Wir haben nur einen Planeten. Diese Tatsache ist nicht neu, und doch hat das Umdenken in der Gesellschaft spät eingesetzt. Was Wissenschaftler bereits vor über 200 Jahren mit warnend erhobenem Zeigefinger formulierten, ist lange Zeit nicht als ernstzunehmende Bedrohung wahrgenommen worden. Heute gehören Klimawandel und Klimaschutz zu den zentralen Themen unserer Gesellschaft. In den Medien haben sie einen Dauerplatz und sind damit in den Fokus des Alltagslebens gerückt. Ein nachhaltiger Lifestyle liegt im Trend, zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks.
In kleinen Schritten zum großen Ziel
Klimawandel und Klimaschutz gehen uns alle an. Nicht nur durch die Omnipräsenz von Schlagwörtern wie Klimakrise, Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist die große Thematik unserer Zeit in den Köpfen aller angekommen. Inzwischen ist klar: Jeder hinterlässt einen ökologischen Fußabdruck und gestaltet die Entwicklung des Weltklimas durch sein ganz persönliches Handeln mit.
Wie groß ihr persönlicher ökologischer Fußabdruck ausfällt, hängt davon ab, wie Sie Ihren Alltag gestalten. Die Wohnsituation, der Energieverbrauch, das Einkaufs- und Konsumverhalten, die Nutzung von Verkehrsmitteln, der Inhalt des Kleiderschrankes, die Produkte, die im Badezimmer genutzt werden und der wöchentliche Speiseplan, all das prägt den ökologischen Fußabdruck.
Es sind die vielen kleinen Schritte, die gemeinsam langfristig zum Ziel führen. Einen Beitrag zum Schutz des Klimas kann jeder leisten, indem er in seinem Alltag Entscheidungen trifft, die einen nachhaltigen Lebenswandel unterstützen. So gelingt der eigene Weg zu einem kleineren ökologischen Fußabdruck.
Zu Fuß, per Fahrrad oder mit Öffis: Nachhaltig unterwegs
Die Themen Umwelt und Verkehr sind untrennbar miteinander verknüpft. Obwohl Kraftfahrzeuge in ihrem Verbrauch in den letzten 30 Jahren effizienter geworden sind, steigt der Anteil am CO2-Ausstoß, der dem Verkehr zuzuordnen ist, kontinuierlich.
Nach Angaben des Umweltbundesamtes ist der Verkehrssektor in Deutschland eine der bedeutendsten Stellschrauben zur Verbesserung des Klimas:
„Seit 1995 sanken die kilometerbezogenen Emissionen des Treibhausgases CO₂ bei Pkw um knapp 12 %, bei Lkw um 8,5 %. Weil aber mehr Lkw unterwegs sind, sind die gesamten direkten CO₂-Emissionen im Straßengüterverkehr heute um 23 % höher als 1995.“
2021 verursachte der Verkehr fast 37 % der Emissionen von Stickstoffoxiden in die Luft. Hauptverursacher war der motorisierte Straßenverkehr. Besonders in Ballungsräumen ist die Luft zu stark mit Stickstoffdioxid belastet.“
(Quelle: www.umweltbundesamt.de)
An diesem großen Rad für den allgemeinen Klimaschutz kann jeder im Alltag selbst drehen. Jeder Kilometer, der ohne Kraftfahrzeug zurückgelegt wird, entlastet die Umwelt. Wer kürzere Strecken zu Fuß dem Fahrrad zurücklegt, gönnt sich Bewegung und Zeit an der frischen Luft und entdeckt vielleicht so manche schöne Ecke in der näheren Umgebung, die vom Autositz aus gar nicht wahrnehmbar ist.
Für längere Strecken bieten öffentliche Verkehrsmittel eine gute Alternative. In städtischen Gebieten sind die Netze des öffentlichen Personennahverkehrs meist so gut ausgebaut, dass das Auto gar nicht mehr bemüht werden muss und auch in ländlicheren Regionen ist hier vieles in der Entwicklung.
Klimafreundliche Projekte unterstützen
Wer nicht nur seinen Alltag nachhaltig gestalten, sondern noch ein bisschen mehr tun möchte, kann ein klimafreundliches Projekt unterstützen. Die Auswahl ist groß.
Eine spannende Initiative ist das Projekt „raus! Gemeinsam spielerisch Klimaschutz erleben“. In Kooperation mit der Universität Konstanz und der Technischen Universität München hat das Projekt eine crossmediale Toolbox entwickelt, mit der Klimaschutz für die ganze Familie erfahrbar gemacht und eigene Kompetenzen zum Klimaschutz gefördert werden sollen. Der Klimaschutzgedanke wird dabei mit Bewegung an der frischen Luft verknüpft und lässt sich direkt in der eigenen Wohnumgebung erleben.
Die Chance, in einer Lotterie zu gewinnen und dabei gleich mehrere sinnvolle Klimaprojekte zu unterstützen, bietet die ClimaClic Lotterie. Die Soziallotterie verkauft und vermittelt so genannte Clima-Lose, deren Erlös gemeinnützige und geprüfte Klimaschutzprojekte finanziert. Beim Kauf eines Clima-Loses entscheiden Sie selbst, welches der zahlreichen Klimaschutzprojekte Sie unterstützen möchten. Im Internet surfen und gleichzeitig Bäume pflanzen? Das gelingt mit der Suchmaschine Ecosia. Sie wird als Add-On für den Browser installiert und als Standardsuchmaschine eingerichtet. Schon kann die Suche losgehen.
Mit jeder Suchanfrage unterstützen Nutzer Ecosia dabei, Bäume auf der ganzen Welt zu pflanzen. Das Unternehmen setzt seine Gewinn zu 100 Prozent für globale Klimaschutzprojekte ein, insbesondere für das Pflanzen neuer Bäume in unterschiedlichen Regionen der Welt. Die Energie, die die Suchmaschine verbraucht, erwirtschaftet Ecosia aus Sonnenenergie vollständig selbst. So lässt sich mit dem Surfen in Netz ganz nebenbei ein Beitrag für den Klimaschutz leisten.

Auf Mehrweg-Verpackungen und recyclebare Materialien setzen
Verpackungen machen einen nicht unerheblichen Teil der Abfallproduktion aus. Laut Umweltbundesamt produzierten die Deutschen im Jahr 2020 fast 19 Millionen Tonnen Verpackungsmüll. Im Vergleich zum Vorjahr war die Gesamtmenge damit zwar leicht rückläufig, dennoch sind Verpackungen eine grundlegende Teilproblematik im Umweltschutz. Ein Grund für den enormen Konsum an Verpackungsmaterial ist der demografische Wandel. Der Anteil an Ein- und Zwei-Personen-Haushalten an der Gesamtgesellschaft wächst. Das führt zu einem stärkeren Konsum vorportionierter Lebensmittel und Verbrauchsgüter. Gleichzeitig hat die Nutzung von Versandhandeloptionen stark zugenommen, was den Bedarf an adäquatem Verpackungsmaterial zusätzlich erhöht.
Damit Verpackungen nicht zu einem gewaltigen Müllproblem werden, muss das Mehrweg-Konzept in den Vordergrund rücken. Der Gesetzgeber unterstützt diese Entwicklung durch die stetige Anpassung des Verpackungsgesetzes. Seit 2022 sind alle Getränkedosen und Einweg-Getränkeflaschen pfandpflichtig und fließen so wieder in den Mehrweg-Kreislauf mit ein. Im Januar 2023 wurden alle Anbieter von Lebensmitteln zum Mitnehmen darüber hinaus dazu verpflichtet, Mehrwegverpackungen anzubieten. Das gilt nicht nur für den Verkauf vor Ort, sondern auch für Lieferdienste. Wer sich seinen Einkauf von Rewe oder Edeka liefern lässt oder Essen bestellt, wird mit den neuen gesetzlichen Vorgaben zur Mehrwegpflicht immer häufiger auf Verpackungen im Mehrweg-Stil treffen.
Unverpackt durch den Alltag
Eine besonders umweltfreundliche Alternative zu Mehrwegverpackungen ist das Unverpackt-Konzept. Wer genau hinschaut, entdeckt im Alltag eine Menge überflüssiger Verpackungen, die durch die richtige Planung und ein paar clevere Ideen vermieden werden können. Unverpacktes Einkaufen liegt im Trend und gibt jedem Verbraucher die Möglichkeit, seine eigene Müllproduktion bewusst zurückzufahren und damit ganz natürlich seinen ökologischen Fußabdruck zu verringern.
Unverpacktes Einkaufen ist auf Wochenmärkten, im Hofladen, in Bioläden und in speziellen Unverpackt-Läden möglich. Lebensmittel und andere Waren können dort in selbst mitgebrachte Mehrwegbehälter und -verpackungen abgefüllt und so ohne zusätzlichen Müll nach Hause transportiert werden.
Auch einige Supermärkte setzen zunehmend auf Unverpackt und bieten ihren Kunden verpackungsfreie Alternativen an. Wer ein bisschen stöbert, kann also auch beim normalen Einkauf im Supermarkt auf überflüssige Verpackungen verzichten. Das Unverpackt-Angebot erstreckt sich auch auf Lieferservices der Märkte.
Nachhaltige Ernährung leicht gemacht
Eine nachhaltige Form der Ernährung gehört zu den am einfachsten umzusetzenden Veränderungen für einen klimafreundlicheren Alltag. Dabei ist wichtig, genau hinzuschauen und bewusst auszuwählen, was auf den Teller kommt.
Ein wichtiger Schritt besteht darin, den Speiseplan regional und saisonal zu gestalten. Das bedeutet, es kommt nur das auf den Teller, was zur jeweiligen Jahreszeit in der Region produziert und geerntet werden kann. Eine große Auswahl saisonaler und regionaler Produkte gibt es auf dem Wochenmarkt, im Hofladen oder in Bioläden.
Dort verkaufen die Landwirte und Hersteller aus der Region ihre Produkte, die ohne lange Lieferkette und unnötige Emissionen ihren Weg auf den Teller finden. Die Lebensmittel sollten aus ökologischem Anbau oder Herstellung stammen. Das bedeutet, dass nicht nur auf umweltschädliche Pestizide verzichtet wurde, sondern dass bei tierischen Produkten auch das Tierwohl im Vordergrund steht.
Energieverbrauch senken und Ressourcen schonen
Energie sparen ist nicht erst seit den steigenden Energiekosten zu einem essenziellen Thema geworden. Ein bewusster und sparsamer Umgang mit Ressourcen wie Strom, Gas und Wasser ist auch ein unverzichtbarer Baustein im Klimaschutz.
Der Alltag bietet vielfältige Möglichkeiten zum Energiesparen. Beim Kochen ist es schon hilfreich, einen Deckel zu nutzen und die Herdplatte oder den Backofen ein paar Minuten vor dem Ende der Garzeit auszuschalten und die Restwärme zu nutzen. Die Umstellung auf energieeffiziente Leuchtmittel im ganzen Haushalt leistet ebenfalls einen wichtigen Beitrag. Zeitschaltuhren und automatische Temperaturregler für die Heizkörper sorgen für wohlige Wärme, ohne Energie zu verschwenden. Beim Waschen helfen niedrige Waschtemperaturen beim Stromsparen, ohne auf Sauberkeit und Hygiene zu verzichten und die Wäsche kann ebenso gut an der frischen Luft trocknen und den Wäschetrockner als großen Energieverbraucher in Rente schicken.

Beim Einkauf auf nachhaltige Produkte achten
Nicht nur bei Lebensmitteln lässt sich der Einkauf durch eine bewusste Auswahl nachhaltig gestalten. Auch Kosmetikprodukte, Kleidung und alltägliche Gebrauchsgegenstände werden im gut sortieren Handel zunehmend als nachhaltige Alternative angeboten.
Nachhaltige Kleidung aus recycelten Materialien ist zu einem absoluten Trend geworden. Entsprechende Label kennzeichnen Fashion aus ökologisch verantwortungsvoller Herstellung und aus nachhaltigen Materialien. Wer hier zugreift, shoppt mit gutem Gewissen, ohne auf Qualität und Style verzichten zu müssen.
Noch nachhaltiger ist es, alte Kleidung nicht wegzuwerfen und gleich wieder neue zu kaufen, sondern zu schauen, ob man die alte Kleidung nicht doch noch nutzen kann, indem man sie mit ein paar einfachen Tricks etwas „aufpeppt“. So kann man alte Kleider beispielsweise in einer Reinigung, professionell reinigen lassen, damit sie wieder frisch und wie neu aussieht. Kleinere Löcher lassen sich flicken oder mit bunten Patches überdecken. Auch Upcycling von alten Klamotten ist eine gute Möglichkeit, um die Kleidung noch eine Weile nutzen zu können. Neben bunten Patches können auch Stickereien langweilige Kleidung aufpeppen, ebenso wie Batiken, oder das Anbringen von Perlen oder Spitze. Wer geschickt ist, kann auch Kleidungsstücke umgestalten. So wird die Jeans beispielsweise zu Shorts, das T-Shirt zu einem Crop-Top oder ein altes Männerhemd zu einem luftigen Sommerkleid.
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