RTL Spezial: "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können"

Mann (44) bietet vermeintlich 12-Jähriger Geld für Sex: "Ich bringe dir alles bei"

12. Mai 2021 - 15:43 Uhr

Sexuelle Eindeutigkeiten per Telefon

Was die drei Schauspieler beim Experiment des RTL Spezials "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" erleben, ist kaum zu ertragen. Es zeigt aber auch, wie schnell sexualisierte Gewalt in deutschen Kinderzimmern bittere Realität werden kann. Unsere Schauspieler sind alle erwachsen, sehen aber jung aus und geben sich für unser Experiment im Netz als Zwölfjährige aus. Innerhalb von nur drei Tagen erhalten sie zusammen über 500 übergriffige, sexualisierte Kontaktanfragen.

Lockvogel Lea wird von User Jürgen erst mit Chat-Nachrichten, später mit zahlreichen Telefonanrufen massiv bedrängt. Es wurden sogar eindeutige Angebote ausgesprochen. Seine alarmierenden Erzählungen lassen unser Team sofort handeln.

Wie schnell werden Kinder Opfer sexualisierter Angriffe?

Unsere drei Schauspieler sind 20 Jahre alt, sehen aber alle sehr jung aus. Für unser Experiment verwandeln sie sich in Zwölfjährige, die im heimischen Kinderzimmer chatten, Textnachrichten verschicken und telefonieren. Gemeinsam mit dem RTL-Investigativ-Team um Pia Osterhaus wollen sie herausfinden, wie schnell Kinder online zu Opfern sexualisierter Angriffe werden können. Mehr über den Versuch und die erschreckenden Ergebnisse erfahren Sie hier.

Lea wird zunächst von Jürgen angeschrieben. Der Mann, laut eigenen Angaben 44 Jahre alt, bietet dem Mädchen Geld für Sex an. Schnell möchte er mit Lea telefonieren. In zahlreichen Anrufen über zwei Stunden verteilt fordert er das für ihn zwölfjährige Mädchen immer wieder auf, ihm Nacktbilder von sich zu schicken und versucht, sie zu einem Treffen am nächsten Tag zu überreden. Mehr dazu im Video oben.

Jürgen konnte mit den beim Experiment gesammelten Daten identifiziert werden, die Staatsanwaltschaft konnte seine Telefonnummer zurückverfolgen. Gegen ihn wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Wie kann man Kinder vor Cybergrooming schützen?

Laut dem erfahrenen Cyber-Kriminologen Thomas-Gabriel Rüdiger ist anzunehmen, dass jedes Kind im Netz mindestens einmal mit einem Täter in Kontakt gerät. Was wir tun können, um Kinder vor derartigen sexualisierten Angriffen zu schützen, worin er eine Chance für Ermittler sieht und welche Websites und Apps neben "Knuddels" noch als sogenannte Anbahnungsplattformen gelten, erklärt er hier.