Gesund steht auf vielen Fertiggerichten, geprüft ist damit nichts. Gesunde Fertiggerichte erkennst du nicht an der Vorderseite, sondern an drei Angaben auf der Rückseite: Salz pro Gericht, die Liste der Zusatzstoffe und der Proteingehalt. Am schnellsten unangenehm wird es beim Salz. Ein Viertel der Fertiggerichte im Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg (Stand 04/2022) deckt mit einer einzigen Portion den kompletten Tagesrichtwert für Salz. Wenn du solche Gerichte mehrmals pro Woche isst, entscheidet diese Rückseite mehr über deine Ernährung als jede Aussage auf der Vorderseite. Genau nach diesen Angaben und nach dem Preis pro Gericht sortieren wir die Anbieter unten.
Gesunde Fertiggerichte online bestellen: unsere vier Empfehlungen
Alle vier Anbieter liefern Gerichte, die du nur noch warm machst, und alle vier veröffentlichen Nährwerte und Preise so, dass du sie nachrechnen kannst. Juit führt die Liste, weil es beides zugleich bietet: den niedrigsten Stückpreis und keine Bindung. Factor lohnt sich, wenn du einen festen Ernährungsplan willst und dafür ein Wochenabo in Kauf nimmst. PrepMyMeal ist für alle gebaut, die Makros zählen. Löwenanteil kommt zuletzt, weil hier der Preis pro Gericht am höchsten liegt, dafür ist es das einzige Format, das ohne Kühlung monatelang lagerfähig bleibt. Erkennst du dich in einer dieser vier Zeilen, kannst du den Rest überspringen.
Juit: ab 5,94 Euro pro Gericht, ohne Abo
Ab 5,94 Euro pro Gericht steht auf Juits eigener Preisseite, und das ist ein Listenpreis, kein Neukundenrabatt, der nach vier Wochen wegfällt. Du bestellst 6, 8, 10 oder 12 Gerichte, sechs sind das Minimum, und es läuft danach kein Vertrag weiter, wenn du nichts tust. Der Versand kostet 5,99 Euro, bei einer 6er-Box also knapp einen Euro zusätzlich pro Gericht.

Wichtiger für die Etikett-Prüfung: Juit gibt für seine Gerichte 0 Prozent Zusatzstoffe an. Nach 8 Minuten ist ein Gericht warm. Wenn du einen Wochenvorrat willst, den du nicht planen und nicht kündigen musst, ist das hier die einfachste Lösung.
Factor: fünf Ernährungspläne, Preis nach Boxgröße
Factor ist ein Wochenabo und der einzige Anbieter hier, bei dem der Preis deutlich an der Boxgröße hängt. Bei 12 oder 16 Gerichten pro Woche zahlst du 8,49 Euro pro Gericht. Bestellst du nur fünf, sind es 10,46 Euro, also knapp zwei Euro mehr für jedes einzelne Gericht. Wer klein anfangen will, zahlt hier den höchsten Stückpreis, und beim Einstieg wird genau das leicht übersehen. Eine 8er-Box liegt bei 71,92 Euro, dazu kommen 5,99 Euro Liefergebühr, macht 77,91 Euro für eine Woche. Das sind Listenpreise ohne den Einführungsrabatt, den Factor auf die erste Box mit 30 Prozent und auf die nächsten vier mit bis zu 20 Prozent angibt.

Der Grund, warum Factor trotz des höheren Preises auf Platz zwei steht, sind die Pläne. Fünf stehen zur Wahl: Ich esse alles, Proteinreich, 550 Kcal Max, Keto und Pescetarisch. Keto ist auf höchstens 15 Gramm Kohlenhydrate pro Gericht ausgelegt, Proteinreich auf mindestens 30 Gramm Eiweiß. Aus einem Wochenmenü von 21 Gerichten wählst du selbst aus, pausieren und kündigen kannst du jederzeit.
PrepMyMeal: wenn du deine Makros im Blick behalten willst
PrepMyMeal verkauft Boxen mit 6, 12, 18 oder 24 Gerichten, ohne Abo und mit sechs Gerichten als Minimum. Pro Gericht zahlst du 8,49 bis 9,90 Euro, dazu 5,99 Euro Versand. Das ist gut zweieinhalb Euro pro Gericht mehr als bei Juit, und diesen Aufpreis rechtfertigt genau eine Sache: das Sortiment ist konsequent auf Nährwerte hin gebaut, statt nur nebenbei welche auszuweisen.
Sinnvoll ist das, wenn du ein Ziel in Gramm formulierst und nicht in Gerichten. Willst du dagegen einfach abends etwas Ordentliches essen, zahlst du hier für eine Genauigkeit, die du nicht nutzt.
Löwenanteil: 9,49 Euro pro Glas, über ein Jahr haltbar
Löwenanteil verkauft keine Boxen aus dem Kühlfach, sondern Gerichte im Glas. Einzeln kostet ein Glas 9,99 Euro. Im Probierpaket mit 12 Gläsern zahlst du 113,89 Euro statt 119,88 Euro, das sind 9,49 Euro pro Glas. Im Abo zieht Löwenanteil einen Euro pro Gericht ab, der Versand ist ab 99 Euro Bestellwert frei. Bleibst du darunter, kommt er dazu.
Was du für den Preis bekommst, ist Unabhängigkeit von der Kühlkette: Die Gläser halten ungekühlt über ein Jahr, warm sind sie in drei Minuten. Mit bis zu 43 Gramm Protein und 17 Gramm Ballaststoffen pro Glas isst du hier den sättigendsten Teller dieser Auswahl, und genau das bekommst du für die 9,49 Euro. Rechne allerdings nicht mit dem beworbenen Preis von 4,75 Euro pro Portion: Der gilt laut Löwenanteils eigener Produktseite nur, wenn du eine Beilage wie Reis selbst dazu kochst und ein Glas auf zwei Mahlzeiten streckst.
Tiefkühl, Kühlschrank oder Regal: wo dein Vorrat liegt
Welche der drei Lagerformen zu dir passt, entscheidet oft mehr als der Preis, und es ist die Frage, die auf kaum einer Anbieterseite auftaucht.
- Ins Gefrierfach: Juit und PrepMyMeal liefern tiefgekühlt und ohne Abo, du bestellst also, wann du willst, ab sechs Gerichten pro Lieferung. Eine 12er-Box heißt allerdings zwölf Schalen, die gleichzeitig Platz brauchen. Dieselbe Lagerform hat Tiefkühlware aus dem Supermarkt, dort ohne Mindestmenge und ohne Versandkosten.
- In den Kühlschrank, im Wochenrhythmus: Factors Box kommt jede Woche, und genau darin liegt der Haken. Fällt eine Woche anders aus als geplant, musst du aktiv pausieren, sonst steht die Lieferung vor der Tür. Wie das bei den einzelnen Anbietern läuft, steht in unserer Übersicht zum Kochbox-Abo.
- Ins Regal: Löwenanteils Gläser halten ungekühlt über ein Jahr. Kein Gefrierfach, keine Frist, und die zwölf Gläser aus dem Probierpaket kannst du wochenlang stehen lassen.
Ist dein Gefrierfach ohnehin voll, ist die Sache damit entschieden: Dann bleiben die Gläser, auch wenn du pro Gericht am meisten zahlst.

Was “gesund” auf einem Fertiggericht wirklich bedeutet
Drei Angaben entscheiden, und alle drei stehen auf der Packung oder auf der Produktseite.
Salz ist die erste. Die DGE nennt als Richtwert bis zu 6 Gramm Speisesalz pro Tag (Stand 10/2023). Der Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg zeigt, wie schnell ein einzelnes Gericht diesen Wert ausschöpft. Der übliche Fehler beim Nachlesen: Die Nährwerttabelle bezieht sich meist auf 100 Gramm, ein Gericht wiegt aber ein Mehrfaches davon. Rechne den Wert also immer auf die ganze Packung hoch, sonst rechnest du dir den Salzgehalt schön.
Faustregel: Teile die 6 Gramm auf deine Mahlzeiten auf. Bei drei Mahlzeiten am Tag sind das 2 Gramm Salz pro Gericht, und alles darüber musst du am Rest des Tages wieder einsparen.
Die zweite Angabe ist die Zutatenliste. Kurz ist besser, und Anbieter, die auf Zusatzstoffe verzichten, schreiben es hin, weil es ein Verkaufsargument ist. Juits 0 Prozent Zusatzstoffe sind so eine Aussage, nachlesbar auf der Zutatenliste jedes Gerichts.
Die dritte ist Protein, zusammen mit den Ballaststoffen, und es ist die einzige Angabe, bei der ein hoher Wert gut ist. Die beiden entscheiden, ob du nach dem Gericht satt bist oder zwei Stunden später am Kühlschrank stehst. Einen brauchbaren Vergleichswert am Regal gibt dir Factors Plan Proteinreich mit mindestens 30 Gramm pro Gericht. Wenn Muskelaufbau oder Sättigung dein Ziel ist, sind die High-Protein-Fertiggerichte konsequent darauf ausgelegt.
Was eine Woche mit fünf Fertiggerichten kostet
Fünf Gerichte pro Woche für eine Person ist der realistische Fall: Mittag oder Abend an den Arbeitstagen, am Wochenende kochst du selbst oder gehst raus.
| Anbieter | Bestellung | reicht für | Preis pro Gericht | Versand | Summe der Bestellung |
|---|---|---|---|---|---|
| Juit | 6er-Box (Mindestmenge) | 6 Gerichte | ab 5,94 € | 5,99 € | 41,63 € |
| Factor | 5 Gerichte | 5 Gerichte | 10,46 € | 5,99 € | 58,29 € |
| Factor | 8 Gerichte | 8 Gerichte | 8,99 € | 5,99 € | 77,91 € |
| PrepMyMeal | 6er-Box (Mindestmenge) | 6 Gerichte | ab 8,49 € | 5,99 € | ab 56,93 € |
| Löwenanteil | 5 Gläser einzeln | 5 Gerichte | 9,99 € | ab 99 € frei | 49,95 € plus Versand |
| Löwenanteil | Probierpaket, 12 Gläser | 12 Gerichte | 9,49 € | ab 99 € frei | 113,89 € |
Listenpreise, Stand 2. September 2026, ohne Einführungsrabatte. Die Summen sind wegen der unterschiedlichen Mindestmengen nicht direkt vergleichbar.
Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens kostet die kleine Bestellung fast immer mehr pro Gericht: Bei Factor liegen zwischen der 5er- und der 12er-Box 1,97 Euro pro Gericht, und die 5,99 Euro Versand fallen einmal pro Lieferung an, verteilen sich bei zwölf Gerichten also auf doppelt so viele Teller wie bei sechs. Zweitens gehen fünf Gerichte bei Juit und PrepMyMeal gar nicht auf, weil beide erst ab sechs liefern. Das sechste Gericht ist kein Verlust, es ist der Puffer für den Tag, an dem nichts klappt.
Wir halten Juit für die beste Wahl, solange du keinen festen Ernährungsplan brauchst: 41,63 Euro für sechs Gerichte inklusive Versand unterbietet hier alles, und die Einordnung zu Juit geht ins Detail. Sobald du gezielt Kalorien oder Kohlenhydrate begrenzen willst, sind die 2,55 bis 4,52 Euro Aufpreis pro Gericht bei Factor gut angelegt, weil dir der Plan die Auswahlarbeit abnimmt.
Bleibt eine Falle, in die du beim Vergleichen fast zwangsläufig tappst: der Portionspreis. Löwenanteil bewirbt 4,75 Euro pro Portion, verkauft aber Gläser zu 9,49 Euro. Rechne beim Vergleich deshalb immer mit dem Preis für eine Einheit, die dich wirklich satt macht, plus Versand.
Frosta, Iglo und Little Lunch: was der Supermarkt kann
Bevor du bestellst, lohnt der ehrliche Blick aufs Tiefkühlregal, denn dort liegt die Konkurrenz. Frosta bewirbt seine Tiefkühlgerichte selbst mit “ohne Zusatzstoffe”, Iglo führt sein Sortiment unter “gesunde Fertiggerichte”, und Little Lunch verkauft Bio-Suppen, Eintöpfe und Saucen in 350-Gramm- und 350-Milliliter-Einheiten über Händler wie Rewe, Edeka, dm oder Kaufland. Preise nennt Little Lunch auf der eigenen Seite nicht, jedes Produkt führt zum Kauf beim Händler.
Der Supermarkt gewinnt bei Flexibilität und Einstiegspreis: kein Versand, keine Mindestmenge, kein Konto. Er verliert an zwei Punkten. Erstens machst du die Etikett-Arbeit vollständig selbst, und genau bei Fertiggerichten aus dem Regal zeigt der Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg, wie oft das Salz aus dem Rahmen läuft. Das gilt für Dosen und Gläser aus dem Regal genauso wie für Tiefkühlware. Zweitens sind Suppen, Eintöpfe und Saucen keine vollständige Mahlzeit: Ohne Brot oder Beilage hältst du bis zum Abend nicht durch.
Sinnvoll ist die Kombination: Lieferung für die Tage, an denen es schnell gehen muss, Supermarkt für den Rest. Und wenn du eigentlich lieber selbst kochst und nur die Planung loswerden willst, ist eine gesunde Kochbox die passendere Antwort als jedes Fertiggericht. Und wenn du das Essen für jemanden organisierst, der gar nicht mehr selbst kocht, vergleichen wir die Optionen unter Alternativen zu Essen auf Rädern.
Häufige Fragen zu gesunden Fertiggerichten
Welche Fertiggerichte sind gesund?
Gesund sind die Gerichte, bei denen das Salz pro Gericht unter 2 Gramm bleibt, also unter einem Drittel des Tagesrichtwerts von 6 Gramm, die Zutatenliste kurz ist und Protein sowie Ballaststoffe stimmen. Das ist keine Kleinigkeit: Ein Viertel der Fertiggerichte im Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg (Stand 04/2022) erreicht den Tagesrichtwert für Salz schon mit einer Portion.
Gibt es gesunde Fertiggerichte ohne Abo?
Ja. Juit und PrepMyMeal verkaufen einzelne Boxen ohne Vertrag, Löwenanteil verkauft einzelne Gläser zu 9,99 Euro. Die eigentliche Hürde ist nicht das Abo, sondern die Mindestmenge: Bei Juit und PrepMyMeal sind sechs Gerichte pro Bestellung Pflicht. Bei Factor bekommst du die Gerichte nur im Abo, kannst es aber jederzeit pausieren, ändern oder kündigen.
Ist Frosta wirklich so gesund?
Frostas Werbeversprechen bezieht sich auf Zusatzstoffe, und dieses Kriterium erfüllt die Marke nach eigener Aussage. Über die zweite große Frage sagt es nichts: den Salzgehalt. Dreh die Packung deshalb um und rechne die Angabe pro 100 Gramm auf das ganze Gericht hoch.
Gibt es bei gesunden Fertiggerichten einen Testsieger?
Wer nach einem Testsieger sucht, landet vor allem bei Ranglisten der Anbieter selbst und bei einzelnen Redaktionstests. Belastbarer ist der Weg über die Zahlen, die jeder Anbieter selbst ausweist: Salz pro Gericht, Zusatzstoffe, Protein und Preis pro Gericht inklusive Versand. Genau danach ist die Reihenfolge auf dieser Seite gebaut, und du kannst jede Angabe auf der jeweiligen Produktseite nachlesen.
Sind Fertiggerichte zum Abnehmen geeignet?
Sie helfen, weil die Portion fest ist und du nicht mehr auf den Teller lädst als vorgesehen. Factor hat dafür den Plan 550 Kcal Max im Angebot, bei dem die Kaloriengrenze pro Gericht schon in der Auswahl steckt. Achte trotzdem auf Protein und Ballaststoffe, sonst ist ein kalorienarmes Gericht nach einer Stunde vergessen. Bei den Gläsern mit 9,49 Euro rechne ein, dass ein Glas mit Beilage als zwei Portionen gedacht ist.
