Kochbox oder Fertiggericht: die Entscheidung vor der Markenwahl
HelloFresh ist eine Kochbox. Du bekommst abgewogene Zutaten und eine Rezeptkarte, frisch gekühlt geliefert, und rechnest mit rund 30 Minuten pro Kochabend, an denen du schneidest, anbrätst und danach abwäschst. Abgenommen wird dir die Planung und der Einkauf, nicht die Arbeit am Herd.
Prep My Meal liefert Fertiggerichte. Die kommen tiefgekühlt und durchgekocht bei dir an und brauchen rund drei Minuten in der Mikrowelle. Einen Herd brauchst du dafür nicht, ein freies Gefrierfach schon.
Tipp: Mach vor der ersten Bestellung diesen Test: Zähl die Abende der vergangenen Woche, an denen du tatsächlich gekocht hast, nicht die, an denen du es vorhattest. Bei drei oder mehr trägt sich eine Kochbox. Bei null oder einem bleibt sie im Kühlschrank stehen, und das teuerste Abendessen ist am Ende das, das du nie zubereitet hast.
Unsere Wahl: erst HelloFresh, dann Prep My Meal
Die Reihenfolge unten ist keine Wertung der Küche, sondern eine der Passung. HelloFresh steht zuerst, weil die Kochbox auf diese Frage für die meisten die günstigere und die flexiblere Antwort ist. Prep My Meal folgt als das, was es wirklich ist: kein zweiter Kochbox-Anbieter, sondern der Ausweg für Wochen, in denen Kochen einfach nicht stattfindet. Wenn der Zähltest oben bei dir null oder einen Kochabend ergeben hat, spring direkt zum zweiten Abschnitt.
HelloFresh: Zutaten, Rezept und rund 30 Minuten Arbeit
HelloFresh liefert in ganz Deutschland und bringt von den beiden die deutlich größere, wöchentlich wechselnde Rezeptauswahl mit. Du stellst dir jede Woche zusammen, was kommen soll, und bekommst die Zutaten dafür abgewogen ins Haus. Der Einkaufszettel und die Frage “was gibt es heute” fallen damit weg, das Kochen bleibt.

Regulär zahlst du ab 5,10 Euro pro Portion, und diese Zahl gilt für die größte Box. Kleinere Boxen liegen pro Portion darüber. Auf jede Lieferung kommen 5,99 Euro Versand, unabhängig davon, wie voll der Karton ist, einen Mindestbestellwert gibt es nicht.
Faustregel: Bestell lieber eine große Lieferung pro Woche als zwei kleine, denn die Pauschale fällt pro Box an, nicht pro Portion.
Mit Neukundengutschein rutscht die erste Box teilweise auf 2,62 Euro pro Portion. Das ist ein Aktionspreis für den Einstieg und nicht der Preis, den du danach zahlst.
Achtung: Trag dir den Tag in den Kalender, an dem die zweite Woche abgerechnet wird. Wer das nicht tut, merkt den Sprung auf den Regulärpreis erst auf der Abrechnung.
Das Abo läuft wöchentlich, ohne Mindestlaufzeit, und du kannst es jederzeit pausieren oder kündigen. Genau diese Wochenlogik ist der Grund, warum HelloFresh auch als Testlauf funktioniert: Eine einzelne Woche kostet dich keine Bindung.
Prep My Meal: fertig gekocht, drei Minuten in der Mikrowelle
Prep My Meal kocht die Gerichte komplett fertig und friert sie direkt danach schockartig ein, statt sie langsam im Gefrierschrank durchfrieren zu lassen. Genau dafür steht der Begriff Cook & Chill, mit dem der Anbieter wirbt: möglichst wenig Zeit zwischen Herd und Frost, damit Struktur und Geschmack darunter weniger leiden. Bei dir kommt das Ganze tiefgekühlt an, und mehr als eine Mikrowelle brauchst du nicht. Die Portionen sind auf Sättigung ausgelegt, du stehst also nach einem Gericht in der Regel nicht wieder am Kühlschrank.
Beim Preis musst du auf die Einheit achten, sonst vergleichst du zwei verschiedene Dinge. Die günstigste veröffentlichte Angabe liegt bei rund 8,82 Euro pro Gericht in der 24er-Box. Andere Quellen führen für denselben Anbieter einen Preis pro Portion, der darüber liegt, und Portion und Gericht sind nun einmal nicht dasselbe. Kleinere Boxen liegen in jedem Fall höher als die 8,82 Euro. Versand kostet auch hier 5,99 Euro, ein Mindestbestellwert ist nicht ausgewiesen.

Geliefert wird in neun Länder: Deutschland, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Frankreich, Luxemburg, Belgien, Italien und Polen, was den Anbieter für Grenzregionen und Umzüge interessant macht. Auf den Produktseiten steht keine Nährwerttabelle je Gericht. Wenn du dein Essen nach Kalorien oder Protein steuerst, plan ein, dass du diese Angaben womöglich nachfragen musst.
Wichtig: Miss dein Gefrierfach aus, bevor du eine 24er-Box bestellst. Zwei Dutzend Schalen brauchen mehr Platz, als die meisten Kombigeräte übrig haben, und angetaut wieder einfrieren ist keine Option.
Wenn du dabei merkst, dass du eigentlich noch eine Ebene früher schwankst, also zwischen Selberkochen und Aufwärmen an sich, dann stehen die beiden Kategorien in unserem Vergleich Fertiggericht oder selber kochen nebeneinander.
Eine echte Woche für zwei: Zeit und Geld nebeneinander
Fünf Abendessen, zwei Personen, also zehn Mahlzeiten. So sieht die Woche bei beiden Anbietern aus, jeweils zum günstigsten veröffentlichten Preis.
| Eine Woche, zwei Personen | HelloFresh | Prep My Meal |
|---|---|---|
| Was du bestellst | 5 Rezepte für 2 Personen = 10 Portionen | 10 fertige Gerichte |
| Preis je Einheit | 5,10 € pro Portion (größte Box) | 8,82 € pro Gericht (24er-Box) |
| Essen | 51,00 € | 88,20 € |
| Versand | 5,99 € | 5,99 € |
| Woche gesamt | 56,99 € | 94,19 € |
| Effektiv pro Mahlzeit | 5,70 € | 9,42 € |
| Zeit in der Küche | rund 150 Minuten | rund 30 Minuten |
Die Rechnung ist für beide Anbieter freundlich gerechnet, denn beide Stückpreise gelten für die jeweils größte Box, und zehn Mahlzeiten erreichen weder die größte HelloFresh-Box noch die 24er-Staffel bei Prep My Meal. Real zahlst du also bei beiden mehr. Weil beide Seiten hier zu ihrem jeweiligen Bestfall stehen, kann sich der Abstand von 37,20 Euro pro Woche in der Praxis in beide Richtungen verschieben.
Dafür bekommst du bei Prep My Meal zwei Stunden zurück. Wer nicht kocht, spart in dieser Woche 120 Minuten und zahlt dafür 37,20 Euro, also gut 18 Euro pro zurückgekaufter Stunde. Das ist die eigentliche Frage hinter dem Vergleich, und sie hat je nach Woche eine andere Antwort: In einer normalen Woche ist das ein schlechter Stundenlohn, in einer Woche mit Überstunden bis 20 Uhr, Umzug oder krankem Kind ein sehr guter.
So liest du jede “ab X Euro”-Angabe richtig, auch bei anderen Anbietern: Nimm den Stückpreis, schau nach, für welche Boxgröße er gilt, addiere den Versand auf die ganze Lieferung und teile erst dann durch die Anzahl der Mahlzeiten, die du wirklich bestellst. Was übrig bleibt, ist der Preis, den du zahlst. Für HelloFresh haben wir das in HelloFresh Kosten über alle Boxgrößen durchgerechnet.
Abo und Kündigung: der Teil, der später Geld kostet
Beide Anbieter sind an dieser Stelle nicht so eindeutig, wie ihre Startseiten wirken, und beide Male trifft es dich erst in Woche zwei.
HelloFresh läuft als wöchentliches Abo ohne Mindestlaufzeit, pausieren und kündigen geht jederzeit. Der Haken liegt nicht in den Bedingungen, sondern in der Bedienung: Zur Kündigungsführung gibt es wiederkehrende Beschwerden. Die Verbraucherzentrale NRW hält für Kochboxen allgemein fest, dass Kündigungen bei vielen Anbietern erschwert oder versteckt sind und die Beweislast im Streitfall beim Verbraucher liegt.
Unser Rat: Kündige über den Kündigungsbutton, mach einen Screenshot der Bestätigung und heb die Bestätigungsmail auf. Und schau nach dem Klick noch einmal ins Konto, ob dort wirklich keine nächste Lieferung mehr steht.
Den kompletten Ablauf haben wir in HelloFresh kündigen beschrieben.
Bei Prep My Meal ist die Lage anders gelagert. Die Website stellt die Bestellung flexibel dar, auf Bewertungsportalen häuft sich aber eine bestimmte Beschwerde: ein laufendes Abo trotz vermeintlicher Einzelbestellung. Wir können nicht sagen, in wie vielen Fällen das an der Bestellstrecke liegt und in wie vielen am Klick des Bestellenden, aber die Häufung ist real genug, um sie nicht zu übergehen. Nimm dir deshalb direkt nach der ersten Bestellung zwei Minuten und prüf im Kundenkonto, ob dort eine wiederkehrende Lieferung angelegt ist. Wenn ja, stell sie ab, bevor die nächste automatisch rausgeht. Was andere Kundinnen und Kunden sonst noch berichten, steht in unseren Prep My Meal Erfahrungen, den Ausstieg beschreibt Prep My Meal kündigen.
HelloFresh oder Prep My Meal: wann sich welcher Anbieter rechnet
Nimm HelloFresh, wenn du an mindestens drei Abenden pro Woche kochst oder kochen willst. Du zahlst pro Mahlzeit deutlich weniger, bekommst die größere Auswahl und gibst die Planung ab, ohne dich zu binden. Das Abo lässt sich Woche für Woche anpassen, also kannst du eine volle Woche testen und danach ohne Frist wieder aussteigen. Der Preis dafür sind rund 30 Minuten pro Abend, an denen du wirklich in der Küche stehst.
Nimm Prep My Meal, wenn Kochen bei dir realistisch nicht passiert. Schichtdienst, ein Büro mit Mikrowelle und ohne Kantine, eine Woche mit zwei Terminen pro Abend: Genau dort ist ein durchgekochtes Gericht in drei Minuten die richtige Lösung, und die gut 18 Euro pro eingesparter Stunde sind dann gut angelegt. Rechne aber mit dem tatsächlichen Stückpreis deiner Boxgröße, nicht mit den 8,82 Euro aus der 24er-Staffel.
Eine Einschränkung, wenn du auf Nährwerte achtest: Bei Tiefkühlgerichten schwanken Fett- und Salzgehalt zwischen Produkten stärker, als die Verpackungen vermuten lassen. Stiftung Warentest hat das bei Tiefkühl-Nudelgerichten nachgemessen und den Gerichten insgesamt ein besseres Zeugnis ausgestellt als ihr Ruf, bei genau diesen beiden Werten aber deutliche Unterschiede gefunden. Wenn dir Kalorien und Protein pro Gericht wichtig sind, schau dir vorher an, welche Anbieter diese Zahlen je Gericht ausweisen. Unsere Übersicht zu High-Protein-Fertiggerichten sortiert die Anbieter danach.
Häufige Fragen zu HelloFresh und Prep My Meal
Ist Prep My Meal eine Kochbox?
Nein. Prep My Meal liefert tiefgekühlte Fertiggerichte, die bereits durchgekocht sind und nur noch rund drei Minuten in die Mikrowelle müssen. Eine Kochbox wie HelloFresh liefert dagegen rohe, abgewogene Zutaten mit Rezeptkarte. Der Unterschied ist nicht nur sprachlich: Für Prep My Meal brauchst du keine Küche, sondern Gefrierplatz und ein Mikrowellengerät.
Was ist der Unterschied zwischen HelloFresh und Prep My Meal?
Neben der offensichtlichen Trennung zwischen Kochen und Aufwärmen unterscheiden sich die beiden vor allem darin, was der Liefertag von dir verlangt. HelloFresh kommt frisch gekühlt an: Der Karton muss zügig ausgepackt werden, und die Zutaten wollen innerhalb weniger Tage verkocht sein, sonst kochst du gegen das Datum auf der Packung. Prep My Meal kommt tiefgekühlt an: Hier drängt nicht die Zeit, sondern der Platz, weil die Schalen sofort ins Gefrierfach müssen und angetaut wieder einfrieren keine Option ist. Dazu zwei kleinere Unterschiede: HelloFresh liefert in ganz Deutschland, Prep My Meal beliefert neun Länder, darunter die Schweiz, Frankreich und Polen. Und für die Kochbox brauchst du Herd, Pfanne und Schneidebrett, für die Fertiggerichte reicht die Mikrowelle.
Was kostet Prep My Meal im Monat?
Eine 24er-Box kostet zum günstigsten veröffentlichten Preis von 8,82 Euro pro Gericht insgesamt 211,68 Euro, plus 5,99 Euro Versand macht das 217,67 Euro. Wer ein Gericht pro Tag isst, kommt damit gut drei Wochen aus. Kleinere Boxen haben höhere Stückpreise, der Monatsbetrag sinkt dann also weniger stark, als die kleinere Bestellmenge vermuten lässt. Zum Vergleich: Zehn HelloFresh-Portionen aus der größten Box kosten 51,00 Euro plus 5,99 Euro Versand.
Kann man Prep My Meal ohne Abo bestellen?
Der Anbieter stellt die Bestellung als flexibel dar, es gibt aber eine auffällige Häufung von Beschwerden über ein laufendes Abo trotz Einzelbestellung. Verlass dich deshalb nicht auf die Darstellung im Bestellprozess, sondern öffne nach dem Kauf dein Kundenkonto und sieh nach, ob dort eine wiederkehrende Lieferung hinterlegt ist.
Wie viele Portionen hat eine Prep-My-Meal-Box?
Die größte veröffentlichte Staffel umfasst 24 Gerichte, und an ihr hängt auch der günstigste Stückpreis. Eine Portionszahl steht nicht daneben, und das hat einen Grund: Der Anbieter verkauft die Boxen pro Gericht und daneben eine eigene Produktlinie pro Portion. Beide Einheiten existieren also nebeneinander. Prüf deshalb im Warenkorb, welche davon dort steht, bevor du den Preis mit einem anderen Anbieter vergleichst, sonst hältst du Gericht gegen Portion.