Tipps vom Heimwerker-Experten

Abfluss verstopft: So läuft es bei Ihrem Rohr wieder

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18. Juli 2019 - 11:20 Uhr

Verstopfte Abflüsse - ein wiederkehrendes Problem

Der Abfluss ist verstopft – das Problem haben wohl die meisten hin und wieder mal. Schuld daran sind in der Regel Seifenreste, Haare, Fette oder andere Biostoffe. Pümpel oder Chemie – was hilft besser? Ein Heimwerker-Experte rät zu etwas viel Einfacherem.

Nicht zu Chemie greifen!

Wenn nichts mehr abläuft, greifen viele zur vermeintlich einfachsten Lösung, nämlich zu Rohrreiniger. Der Fachmann sagt allerdings: bloß nicht! Denn die chemische Giftkeule verätzt nicht nur die Rohre, sondern kann die Verstopfung durch chemische Reaktionen sogar noch verschlimmern. Andere vermeiden Chemie, allein schon sich und der Umwelt zuliebe, und greifen zu einem Pümpel* (der Klassiker besteht aus einer Kombination von Holzstiel und rotem Kunststoffaufsatz zum Pumpen). Leichtere Verstopfungen gehen auch sehr gut mit dem Einsatz einer Saugglocke* weg – aber was tun, wenn das nicht hilft?

Ulrich Opitz ist Heimwerker-Trainer der DIY-Academy in Köln und Sachverständiger für Bau- und Versicherungsschäden. Er erklärt im Interview mit n-tv.de, wie man verstopfte Abflüsse am einfachsten wieder frei macht – mit einem sehr einfachen Hilfsmittel, das jeder zu Hause hat.

Was mache ich, wenn das Abflussrohr verstopft ist?

Ulrich Opitz: Man sollte versuchen, das Ganze wegzuspülen. Man verschließt den Abfluss und zieht möglichst dicke Gummihandschuhe an, sodass man sich nicht verbrüht. Das Waschbecken oder die Spüle wird nun mit heißem Wasser gefüllt und dann zieht man den Stöpsel.

Mit der großen Wassermenge hat man einen höheren Druck, dazu sorgt die Hitze hoffentlich dafür, dass sich im Abfluss vorhandene Stoffe lösen. Denn Seifen und ähnliche andere Sachen, etwa Rasierschaum, enthalten eine gewisse Menge Fett, die durch das heiße Wasser aufweicht.

Es ist übrigens grundsätzlich zu empfehlen, Abflüsse alle vier Wochen mal mit richtig heißem Wasser durchzuspülen. Sie können sonst zwar die Fette mit Spülmitteln und Seifen lösen, aber sobald sie im Abfluss erkalten, wird die Emulsion wieder fest - wie weiches Wachs.

Und wenn spülen mit heißem Wasser nicht ausreicht?

Ulrich Opitz: Dann muss ich schauen, ob ich den Siphon auseinanderschrauben und so reinigen kann. Das ist nur bei offen liegenden Siphons möglich. Bei Badewannen oder Duschen geht das nicht und man sollte auch tunlichst die Finger davon lassen.

Aber auch beim Siphon an Waschtischen sollte man nicht zu weit gehen. Ein normaler Siphon geht senkrecht nach unten, macht dann einen Bogen, in diesem steht Wasser. Dann geht's wieder nach oben und in die Wand.

Meistens kann man das Ganze bis zu dem Punkt, wo das Rohr in die Wand geht, auseinandernehmen. Achtung: Ein Gefäß unterstellen, um das Wasser aufzufangen!

Aber von allem, was sich dahinter befindet, sollte man die Finger lassen - aus einem einfachen Grund. Wenn man dort eine Befestigung oder eine Dichtung beschädigt oder sie verrutscht, sind Wasserschäden möglich.

Was mache ich, wenn ich an die Verstopfung nicht rankomme?

Ulrich Opitz: Der Handwerker muss ran. Bei der Badewanne kann man aber zum einen vorher noch schauen, ob man Haare und andere Rückstände einfach aus dem Sieb fischen kann.

Das zweite, was man auf eigenes Risiko probieren kann, ist das Spülen des Abflusses mit einem relativ festen Wasserstrahl. Dafür schraube ich bei einer Handbrause den Kopf ab und halte den Wasserstrahl direkt auf den Abfluss. Aber: Der Abfluss muss fest montiert sein, sonst produziert man hier eher einen Schaden.

Was sollte ich auf keinen Fall machen?

Ulrich Opitz: Chemische Mittel. Durch die Reaktion kann es in einem Siphon erst recht zu Verklumpungen und Verhärtungen kommen. Die chemische Reaktion und die dabei entstehende Wärme können zu Verätzungen des Kunststoffs oder auch des Metalls führen.

Und ich würde auf Chemie grundsätzlich verzichten, weil die Anwendung für die Person nicht ungefährlich ist und die Stoffe nicht gut für unsere Umwelt sind. Je weniger in den Klärwerken landet, umso besser.

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