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RTL Spezial "Angriff auf unsere Kinder"

Psychologin Julia von Weiler nennt Täter "Riesen-Arschloch"

09. März 2021 - 22:53 Uhr

"Angriff auf unsere Kinder": Psychologin erklärt, warum Täter "Riesen-Arschlöcher" sind

Die Zuschauer haben gemeinsam mit RTL den zweiten Tag in Folge in den tiefsten Abgrund unserer Gesellschaft geschaut. Ältere Männer, die Kinder im Internet ausnutzen, um ihre widerlichen Phantasien zu befriedigen. Im "RTL Spezial: Angriff auf unsere Kinder – die Reaktionen" spricht die Psychologin Julia von Weiler das aus, was vermutlich vielen während der Sendung durch den Kopf gegangen ist: Sie nennt einen Täter "Riesen-Arschloch".

"Den Fehler hat dieses Mega-Arschloch gemacht"

Die 14-jährige Amy erzählt in der RTL-Sondersendung, was ihr mit zwölf Jahren wiederfahren ist: Ein älterer Mann hatte sie in einem Chat angeschrieben, ihr Komplimente gemacht und sie heimtückisch verführt. "Ich fand es schön, dass sich jemand für mich interessiert und mir Komplimente macht", erzählt das Mädchen. Dann sei es immer intimer geworden, der Unbekannte habe Nacktfotos verlangt. Amy schickte sie ihm. "Ich hatte Angst, habe richtig gezittert, ich habe es aber trotzdem gemacht", sagt sie.

Psychologin Julia von Weiler, die sich für den Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch einsetzt, sagt ganz klar: Die Schuld liege nicht bei den Kindern, sondern bei den Täterinnen und Tätern. Diese nutzten ihre Überlegenheit, verstrickten die Opfer, arbeiteten mit Schuldgefühlen und bauten Drohkulissen auf, so von Weiler. Viele Kinder übernähmen dann die Verantwortung dafür und fühlten sich schuldig. Doch "den Fehler hat dieses Mega-Arschloch gemacht", sagt die Psychologin.

Im Video: RTL.de-Talk zu "Angriff auf unsere Kinder - Die Reaktionen" im re-live

 Julia von Weiler: "Wir müssen das aushalten"

Wir als Gesellschaft dürften das nicht so hinnehmen, erklärt von Weiler: Schuldgefühle würden verstärkt, "wenn man den Kindern sagt, hättest du mal nicht". Deshalb müsse man klarmachen, weshalb "Täterinnen und Täter Riesen-Arschlöcher" sind. "Sie gehen ganz strategisch, gezielt gegen Kinder und Jugendliche vor, um sich selber mächtig zu fühlen", sagt sie und ergänzt: "Ich finde, wenn man das so sagt, dann sieht man ganz klar, wo die Verantwortung hingehört, nämlich zur Täterin oder zum Täter."

Von Weiler appelliert an die Zuschauerinnen und Zuschauer aufmerksamer zu sein und solche Sendungen auszuhalten. "Wir müssen das aushalten, weil wenn wir das nicht aushalten, dann stärken wir die Täter und schwächen die betroffenen Mädchen und Jungen", sagt die Psychologin am Dienstagabend.

Hunderte übergriffige Kontaktanfragen

"Angriff auf unsere Kinder"
Drei erwachsene Schauspieler (alle 20) gaben sich als Zwölfjährige aus und wurden von Männern teils massiv bedrängt.
© RTL

Im RTL-Experiment gaben sich die drei Lockvögel Hanna, Paul und Lea (alle 20) als Zwölfjährige aus. Sie wurden von Männern kontaktiert und teils massiv bedrängt – auf verschiedenen Online-Plattformen, darunter auch Knuddels. Insgesamt bekamen die drei Schauspieler über 500 übergriffige, sexualisierte Kontaktanfragen innerhalb von drei Tagen.

"Angriff auf unsere Kinder" bei TV NOW

Das RTL Spezial "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" gibt es bei TVNOW in voller Länge auf Abruf.

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