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Bei Aachen: Ermittler nehmen mutmaßlichen deutschen IS-Kriegsverbrecher fest

Viermal reiste er nach Syrien aus

Bei Aachen: Ermittler nehmen mutmaßlichen deutschen IS-Kriegsverbrecher fest

ARCHIV - SYMBOLFOTO - Eine Statue der Justitia hält in Bamberg (Bayern) eine Waage in ihrer Hand, aufgenommen am 09.09.2014. Staatsanwaltschaften und Gerichte in Mecklenburg-Vorpommern haben 2016 zur Abgeltung von Schuld Bußgelder in Höhe von gut 1,1
Ein weiterer IS-Kriegsverbrecher wurde nun dem Haftrichter vorgeführt (Symbolbild).
ebe sv fp tba, dpa, David-Wolfgang Ebener

Mindestens vier Mal kämpfte Akram E. für zwei Terrororganisationen in Syrien. Jetzt hat die Generalbundesanwaltschaft den Deutschen festgenommen. Der Vorwurf: Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland.

Bekannt für ihre Brutalität

Akram E. soll zwei Vereinigungen angehört haben, die beide für ihre Brutalität bekannt sind. Zunächst soll er Mitglied der in Syrien agierenden Gruppierung „Kata’ib Ahrar al-Sham“ (Bataillon der Freien Männer Großsyriens) gewesen sein, dann folgte die Mitgliedschaft in der Nachfolgeorganisation „Harakat Ahrar al-Sham al-Islamiya“ (Islamische Bewegung der Freien Männer Großsyriens, kurz: „Ahrar al-Sham“).

Sprengstoffattentate auch gegen Zivilisten

Die Vereinigungen, denen sich Akram E. anschloss, vertreten eine religiös-radikale Anschauung, heißt es in einer Mitteilung des Generalbundesanwalts. Das Ziel der Terroristen sei der Sturz des syrischen Machthabers Basha al-Assad. Danach solle in dem Land ein auf der Scharia gestützter Gottesstaat errichtet werden.

Um dieses Ziel zu erreichen, schrecke die Gruppe nicht vor Sprengstoffattentaten zurück, bei denen Opfer unter Zivilisten bewusst in Kauf genommen werden. In einigen Gebieten beteiligten sich die Gruppen an gezielten Ermordungen unbeteiligter Zivilisten. Nach Schätzungen hätten Ahrar al-Sham zeitweise über 10.000 bis 20.000 Kämpfer verfügt – damit stellten sie 2013 eine der stärksten Organisationen im Zusammenhang mit dem bewaffneten Aufstand gegen das syrische Regime. Die Gruppe arbeitete häufig mit der ausländischen Vereinigung „Jabhat al-Nusra“ (JaN) zusammen.

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Festnahme bei Aachen

Akram E. soll zudem auf einen weiteren Menschen eingewirkt haben, damit dieser sich der Gruppierung ebenfalls anschließe.

Festgenommen wurde der mutmaßliche Terrorist im Raum Aachen, er wird am Dienstag (12. April) dem Ermittlungsrichter beim Bundesgerichtshof vorgeführt. Danach soll über eine Unterbringung in Untersuchungshaft entschieden werden. (eon)