Model Mario Adrion outet sich

Asexualität: Wenn Sex keine Rolle im Leben spielt

5. Juni 2019 - 15:10 Uhr

Emotionen? Jede Menge - aber kein Geschlechtsverkehr

Mario Adrion ist jung, attraktiv und ein erfolgreiches Model. Doch anders, als das Klischee vermuten lassen würde, pflegt er deshalb kein ausschweifendes Sexleben. Im Gegenteil: Daran liegt ihm nichts, denn Mario ist asexuell. Im Video erklärt er, wie schwer es war, seine Karriere und seine Gefühle miteinander in Einklang zu bringen – und was er früher alles tat, um doch "dazuzugehören".

Was bedeutet es, keinen Sex haben zu wollen?

Eine vorübergehende Lustflaute, Sex, der erfüllender sein könnte - das kennen viele. Doch asexuelle Menschen verspüren generell kein Interesse an sexuellen Handlungen. Das bedeutet nicht etwa, dass sie sich grundsätzlich vor Sex ekeln oder dagegen Abneigung empfinden. Sondern einfach nur, dass diese Art von Verlangen in ihrem Leben keine Rolle spielt.

Keine Krankheit oder Funktionsstörung

Rund ein Prozent der Bevölkerung ist asexuell – die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich höher. Viele wissen gar nicht, dass diese Orientierung existiert. Denn eine Störung wie etwa Impotenz ist Asexualität nicht, wie Sexualtherapeutin Katharina Middendorf klarstellt: "Asexualität ist ein ähnliches Phänomen wie Hetero-, Homo- oder Bisexualität. Etwas, für das man sich nicht aktiv entscheidet, sondern was zur eigenen Identität dazugehört."

Sind Berührungen für Asexuelle unangenehm?

Für die meisten asexuellen Personen sind Küsse, Umarmungen und Zärtlichkeiten durchaus erstrebenswert – nur eben auf anderer Ebene. Da asexuelle Menschen alle körperlichen Bedingungen für Sex mitbringen, können sie ihn theoretisch auch haben. Viele "tun" es, obwohl sie selbst kein Interesse daran haben – etwa dem Partner zuliebe oder weil ein Kinderwunsch besteht.

Nicht mit Verzicht zu verwechseln

Manche Menschen verzichten zum Bespiel aus Glaubensgründen komplett auf Sex, etwa im katholischen Zölibat. Die prinzipielle Lust daran ist aber vorhanden. Bei Menschen wie Mario ist das anders. Doch obwohl er die Asexualität als die "Schublade" erkannt hat, in die er noch am ehesten passt, ist ihm nicht wichtig, unter welcher Bezeichnung er sein Leben lebt – solange er gesund und glücklich ist.