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"Angriff auf unsere Kinder"

Psychologin zu Cybergrooming im Netz: "Wir haben alle versagt"

10. März 2021 - 16:04 Uhr

Sexuelle Angriffe auf Kinder im Internet

Was die Zuschauer an diesem TV-Abend zu sehen bekamen, war schockierend: Im RTL-Experiment "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" wurde deutlich, wie leicht Kinder im Internet Opfer von Cybergrooming werden. Psychologin Julia von Weiler vom Verein "Innocence in Danger" glaubt, dass das Thema viel zu lange stiefmütterlich behandelt wurde. "Wir haben alle versagt", klagt die Expertin an. Was ihrer Ansicht nach falsch gelaufen ist, erklärt sie im Webvideo.

Julia von Weiler: Seit Jahren hat sich kaum was getan

Bereits vor zehn Jahren habe ein ähnliches Experiment stattgefunden, erklärt von Weiler. "Wenn man damals nicht nur schockiert gewesen wäre, sondern wirklich hingeschaut hätte, hätte man jetzt schon weiter sein können." Kinder und Jugendliche seien im Netz noch immer einem großen Risiko ausgesetzt. Obwohl das bekannt sei, habe sich seit Jahren "nennenswert nichts verändert", sagt die Psychologin.

Versagen auf mehreren Ebenen

Das Versagen findet nach ihrer Ansicht auf vielen Ebenen statt: bei Eltern und Schulen die nicht hingucken wollten, einer zu zögerlichen Politik und Anbietern im Internet, die sich "immer wieder wahnsinnig bitten lassen müssen". Letztlich hätten aber "wir als Gesellschaft versagt, weil wir alle eingekauft sind von diesen digitalen Medien. Wir finden das alles super", erklärt Julia von Weiler.

RTL-Experiment hat "gesamte Breite der Gesellschaft erreicht"

So gut der Fortschritt sei, berge er auch große Risiken. "Angriff auf unsere Kinder" habe gute Aufklärungsarbeit geleistet. "Weil es die gesamte Breite der Gesellschaft erreicht hat", sagt die Psychologin über das RTL-Experiment.

Von der Politik fordert sie mehr Regulierung im digitalen Raum. Und den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, statt vor dem drohenden Shitstorm zurückzuschrecken.

Festnahme und Ermittlungen nach " Angriff auf unsere Kinder"

In "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" hatten sich drei erwachsene, aber jung aussehende Schauspieler im Internet als Zwölfjährige ausgegeben. Auf verschiedenen Online-Plattformen erhielten sie über 500 übergriffige, sexualisierte Chat-Anfragen – innerhalb von nur drei Tagen. Das RTL-Experiment half dabei, Daten von pädokriminellen Tätern zu sammeln und sie zu identifizieren. Ein Mann sitzt in Untersuchungshaft, gegen weitere wird ermittelt.

In "RTL Spezial: Angriff auf unsere Kinder – die Reaktionen" sprach Julia von Weiler das aus, was vermutlich vielen während der Sendung durch den Kopf ging: Sie nannte einen Täter "Mega-Arschloch".

Was tun gegen Cybergrooming?

Der erfahrene Cyber-Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger geht davon aus, dass jedes Kind im Netz mindestens einmal mit einem Täter konfrontiert wird. Welche Apps und Websites noch als sogenannte Anbahnungsplattformen gelten, worin er eine Chance für Ermittler sieht und was wir tun können, um unsere Kinder vor sexuellen Angriffen zu schützen, erklärt er hier.

"Angriff auf unsere Kinder" bei TV NOW

Das RTL Spezial "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" gibt es bei TVNOW in voller Länge auf Abruf.

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