RTL Spezial: "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können"

Chat-Frage an vermeintlich 12-Jährige: „Hallo, hast du einen Busen?“

08. März 2021 - 20:49 Uhr

Sexueller Angriff statt harmlosem Chat auf „Knuddels“

Das Experiment des RTL Spezials "Angriff auf unsere Kinder und was WIR dagegen machen können" ist schwer mitanzusehen – deckt aber auf, was uns alle angeht: Drei erwachsene, aber jung aussehende Schauspieler geben sich online als Zwölfjährige aus und erhalten innerhalb von nur drei Tagen insgesamt über 500 übergriffige, sexualisierte Kontaktanfragen. Vor allem auf der Plattform "Knuddels" scheint es für Täter ein Leichtes zu sein, sich Kindern zu nähern. Lockvogel Hanna bekommt eine Nachricht von User Heiko – und was er ihr Alarmierendes ankündigt, veranlasst unser Team, sofort zu handeln. Mehr darüber erfahren Sie im Video.

"Knuddels": Einfallstor für Cybergroomer

Unsere drei Schauspieler sind alle 20 Jahre alt, aber sehen für ihr Alter sehr jung aus. Im RTL-Experiment stellen sie sich den Schattenseiten des Internets, um gemeinsam mit dem Investigativ-Team herauszufinden: Wie schnell werden Kinder online Opfer sexueller Angriffe? Mehr über den Versuch und die erschreckenden Ergebnisse erfahren Sie hier.

Dass auf der Plattform "Knuddels" Sexualstraftäter leichtes Spiel haben, ist keine Neuigkeit: Sie gilt als Einfallstor für sogenannte Cybergroomer, also Erwachsene, die sich Kindern online auf sexuelle Weise nähern.

Zwar nutzt der Chat-Dienst diverse technische Möglichkeiten, um Gespräche zwischen Erwachsenen und Kindern zu überwachen, etwa einen Wortfilter. Über einen Kontaktfilter können Nutzer entscheiden, mit wem sie kommunizieren möchten. Allerdings ist die Registrierung vergleichsweise einfach und zunächst anonym möglich – beziehungsweise unter Angabe falscher Merkmale (z.B. Alter). Eine Telefonnummer muss nicht hinterlegt werden. Und letztlich können sich Nutzer auch mehrfach und mit immer neuen Nicknamen anmelden.

Was tun gegen Cybergrooming?

Der erfahrene Cyber-Kriminologe Thomas-Gabriel Rüdiger geht davon aus, dass jedes Kind im Netz mindestens einmal mit einem Täter konfrontiert wird. Welche Apps und Websites noch als sogenannte Anbahnungsplattformen gelten, worin er eine Chance für Ermittler sieht und was wir tun können, um unsere Kinder vor sexuellen Angriffen zu schützen, erklärt er hier.

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