitag die Schulpflicht für Viertklässler in der Corona-Pandemie vorläufig außer Kraft gesetzt.

23:35 Uhr - 40 Corona-Fälle in Bonner Flüchtlingsunterkunft

In einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge des Landes NRW in Bonn sind 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Diese Zahl der bestätigten Corona-Fälle teilte die Bezirksregierung Köln am Montagabend mit. Bei den übrigen der insgesamt 271 Bewohner seien die Tests negativ ausgefallen. Die Flüchtlingsunterkunft steht seit dem ersten bestätigten Corona-Fall am vergangenen Dienstag unter Quarantäne. In Abstimmung mit dem Gesundheitsamt und dem Roten Kreuz sei eine Reihe von Maßnahmen getroffen worden, die die weitere Verbreitung des Coronavirus stoppen soll. Außerdem seien der Sicherheitsdienst verstärkt sowie weitere Schutzkleidung beschafft worden. Spielzeug für die Kinder werde auf den Zimmern ausgegeben. Darüber hinaus solle der Zugang zu elektronischen Medien wie Spielen und Musik ausgebaut werden.

22:40 Uhr – 151 Ärzte in Italien an Covid-19 gestorben

Die traurige Liste wird immer länger: In Italien sind bereits 151 Ärzte nach einer Infektion mit dem Coronavirus gestorben. Der Mediziner-Verband FNOMCeO gab die Zahlen am Montag bekannt. Seit dem 11. März führt die Organisation die Namen der verstorbenen Ärzte auf ihrer Homepage auf. Insgesamt liege der Anteil von Beschäftigten aus dem medizinischen Sektor, etwa Krankenhäusern, Praxen und Laboren, an den Infizierten mit Sars-CoV-2 bei acht bis zehn Prozent der Gesamtzahl, hieß es von Experten.

In Italien wächst unterdessen die Zahl der Todesfälle schneller an. Am Montag registrieren die Behörden 333 tödliche Covid-19-Verläufe im Vergleich zu 260 am Vortag. Bislang sind 26.977 Menschen daran verstorben. Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten liegt bei 199.414.

22:31 Uhr – Bericht: Mindestens 28 Infizierte in Berliner Seniorenheim

In einem Heim für betreutes Wohnen im Berliner Stadtteil Lichtenberg sollen sich mindestens 28 Bewohner mit dem Coronavirus angesteckt haben, schreibt die "B.Z.". Mehrere Bewohner sollen sich in einem kritischen Zustand befinden. Die Senioren sollen nun zur Beobachtung in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden. Wie das Virus in das Heim gelangt ist, sei noch unklar.

22:25 Uhr - Boeing-Chef: Corona-Krise wird Luftfahrt jahrelang belasten

Der US-Flugzeugbauer Boeing geht davon aus, dass die internationale Luftfahrtindustrie sich nur sehr langsam von der Corona-Krise erholen wird. "Wir erwarten, dass es zwei bis drei Jahre dauern wird, bis das Reiseaufkommen wieder das Niveau von 2019 erreicht", warnte Boeing-Chef Dave Calhoun die Aktionäre am Montag bei der jährlichen Hauptversammlung des Konzerns. Wegen der Pandemie konnte die Veranstaltung diesmal nur im Internet stattfinden. Die Krise sei "anders als alles, was wir jemals erlebt haben" und es sei "schwer einzuschätzen, wann sich die Situation stabilisieren wird". Zu Maßnahmen wie Produktionskürzungen und Stellenabbau, mit denen Boeing auf die Krise reagieren könnte, äußerte sich der Boeing-Chef zwei Tage vor dem Quartalsbericht nicht konkret.

22:18 Uhr - 68.850 Euro für Angehörige gestorbener Pflegekräfte in Großbritannien

Die britische Regierung zahlt den Angehörigen von Pflegepersonal oder Krankenhausmitarbeitern, die sich mit dem Coronavirus angesteckt haben und daran gestorben sind, 60.000 Pfund (68.850 Euro). Das kündigt Gesundheitsminister Matt Hancock an.

21:50 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land Infizierte Tote
Weltweit 3.017.806 209.661
USA 979.077 55.563
Spanien 229.422 23.521
Italien 199.414 26.977
Frankreich 162.220 23.327
Großbritannien 158.347 21.157
Deutschland  158.213 6.021
Türkei 112.261 2.900

Die Zahl der nachweislich mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt auch in Deutschland weiter an. Laut John Hopkins Universität haben sich hierzulande 158.213 Menschen infiziert. 6.021 starben in Folge einer Covid-19-Erkrankung. Das Robert-Koch-Institut schätzt die sogenannte Reproduktionsrate derzeit auf einen Wert von 1,0. Das bedeutet, dass statistisch ein Infizierter einen weiteren Menschen ansteckt.

21:09 Uhr - RKI meldet Anstieg der Ansteckungsrate auf 1,0 Prozent

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet eine leicht gestiegene Ansteckungsrate von 1,0 Prozent. Das bedeutet, dass statistisch ein Infizierter einen weiteren Menschen ansteckt. Das RKI und auch Kanzlerin Angela Merkel haben wiederholt betont, der Wert müsse dauerhaft unter eins liegen, damit die Epidemie eingedämmt wird.

20:55 Uhr - Lockerungen für „Corona-Insel“

In Estland hat die Regierung die Schutzmaßnahmen auf den unter Quarantäne gestellten Ostsee-Inseln Saaremaa und Muhu gelockert. Nach knapp vier Wochen wird die Ausgangssperre für die Inselbewohner ab morgen aufgehoben. Auch Geschäfte und Märkte dürfen ähnlich wie auf dem Festland geöffnet haben, teilte die Staatskanzlei in Tallinn mit.  Estland verzeichnete bislang 1.647 bestätigte Coronavirus-Infektionen und 50 Todesfälle. Am stärksten betroffen sind die größte Insel Saaremaa und die vorgelagerte Insel Muhu. Knapp ein Drittel aller Fälle wurden in dem zusammengehörenden Landkreis mit gut 30 000 Einwohner festgestellt. Gerechnet auf die Einwohner verzeichnet Saaremaa mit einem Wert von 163,4 landesweit die meisten Infektionen in dem Estland und wurde deshalb bereits "Corona-Insel" genannt.

20:05 Uhr - Wieder mehr Todesfälle in Frankreich

Frankreich registriert mit 437 Todesfällen den stärksten Anstieg seit vier Tagen. Die entspricht einer Zunahme von 1,9 Prozent. Insgesamt sind 23.293 Menschen an Covid-19 gestorben. Vor zehn Tagen lag die Zunahme bei den Todesfällen noch bei zehn Prozent.

19:55 Uhr - New York sagt Vorwahlen ab

Der US-Bundesstaat New York hat die Vorwahlen wegen unkalkulierbarer Risiken durch die Pandemie abgesagt. Nachdem bei den oppositionellen Demokraten Joe Biden als Herausforderer von US-Präsident Donald Trump feststeht, sei es "frivol", zur Stimmabgabe aufzurufen, obwohl es keinen Wettbewerb zwischen Konkurrenten gebe, erklärt der Vertreter der Demokraten im New Yorker Wahlausschuss, Douglas Kellner. New York ist einer der Brennpunkte der Seuche in den USA.

19:28 Uhr - Beiträge für Kinderbetreuung in NRW weiter ausgesetzt

Zur Entlastung von Eltern in der Corona-Krise werden die Beiträge für die Kindertagesbetreuung und Offene Ganztagsschule in Nordrhein-Westfalen auch für Mai ausgesetzt. Das Land und die Kommunen verzichteten wie bereits im April auch im Monat Mai erneut landesweit auf die Erhebung der entsprechenden Elternbeiträge, gab die Landesregierung am Montagabend bekannt. Damit müssten die Eltern, unabhängig von der Wahrnehmung eines Betreuungsangebots, auch für den Mai keine Elternbeiträge aufbringen.

19:15 Uhr - Corona auf Krebsstation - Ermittlungen gegen UKE

Nach Informationen des NDR ermittelt die Hamburger Staatsanwaltschaft gegen Verantwortliche des Universitätsklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) sowie gegen eine Reinigungskraft. Es geht um fahrlässige Körperverletzung und versuchten Mord. Von der Krebsstation des Krankenhauses waren Mitte April rund 40 Covid-19-Fälle gemeldet worden. Die Leiterin der Pressestelle, Oberstaatsanwältin Nana Frombach, bestätigte dem Sender die Ermittlungen. "An die rechtliche Bewertung der Anzeigenerstatter sei man dabei nicht gebunden.", wird Frombach zitiert. Das bedeutet, dass die Ermittlungen auch einen anderen Tatbestand ergeben können.

Zwei Krebspatienten sind inzwischen an dem Coronavirus verstorben. Ein 80-jähriger Patient hatte an Blutkrebs gelitten, eine 59-jährige Patientin an einer Knochenmarkserkrankung. Beide Patienten seien "in der Endphase ihrer Krebserkrankung unter der Covid-19-Infektion verstorben", sagte ein Krankenhaussprecher.

18:32 Uhr - Weltweit mehr als drei Millionen Infizierte

Weltweit hat die Zahl der Coronavirus-Fälle den aktuellen Zahlen der Johns Hopkins Universität zufolge die Schwelle von drei Millionen überschritten. Knapp eine Million entfällt demnach auf die USA. Insgesamt sind 205.000 Menschen dem Virus erlegen. 43 Prozent der Erkrankungen wurden in Europa registriert, auf die USA entfällt rund ein Viertel.

18:30 Uhr - Fast 1.000 Crew-Mitglieder von US-Flugzeugträger infiziert

Fast 1000 Crew-Mitglieder des US-Flugzeugträgers «USS Theodore Roosevelt» sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Von insgesamt 969 Infizierten seien 14 bereits wieder genesen, erklärte die US-Marine am Montag. Wegen der Ausbreitung des Virus liegt der nukleargetriebene und hochgerüstete Flugzeugträger vor der Pazifikinsel Guam und wurde inzwischen weitgehend evakuiert. Mehr als 4.200 der rund 5.000 Besatzungsmitglieder haben das Schiff verlassen.

18:07 Uhr - Wesseling führt Maskenpflicht an Schulen ein

Die Stadt Wesseling führt als eine der ersten Kommunen in Nordrhein-Westfalen an ihren Schulen zum Schutz vor dem Coronavirus eine Maskenpflicht ein. Von Dienstag an sollen Schüler und Lehrer der drei weiterführenden Schulen Schutzmasken tragen, sagte Stadtsprecherin Andrea Kanonenberg am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Nur, wer aus gesundheitlichen Gründen keine Schutzmaske tragen kann, wird von der Regelung befreit. Verpflichtend sind die Masken in den Fluren und auf dem Schulhof, allerdings nicht im Unterricht. "Da regelt das die Sitzordnung und die Verkleinerung der Lerngruppen", sagte Kanonenberg.

17:53 Uhr - China : Kinder mit "Ein-Meter-Hüten" zurück in der Schule

Chinesischer Kinder mit "Ein-Meter-Hüten" in der Schule
Die Kopfbedeckungen seien historischen Vorbildern aus der Song-Dynastie (960-1279) nachempfunden.
© Surging News

Um Kindern bei der Wahrung sozialer Distanz zu helfen, hat sich eine Grundschule im ostchinesischen Hangzhou etwas Besonderes einfallen lassen: Am ersten Unterrichtstag nach einer 99-tägigen Corona-Zwangspause trugen Schüler der Yangzheng-Grundschule selbstgebastelte "Ein-Meter-Hüte" mit langen, flügelähnlichen Abstandshaltern, wie chinesische Medien berichteten. Die kunterbunten Hüte haben die Schüler demnach mit unterschiedlichen Materialien vor der Wiederaufnahme des Unterrichts zu Hause mit ihren Eltern gebastelt. Sie sollen den Kindern dabei helfen, soziale Distanz zu wahren und so das Infektionsrisiko zu minimieren

17:33 Uhr - Wochenendarbeit trotzt Corona

Viele Arbeitnehmer können in der Corona-Zeit nicht auf Präsenzarbeitszeiten verzichten. Damit gar nicht erst zu viele Personen auf einmal am Arbeitsplatz erscheinen und wichtige Sicherheitsvorkehrungen womöglich nicht eingehalten werden, schlägt Dieter Spath, der Präsident der Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, nun die Wochendarbeit vor. Hier lesen Sie mehr zum Thema.

17:14 Uhr - Erster Online-Parteitag bei der CSU

Am 22. Mai wird die CSU wegen der Corona-Krise erstmals in der Geschichte einen Parteitag nur im Internet durchführen. Dies hat der Parteivorstand am Montag in München beschlossen - ebenfalls in einer Sitzung, die ausschließlich im Netz stattfand. Generalsekretär Markus Blume sagte, neben einer Rede von Parteichef Markus Söder sei auch geplant, dass Österreichs Kanzler Sebastian Kurz zugeschaltet werde.

16:55 Uhr - Küchenhersteller Poggenpohl stellt Insolvenzantrag

Der Küchenhersteller Poggenpohl Möbelwerke GmbH hat angesichts erheblicher Auftrags- und Umsatzrückgänge seit Ausbruch der Corona-Pandemie Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Ein Sprecher des Bielefelder Amtsgerichts bestätigte am Montag den Insolvenzantrag. Der Küchenhersteller selbst betonte, die durch die Krise entstandenen Liquiditätsengpässe hätten "trotz kurzfristig ergriffener Maßnahmen wie Kurzarbeit und Anpassung der Produktionskapazitäten nicht mehr kompensiert werden" können.

16:30 Uhr - Neue Corona-Fälle nach illegaler Grillparty in Nordfriesland

Nach einer Grillparty im Kreis Nordfriesland haben sich mehrere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Drei der sieben Gäste wurden bereits positiv getestet, wie die Kreispressestelle in Husum am Montag auf Anfrage mitteilte. Die Ergebnisse der anderen stünden noch aus. "Erst in den nächsten zwei Wochen wird sich herausstellen, wie groß der Schaden ist, den die sieben Personen mit ihrem Grillabend angerichtet haben", sagte die Leiterin des Kreisgesundheitsamts Nordfriesland, Antje Petersen. Das Grillfest fand den Angaben zufolge am 19. April in einem Garten im südlichen Nordfriesland statt, den genauen Ort nannten die Behörden nicht.

15:45 Uhr - Sommer-Urlaub 2020: Zuerst Lockerungen bei Ferienhäusern

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hält Inlandsreisen im Sommer für möglich. In einem ersten Schritt werde es vermutlich Lockerungen für Ferienwohnungen und Ferienhäuser geben, Hotels dann erst später, sagt Thomas Bareiß. Handtuch an Handtuch gehe es an den Stränden aber nicht. Standards für die Branche müssten jetzt definiert werden. Europareisen könnten erst danach folgen, Fernreisen noch später.

15:35 Uhr - Mehrheit der Deutschen für Coronavirus-Impfpflicht

Die Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge für eine verpflichtende Impfung gegen das neue Coronavirus. 45 Prozent der Befragten wünschen sich auf jeden Fall eine Impfpflicht, sobald es einen Impfstoff gibt. 16 Prozent beantworteten die Frage mit "eher ja". Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Civey-Instituts für das Nachrichtenportal t-online.de hervor. Knapp ein Drittel der repräsentativ ausgewählten Befragten lehnte eine Impfpflicht ab. Der Rest war unentschieden.

Vor allem die ältere Bevölkerung steht der Erhebung zufolge hinter der Impfpflicht. Bei den über 65-Jährigen waren es 77 Prozent. Am skeptischsten zeigten sich die 30- bis 39-Jährigen. Hier waren Befürworter und Gegner etwa gleichauf. Zudem sprachen sich mehr Männer (66 Prozent) als Frauen für eine Impfpflicht aus (57 Prozent).

15:30 Uhr - Aldi Süd setzt auf digitale Zutrittskontrollen

HANDOUT - 20.04.2020, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Eine digitaler Hinweis steht am Eingang einer Filiale des Disdcounters Aldi Süd. Alde Süd stattet rund die Hälfte seiner 1930 Filialen mit einem digitalen System zur Zutrittskontrolle aus. Dies m
Insgesamt will der Discounter die Hälfte seiner 1930 Filialen mit den Sensoren ausstatten.
© dpa, ---, mg gfh

Der Discounter Aldi Süd will in der Corona-Krise mit digitalen Zutrittskontrollen die Zahl der Kunden in seinen Filialen begrenzen. Sensoren an den Ein- und Ausgängen sollen dabei die Kundenzahl im Laden in Echtzeit überwachen. "Das Zugangssystem gewährleistet, dass die Auslastungshöchstgrenzen in unseren Filialen nicht überschritten werden", berichtete Aldi-Manager Malte Kuhn am Montag.

Die Filialmitarbeiter werden dabei automatisch über eine App, per SMS oder Anrufe über die Auslastung informiert. In einzelnen Filialen soll ein Ampelsystem oder eine Bildschirmanzeige getestet werden, die die Kunden über die Auslastung der Filiale informiert und so den Zugang steuert.

15:00 Uhr - Verteidigungsministerium entschuldigt sich für Chaos

Da empfängt Annegret Kramp-Karrenbauer in Gefolge einer Bundeswehr-Entourage eine XXL-Lieferung von Schutzmasken aus China, trägt selber bei dem Termin aber keinen Mundschutz - diese Bilder haben uns heute überrascht. Und jetzt folgt auch die Entschuldigung via Twitter. Ja, Frau Kramp-Karrenbauer - beim nächsten Mal halten auch wir Reporter Abstand.

14:30 Uhr - Virologe Drosten bekommt Morddrohungen

Christian Drosten, Chef-Virologe der Berliner Charité, bekommt Morddrohungen. In einem Interview mit der englischen Zeitung 'Guardian' sagte Drosten nun:  "Für viele bin ich der Böse, der die Wirtschaft lähmt."  

Einer der Gründe: Der Virologe ist ein Kritiker der Maßnahmen-Lockerungen, warnt vor einer möglichen zweiten Corona-Welle. Seine Gegner scheinen nicht zimperlich zu sein: "Ich bekomme Morddrohungen, die ich an die Polizei weitergebe", so Drosten m Guardian-Interview. 

14:09 Uhr - Handel fordert Corona-Schecks zur Ankurbelung des Konsums

Der Handel in Deutschland plädiert für die Ausgabe von Corona-Schecks in Höhe von 500 Euro pro Einwohner zur Ankurbelung des Konsums in der Corona-Krise. Der private Konsum sei massiv eingebrochen. Die Verbraucherstimmung befinde sich auf einem Tiefpunkt, warnte der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE) Josef Sanktjohanser am Montag in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es bedürfe deshalb einer "Initialzündung für die private Konsumnachfrage".

Durch die Corona-Schecks könne ein Nachfrageimpuls von bis zu 40 Milliarden Euro erzeugt werden, der durch die Multiplikatoreffekte weiter ansteige. "Damit würde für alle Wirtschaftsbereiche, die essenziell von der privaten Nachfrage abhängen, ein deutlich spürbares Signal für den Neustart gesetzt", warb der HDE-Präsident. Das könne dafür sorgen, dass die deutsche Wirtschaft schnell wieder Fahrt aufnehme.

13:32 Uhr – Spanien beginnt mit Anti-Körper-Studie

Mithilfe eines Antikörper-Test will Spanien das gesamte Ausmaß des Corona-Ausbruchs im Land einschätzen. In 36.000 Haushalten sollen rund 90.000 Menschen getestet werden. Die Testreihe hat an diesem Montag begonnen und wird sich über mehrere Wochen hinziehen. Alle Teilnehmer werden zwei verschiedenen Tests unterzogen, die insgesamt drei Mal im Abstand von drei Wochen durchgeführt werden.

Freiwillige Teilnehmer aus dem ganzen Land können mitmachen. Die Gesundheitsbehörden hoffen, mit der Analyse auch Informationen über die Übertragung des Virus in Privathaushalten nach sechswöchiger Ausgehsperre zu erhalten.

13:15 Uhr – Seibert: „Bund und Länder werden erst am 6. Mai konkrete weitere Beschlüsse fassen können.“

Regierungssprecher Steffen Seibert hat während der Bundespressekonferenz klar gemacht, dass konkrete Beschlüsse zu weiteren Lockerungen in der Corona-Krise noch etwas andauern werden. Wenn die Bundeskanzlerin am Donnerstag wieder mit den Ländern spräche, würden zwar Grundlagen gelegt, aber für Beschlüsse sei es dann noch zu früh. "Wir stehen gerade erst am Anfang nach der ersten Lockerungswelle. Was das in Bezug auf die Infektionszahlen aussagt, können wir frühestens in 14 Tagen sehen.", so Seibert am Montag. Deswegen werde es vermutlich erst am 6. Mai neue Beschlüsse geben.

Dennoch arbeitet die Bundesregierung in Zusammenarbeit mit den Ländern unter anderem daran, religiöse Veranstaltungen wie Gottesdienste wieder möglich zu machen. "Die Religionsausübung ist in unserem Staat per Grundgesetz garantiert. Deswegen wird über dieses Thema besonders intensiv nachgedacht.", begründete Seibert die Dringlichkeit der Entscheidung.

12:50 Uhr – Verwaltungsgericht in Bayern: Verkaufsverbot für große Geschäfte verfassungswidrig

Bayerns höchstes Verwaltungsgericht hat das von der Staatsregierung in der Corona-Krise verhängte Verkaufsverbot für große Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern für verfassungswidrig erklärt. Die Richter sehen dies wegen der Ungleichbehandlung mit kleineren Läden als Verstoß gegen das Grundgesetz. Das teilte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) am Montag mit. Das Gericht setzte die Vorschrift aber nicht außer Kraft.

12:42 Uhr – Söder: „Leben ohne Corona wird es erstmal nicht geben.“

Trotz der Corona-Lockerungen in Bayern und bundesweit mahnte Markus Söder am Montag nach der Tagung des CSU-Parteivorstands, dass weiterhin Vorsicht geboten sei. Mit Corona könne man keinen Kompromiss schließen, deswegen müsse man das Leben vorerst mit Corona planen. Er betonte, dass die Maßnahmen in Bayern richtig gewesen seien. "Die Situation hat sich auf einem guten Level eingepegelt." Trotzdem müsse man das Szenario eines Rückfalls ernst nehmen und den medizinischen Rat von Virologen annehmen. In Bayern arbeite man nun daran, langsam und vorsichtig in einen Schul- und Kitaalltag zurück zu kehren oder Möglichkeiten zu finden, um alten Menschen in ihrer Einsamkeit zu helfen. "Für uns steht die Familie, Kinder, Eltern, Großeltern, in dieser Woche im Mittelpunkt unserer Beratungen."

12:33 Uhr – Verein fordert kostenlose Masken für Bedürftige

Die Hilfsorganisation Armut und Gesundheit aus Mainz fordert kostenlose Schutzmasken für bedürftige Menschen. Wer soziale Leistungen wie beispielsweise Arbeitslosengeld II beziehe, habe "überhaupt kein Budget für Masken", kritisierte der Vereinsvorsitzende Gerhardt Trabert am Montag. Da vor allem betroffene Personengruppen häufig auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen seien, sei die Maskenbeschaffung ein großes Problem. "Die Corona-Pandemie macht die Menschen nicht gleich, sondern verdeutlicht soziale Unterschiede wie unter einem Brennglas.", so Trabert. Er fordere die Kommunen auf, schnellstmöglich kostenlose Masken zu verteilen.

12:05 Uhr - Erst- bis Viertklässler kehren in Norwegen in Schulen zurück

In Norwegen sind Schüler bis zur vierten Klasse wieder im Unterricht zurück. Nach eineinhalb Monaten wurden in dem skandinavischen Land die Bildungseinrichtungen für jüngere Kinder am Montag wieder geöffnet. Betroffen sind nach Angaben des Rundfunksenders NRK insgesamt 250 000 Kinder. Nun gelten Abstandsregeln. Vielerorts wurden Schüler in kleinere Klassengruppen eingeteilt. Kinder, die einer Risikogruppe angehören, sollen weiter aus der Ferne unterrichtet werden. Kindergärten sind in Norwegen bereits seit einer Woche wieder offen, nachdem sie ebenso wie die Schulen seit dem 12. März geschlossen waren.

11:40 Uhr - Corona-Stimmung der Deutschen bleibt unerschütterlich gut

 Seit Montag, 20. April 2020 dürfen in Leipzig bzw. ganz Sachsen wieder Geschäfte bis zu einer Größe von 800 Quadratmetern öffnen. Das Abstandsgebot ist hierbei oberstes Kriterium. Die Menschen stehen Schlange vor den Geschäften und halten Abstand zu
Sonne und Shopping sorgen für gute Stimmung.
© imago images/Christian Grube, ArcheoPix via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Unsere Stimmung lassen wir uns von der Corona-Krise nicht verderben. Laut dem Corona-Stimmungsbarometer des IMWF (Institut für Management- und Wirtschaftsforschung) ist die Stimmung hierzulande in der Corona-Krise positiv. Es gab zwar in der vergangenen Wochen vermehrt negative Stimmen in der Diskussion über die Exit-Strategie. Gleichzeitig öffneten jedoch die Geschäfte, und weitere Lockerungen stehen bevor. Das hat in Verbindung mit dem guten Wetter erheblich zur guten Stimmung beigetragen. So gab es auch in der letzten Woche 30 Prozent mehr positive Aussagen als negative Aussagen. Insgesamt wurden 2 Millionen Aussagen der Bundesbürger in digitalen Medien zum Thema Corona ausgewertet.

11:30 Uhr - Kanzleramtschef sieht Test-Kapazität bei wöchentlich 818.000

Deutschland hat nach Angaben von Kanzleramtschef Helge Braun derzeit eine Testkapazität von mehr als 800.000 Tests pro Woche. Das geht aus einem Reuters vorliegenden Schreiben Brauns an die Bundestagsabgeordneten der Regierungsfraktionen hervor. "Derzeit könnten bis zu 818.000 Tests pro Woche durchgeführt werden", schreibt Braun. "Die Erhöhung der Testkapazitäten gibt ein detailliertes Bild über den Pandemieverlauf und bildet damit eine Grundlage für die Bewertung von Szenarien der Lockerung bestehender Maßnahmen durch die Bundesregierung."

10:45 Uhr - AKK im Trubel: Bundeswehr bringt Millionen Schutzmasken aus China

Mit mehr als zehn Millionen Schutzmasken aus China ist am Vormittag am Flughafen Leipzig das größte Frachtflugzeugtyp der Welt, eine Antonow 225, gelandet. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) machte sich von der Ankunft des Bundeswehr-Transports aus China selbst ein Bild. Abstand halten? Im Gedränge um AKK teils Fehlanzeige! 

Über die "Luftbrücke" sollen insgesamt etwa 25 Millionen Schutzmasken aus China nach Deutschland geflogen werden. Der Transport ist Teil der Amtshilfe der Bundeswehr in der Corona-Krise. Die FFP2-Schutzmasken sollen nun an die Bundesländer verteilt werden.

10:33 Uhr - Formel 1 plant Saisonstart im Juli in Österreich

Die Formel 1 will ihre wegen der Corona-Pandemie verschobene Saison mit einem Rennen in Österreich am 5. Juli starten. Ziel seien 15 bis 18 Rennen mit einem Saisonfinale im Dezember in Abu Dhabi, teilte die Rennserie am Montag mit.

10:20 Uhr - Söder stellt vorsichtige Lockerungen in Bayern in Aussicht

"Wenn das jetzt in dieser Woche gut funktioniert, dann können wir über weitere Erleichterungen gut nachdenken", sagte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder dem Bayerischen Rundfunk. Dennoch wolle er für Bayern weiter einen vorsichtigen Weg gehen. Die Linie sei: Lieber eine Woche später als die anderen - und auf der sicheren Seite. Ende der Woche werde Bilanz gezogen unter anderem mit Blick auf den Handel und den Nahverkehr. Von dieser Woche an dürfen im Freistaat unter anderem Geschäfte mit bis zu 800 Quadratmetern Verkaufsfläche unter Auflagen wieder öffnen. Allerdings gilt eine strenge Mund-Nasen-Schutz-Pflicht in Läden und im öffentlichen Nahverkehr. In den Schulen beginnt zunächst für Abschlussklassen wieder der Präsenzunterricht. 

​Eine langsame Wiedereröffnung der Gastronomie hält Söder erst ab Ende Mai für denkbar. Das sagte er nach Teilnehmerangaben am Montag in einer Videoschalte des CSU-Parteivorstands.

10:05 Uhr - Bundesverkehrsminister will Maskenpflicht auch in ICE und IC

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer setzt sich für eine Schutzmasken-Pflicht auch im öffentlichen Fernverkehr ein. Das wolle er für die Gespräche der Bundesregierung mit den Ministerpräsidenten in dieser Woche Vorschlagen, sagte der CSU-Politiker am Montag. Es wäre ein Systembruch, wenn die bundesweite Maskenpflicht im Nahverkehr in Fernverkehrszügen nicht gelten würde.

10:00 Uhr - Bill Gates lobt Merkel in der Corona-Krise und kritisiert Trump

Der Microsoft-Gründer und Philanthrop Bill Gates hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Anstrengungen in der Corona-Krise gelobt. Merkel versuche, "eine Führungsfigur und eine klare Stimme" in Deutschland zu sein, sagte Gates der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Zugleich forciere sie globale Anstrengungen mit Ländern wie Frankreich. Ganz anders beurteilte Gates die amerikanische Regierung, der er schwere Versäumnisse im Umgang mit der Corona-Krise vorwarf. "Gerade in den Vereinigten Staaten hatte das Testen nicht die nötige Priorität", bemängelte Gates. Er kritisierte zudem, dass die Regierung von US-Präsident Donald Trump keine klaren Anweisungen bei der Frage der Lockerungen von Einschränkungen im öffentlichen Leben gebe.

09:45 Uhr - Wegen Corona-Verfehlungen: Erste Restaurants in Stockholm geschlossen

Wegen Verstoßes gegen die Abstandsregeln gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind in Stockholm fünf erste Restaurants geschlossen worden. Trotz vorheriger Inspektionen und der Möglichkeit zur Korrektur hätten die Betreiber der Lokale die Vorschriften und Empfehlungen der schwedischen Gesundheitsbehörde zum Kampf gegen die Corona-Verbreitung nicht erfüllt, teilte die Region Stockholm am Sonntagabend mit. Die Schließungen hätten vor allem mit dem Gedränge sowohl im Lokal als auch davor zu tun. Die Lage im Gesundheitswesen sei extrem angespannt, weshalb die Ausbreitung des Coronavirus abgebremst werden müsse.

Vor wenigen Tagen hatten die Stadt Stockholm und Schwedens Innenminister Mikael Damberg Restaurants und Cafés bereits mit der Schließung gedroht, wenn sie nicht für ausreichend Abstand zwischen den Kunden sorgten.

09:30 Uhr - NRW-Schulministerin erteilt Maskenpflicht an Schulen eine Absage

Schüler des Gymnasium Dresden-Klotzsche sitzen während der schriftlichen Abiturprüfung im Fach Physik in einem Klassenzimmer. Nach einer mehrwöchigen Corona-Zwangspause sind die Abschlussklassen wieder an den Schulen für
Abstand ja - Maske nein: NRW-Schulministerin erteilt Maskenpflicht an Schulen eine Absage
© dpa, Sebastian Kahnert, skh gfh

Abstand ja - Maske nein: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat sich gegen eine generelle Maskenpflicht an Schulen ausgesprochen. "Ich habe Vertrauen zu unseren Schülern. Sie haben sich bisher auch schon sehr vernünftig und verantwortungsvoll gezeigt", sagte Gebauer der Düsseldorfer "Rheinischen Post" (Montag). Wo dies nicht der Fall sei, würden die Lehrer eingreifen. "Es spricht nichts dagegen, eine Maske zu tragen, wenn man das möchte, aber eine generelle Maskenpflicht besteht in Schulen derzeit nur, wenn die Abstandsregel nicht eingehalten werden kann", so die Ministerin. 

Gebauer will den Präsenzunterricht bis zu den Sommerferien deutlich ausweiten: "Wir haben den Anspruch, bei strenger Einhaltung des Gesundheitsschutzes zügig weitere Jahrgangsstufen - auch unter dem wichtigen Punkt der Bildungsgerechtigkeit - wieder in die Schulen zu bekommen." Dazu gebe es mehrere Optionen: "Eine Möglichkeit wäre ein tageweise rollierendes Verfahren." Der Ministerin zufolge könnte es in den kommenden Wochen einen Mix zwischen Präsenzunterricht und Lernen auf Distanz geben.

09:15 Uhr - Sachsen zufrieden mit Wiederaufnahme des Schulbetriebs

Die Kultusminister der Bundesländer beraten an diesem Montag über die weitere Öffnung von Schulen in der Corona-Krise. Sachsens Kultusminister Christian Piwarz kann derweil schon ein erstes positives Fazit der teilweisen Wiederaufnahme ziehen. "Ich bin sehr, sehr zufrieden, wie die erste Woche hier in Sachsen gelaufen ist", sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Bei den Abitur-Aufgaben habe sich gegenüber den Vorjahren an den Anforderungen nichts geändert. Es handele sich deshalb nicht um ein "Not-Abi".

09:05 Uhr - EU-Kommission genehmigt Staatshilfen für Condor in Corona-Krise

ARCHIV - 23.09.2019, Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf: Ein Flugzeug der Fluggesellschaft Condor rollt am Düsseldorfer Flughafen zu seiner Parkposition. (Zu dpa «Kreise: Neue Staatshilfen für Condor geplant») Foto: Roland Weihrauch/dpa +++ dpa-Bildfunk
Mit 550 Millionen Euro soll Condor unter die Flügel gegriffen werden.
© dpa, Roland Weihrauch, rwe gfh wst

Der angeschlagene Ferienflieger Condor bekommt neue Staatshilfen. Die EU-Kommission erteilte angesichts der Coronavirus-Pandemie am Montag die Genehmigung für ein Kreditprogramm der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 550 Millionen Euro.

09:00 Uhr - Premierminister Boris Johnson nach Erkrankung wieder am Ruder

Der britische Premierminister Boris Johnson hat nach Angaben des Gesundheitsministeriums wieder die Regierungsgeschäfte übernommen. Johnson werde noch am Montagmorgen von führenden Ministern und Beratern auf den neusten Stand gebracht, sagt Gesundheitsstaatsekretär Edward Argar im Fernsehen. Der Premierminister sei vollständig von seiner Covid-19-Erkrankung genesen.

08:10 Uhr – Blanke Bedenken: Hausärzte ziehen blank

#BlankeBedenken: Hausärzte zeigen sich bei dieser Aktion nackt in ihren Praxen.
#BlankeBedenken: Hausärzte zeigen sich bei dieser Aktion nackt in ihren Praxen.
© BlankeBedenken.org

Viele Hausärzte und Praxen fühlen sich in der Corona-Krise im Stich gelassen und vor allem nicht ausreichend geschützt. "Wenn uns das Wenige, was wir haben, ausgeht, dann sehen wir so aus" – mit der gemeinsamen Aktion #BlankeBedenken machen die Mediziner jetzt auf den Mangel an Schutzausrüstung aufmerksam. Auf Fotos zeigen sie sich hüllen- beziehungsweise schutzlos in ihren Praxen. "Um sicher behandeln zu können, brauchen wir und unser Team Schutzausrüstung", so die eindringliche Forderung.

07:50 Uhr – Corona-Krise macht uns zu Bewegungsmuffel

04.04.2020, Baden-Württemberg, Freiburg: Maja liegt in einer roten Hängematte und liest ein Buch. Foto: Patrick Seeger/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Moppelig aus der Krise? Der Bewegungsdrang der Deutschen lässt nach.
© dpa, Patrick Seeger, pse

Drinbleiben, Kontakte beschränken, Homeoffice - die Maßnahmen gegen eine allzu schnelle Corona-Ausbreitung hinterlassen in der Bevölkerung bereits deutliche Spuren. 38 Prozent der Erwachsenen in Deutschland bewegen sich deswegen weniger, 19 Prozent haben infolge ihrer veränderten Gewohnheiten schon an Gewicht zugelegt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur. Nur 12 Prozent der Befragten sind demnach mehr in Bewegung als zuvor, 8 Prozent haben wegen der Corona-Maßnahmen abgenommen.

Dass mehr als sonst gegessen und genascht wird, etwa weil der Weg zum Kühlschrank im Homeoffice nicht weit ist, spielt zumindest nach Angaben der von YouGov Befragten kaum eine Rolle. Nur 15 Prozent gaben an, ihre Essensmenge sei gestiegen, 11 Prozent gingen sogar davon aus, im Zuge des Corona-Lockdowns insgesamt weniger zu essen. Allerdings ist da womöglich ein bisschen Fehleinschätzung im Spiel: Nach Angaben des internationalen Süßwarenhandelsverbands ist der Verkauf von Süßwaren in der Corona-Krise gestiegen, im März sei ein zweistelliges Plus verzeichnet worden. Insgesamt positiv zu vermerken: Seit Corona gibt es in vielen Familien mehr Zeit für gesunde Mahlzeiten.

07:30 Uhr – Stimmung unter deutschen Exporteuren "im freien Fall"

Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren befindet sich dem Ifo-Institut zufolge "im freien Fall". Die Ifo-Exporterwartungen der Industrie seien im April von minus 19,0 auf minus 50,0 Punkte abgestürzt, teilten die Wirtschaftsforscher am Montag mit. Das sei der niedrigste jemals gemessene Wert. Auch das Ausmaß des Rückgangs sei ohne Beispiel. Die Corona-Pandemie hinterlasse tiefe Spuren auf den Exportmärkten.

06:50 Uhr - Aktuelle Zahlen aus Deutschland und der Welt

Land  Infizierte Tote
Weltweit 2.971.669 206.542
USA 965.910 54.876
Spanien 226.629 23.190
Italien 197.675 26.644
Frankreich 162.220 22.856
Deutschland 157.770 5.976
Großbritannien 154.037 20.732
Türkei 110.130 2.805

Laut Johns Hopkins Universität haben sich inzwischen rund um den Globus fast 3 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. In Deutschland wurden 157.770 Fälle registriert. 5.976 Menschen starben in Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung hierzulande. Die Zahl der Genesenen kletterte bei uns auf 112.000. Weltweit sollen derweil 865.925 Menschen wieder genesen sein.

02:03 Uhr - Svenja Schulze: Krise für den Klimaschutz nutzen

Bundesumweltministerin Svenja Schulze will den Klimaschutz als zentrales Element beim Wiederaufbau der Wirtschaft in der Corona-Krise verankern. "Für uns wichtig ist, dass die kommenden Konjunkturprogramme so gestaltet werden, dass sie Arbeitsplätze, Innovation und Klimaschutz zugleich voranbringen", sagt die SPD-Politikerin den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Aus wichtigen Ländern seien in dieser Hinsicht positive Signale zu sehen, erklärt Schulze. "China zum Beispiel denkt über grüne Konjunkturpakete nach." Weil der Klimawandel auch in Zeiten von Corona weiterexistiere, müsse der Einsatz für Klimaschutz weitergehen, so die Ministerin. Umwelt- und Klimaschutz würden nach der Krise umso mehr gebraucht, als Treiber für Wirtschaft, Innovation und Beschäftigung.

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