Flüchtlinge wollten von Frankreich nach England

31 Tote bei Untergang von Migrantenboot im Ärmelkanal

25. November 2021 - 6:59 Uhr

Bootsunglück im Ärmelkanal: „Größtes Drama, was wir bisher erlebt haben“

31 Menschen sind beim Untergang eines Bootes mit Migranten auf dem Weg nach Großbritannien gestorben. Darunter befanden sich fünf Frauen und ein kleines Mädchen, teilte Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin mit. Zwei weitere Menschen, die sich auf dem Boot befanden, konnten gerettet werden, schwebten aber in Lebensgefahr. Vier Schleuser, die möglicherweise an der gescheiterten Überfahrt beteiligt waren, seien festgenommen worden, sagte er. "Das ist das größte Drama, was wir bisher erlebt haben."

Zwei Gerettete in Calais in Lebensgefahr

©PHOTOPQR/VOIX DU NORD/Marc Demeure ; 24/11/2021 ; Naufrage Calais, le 24 /11/2021. Photo MARC DEMEURE / La Voix Du Nord. - Migrants Feared Dead After Boat Capsizes in English Channel The boat, which was carrying the migrants to Britain, capsized nea
Die Überlebenden und die Opfwr wurden nach Calais gebracht
© picture alliance/dpa/MAXPPP, Marc Demeure

Wie die Maritime Präfektur mitteilte, setzte ein Fischerboot den Notruf ab, dass sich Migranten in Seenot im Ärmelkanal befänden. Mit drei Booten und Hubschraubern aus Frankreich und Großbritannien bemühten sich Helfer um eine Bergung, die Suche wurde dann am Abend abgebrochen. Sämtliche Opfer wurden nach Calais gebracht.

Frankreichs Premierminister Jean Castex sprach von einer Tragödie, seine Gedanken seien bei den zahlreichen Opfern.

Boot kenterte 15 Kilometer von Calais entfernt

Laut der Zeitung "La Voix du Nord" kenterte das Boot rund 15 Kilometer von Calais entfernt.

Im laufenden Jahr haben bisher mehr als 24.700 Menschen illegal den Ärmelkanal überquert. Das sind fast dreimal so viele wie im gesamten Jahr 2020. Die britische Regierung wirft Frankreich vor, nicht genug gegen illegale Überfahrten zu unternehmen, Paris weist das zurück.

Erst im Juli hatten beide Seiten ein neues Kooperationsabkommen vereinbart, um die wachsende Zahl der Migranten, die mit kleinen Booten über den Ärmelkanal nach England kommen, in den Griff zu bekommen. London sagte dabei 62,7 Millionen Euro zu, um die französischen Behörden zu unterstützen. (uvo; dpa)