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Gesunde Fertiggerichte im Vergleich: vier Anbieter und was sie pro Gericht kosten

Juit, Factor, PrepMyMeal und Löwenanteil im Preisvergleich: Wir zeigen dir, welcher Anbieter Salz, Zusatzstoffe und Eiweiß wirklich im Griff hat und was das pro Gericht kostet.

* Wir verlinken mit sog. 'Affiliate-Links' auf Online-Shops und Partner, von denen wir unter Umständen eine Vergütung erhalten.

Gesund steht auf vielen Fertiggerichten, geprüft ist damit nichts. Gesunde Fertiggerichte erkennst du nicht an der Vorderseite, sondern an drei Angaben auf der Rückseite: Salz pro Gericht, die Liste der Zusatzstoffe und der Proteingehalt. Wenn du solche Gerichte mehrmals pro Woche isst, entscheidet diese Rückseite mehr über deine Ernährung als jedes Versprechen vorne drauf. Unsere erste Wahl ist Juit: Du bestellst ohne Abo, und der Anbieter gibt für seine Gerichte keine Zusatzstoffe an.

Gesunde Fertiggerichte online bestellen: unsere vier Empfehlungen

Alle vier Anbieter liefern Gerichte, die du nur noch warm machst, und alle vier veröffentlichen Nährwerte und Preise so, dass du sie nachrechnen kannst. Juit führt die Liste, weil es keine Bindung hat und bei den großen Boxen den niedrigsten Preis pro Gericht bietet.

Factor lohnt sich, wenn du einen festen Ernährungsplan willst und dafür ein Wochenabo in Kauf nimmst. PrepMyMeal ist für alle gebaut, die Makros zählen. Löwenanteil kommt zuletzt, weil hier schon das einzelne Glas mit 9,99 Euro am meisten kostet. Dafür ist es das einzige Format, das ohne Kühlung monatelang lagerfähig bleibt.

Juit: ab 7,89 Euro pro Gericht, ohne Abo

Juits Preis hängt an der Boxgröße: Ein Gericht kostet in der 6er-Box 9,49 Euro, in der 14er-Box 8,49 Euro und in der 30er-Box 7,89 Euro. Du bestellst 6, 10, 14, 20 oder 30 Gerichte, sechs sind das Minimum, und danach läuft nichts automatisch weiter. Der Versand kostet 5,99 Euro, bei einer 6er-Box also knapp einen Euro zusätzlich pro Gericht.

Wichtiger für den Blick aufs Etikett: Juit gibt für seine Gerichte 0 Prozent Zusatzstoffe an. Nach 8 Minuten ist ein Gericht warm. Wenn du einen Wochenvorrat willst, den du nicht planen und nicht kündigen musst, ist das hier die einfachste Lösung.

Juit: ab 7,89 € pro Gericht, ohne Abo
6er- bis 30er-Box, keine Abo-Bindung, in 8 Minuten fertig.

Factor: fünf Ernährungspläne, Preis nach Boxgröße

Factor ist ein Wochenabo, und wie bei Juit hängt der Preis an der Boxgröße. Bei 12 oder 16 Gerichten pro Woche zahlst du 8,49 Euro pro Gericht. Eine 8er-Box liegt bei 71,92 Euro, dazu kommen 5,99 Euro Liefergebühr, macht 77,91 Euro für eine Woche. Das sind Listenpreise ohne Einführungsrabatt: Laut Factor gibt es auf die erste Box 30 Prozent und auf die nächsten vier bis zu 20 Prozent.

Auf Platz zwei steht Factor wegen der Pläne. Fünf stehen zur Wahl: Chef’s Choice, High Protein, 550 Kcal Max, Keto und Pescetarisch. Keto ist auf höchstens 15 Gramm Kohlenhydrate pro Gericht ausgelegt, High Protein auf mindestens 30 Gramm Eiweiß. Aus einem Wochenmenü von 24 Gerichten wählst du selbst aus, pausieren und kündigen kannst du jederzeit.

Factor: Wochenbox mit fünf Ernährungsplänen
8,49 € pro Gericht ab der 12er-Box, jederzeit pausierbar, 24 Gerichte im Wochenmenü.

PrepMyMeal: wenn du deine Makros im Blick behalten willst

PrepMyMeal verkauft Boxen mit 6, 12, 18 oder 24 Gerichten, ohne Abo und mit sechs Gerichten als Minimum. Ein Gericht kostet 8,49 bis 9,90 Euro, dazu kommen 5,99 Euro Versand. In der 6er-Box zahlst du 9,90 Euro, rund 40 Cent mehr pro Gericht als bei Juit, und diesen Aufpreis rechtfertigt genau eine Sache: Das Sortiment ist konsequent auf Nährwerte ausgerichtet, statt sie nur nebenbei auszuweisen.

Sinnvoll ist das, wenn du ein Ziel in Gramm formulierst und nicht in Gerichten. Willst du dagegen einfach abends etwas Ordentliches essen, zahlst du hier für eine Genauigkeit, die du nicht nutzt.

PrepMyMeal: Boxen von 6 bis 24 Gerichten
Ohne Abo bestellbar, 8,49 bis 9,90 € pro Gericht, Nährwerte je Gericht ausgewiesen.

Löwenanteil: 9,49 Euro pro Glas, mindestens ein Jahr haltbar

Bei Löwenanteil kommt nichts aus dem Kühlfach, die Gerichte stecken im Glas. Mehr zum Anbieter steht in unseren Erfahrungen mit Löwenanteil. Einzeln kostet ein Glas 9,99 Euro. Im Probierpaket mit 12 Gläsern zahlst du 113,89 Euro statt 119,88 Euro, das sind 9,49 Euro pro Glas. Im Abo zieht Löwenanteil einen Euro pro Gericht ab, der Versand ist ab 99 Euro Bestellwert frei. Bleibst du darunter, kommt er dazu.

Was du für den Preis bekommst, ist Unabhängigkeit von der Kühlkette: Die Gläser halten ungekühlt mindestens ein Jahr, warm sind sie in zwei bis drei Minuten. Und mit bis zu 43 Gramm Protein pro Glas isst du hier einen der sättigendsten Teller dieser Auswahl.

Rechne allerdings nicht mit dem beworbenen Preis von 4,75 Euro pro Portion: Der gilt laut Löwenanteils eigener Produktseite nur, wenn du eine Beilage wie Reis selbst dazukochst und ein Glas auf zwei Mahlzeiten streckst. Vergleiche deshalb immer den Preis für eine Einheit, die dich wirklich satt macht, plus Versand.

Löwenanteil: Probierpaket mit 12 Gläsern
9,49 € pro Glas, ungekühlt mindestens ein Jahr haltbar, bis zu 43 g Protein.

Tiefkühl, Kühlschrank oder Regal: wo dein Vorrat liegt

Welche der drei Lagerformen zu dir passt, entscheidet oft mehr als der Preis, und ausgerechnet diese Frage taucht auf kaum einer Anbieterseite auf.

  • Ins Gefrierfach: Juit und PrepMyMeal liefern tiefgekühlt und ohne Abo, du bestellst also, wann du willst, ab sechs Gerichten pro Lieferung. Eine 12er-Box heißt allerdings zwölf Schalen, die gleichzeitig Platz brauchen. Dieselbe Lagerform hat Tiefkühlware aus dem Supermarkt, dort ohne Mindestmenge und ohne Versandkosten.
  • In den Kühlschrank, im Wochenrhythmus: Factors Box kommt jede Woche, und genau darin liegt der Haken. Fällt eine Woche anders aus als geplant, musst du aktiv pausieren, sonst steht die Lieferung vor der Tür. Wie das bei den einzelnen Anbietern läuft, steht in unserer Übersicht zum Kochbox-Abo.
  • Ins Regal: Löwenanteils Gläser halten ungekühlt mindestens ein Jahr. Kein Gefrierfach, keine Frist, und die zwölf Gläser aus dem Probierpaket kannst du wochenlang stehen lassen.

Ist dein Gefrierfach ohnehin voll, ist die Sache damit entschieden: Dann bleiben die Gläser, auch wenn sie pro Gericht zu den teuersten Optionen gehören.

Was “gesund” auf einem Fertiggericht wirklich bedeutet

Drei Angaben entscheiden, und alle drei stehen auf der Packung oder auf der Produktseite.

Salz ist die erste. Die DGE nennt als Richtwert bis zu 6 Gramm Speisesalz pro Tag (Stand 10/2023). Im Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg (Stand 04/2022) erreichte ein Viertel der Fertiggerichte diesen Wert schon mit einer einzigen Portion. Der übliche Fehler beim Nachlesen: Die Nährwerttabelle bezieht sich meist auf 100 Gramm, ein Gericht wiegt aber ein Mehrfaches davon. Rechne den Wert also immer auf die ganze Packung hoch, sonst rechnest du dir den Salzgehalt schön.

Faustregel: Teile die 6 Gramm auf deine Mahlzeiten auf. Bei drei Mahlzeiten am Tag sind das 2 Gramm Salz pro Gericht, und alles darüber musst du am Rest des Tages wieder einsparen.

Die zweite Angabe ist die Zutatenliste. Kurz ist besser, und Anbieter, die auf Zusatzstoffe verzichten, weisen das aus, weil es ein Verkaufsargument ist. Juits 0 Prozent Zusatzstoffe sind so eine Aussage, nachlesbar auf der Zutatenliste jedes Gerichts.

Die dritte ist Protein, zusammen mit den Ballaststoffen, und es ist die einzige Angabe, bei der ein hoher Wert gut ist. Die beiden entscheiden, ob du nach dem Gericht satt bist oder zwei Stunden später am Kühlschrank stehst. Einen brauchbaren Vergleichswert liefert Factors Plan High Protein mit mindestens 30 Gramm pro Gericht. Wenn Muskelaufbau oder Sättigung dein Ziel ist, sind die High-Protein-Fertiggerichte konsequent darauf ausgelegt.

Gibt es einen Testsieger bei gesunden Fertiggerichten?

Für Lieferdienste nicht: Nach unserer Recherche haben weder Stiftung Warentest noch Öko-Test Juit, Factor, PrepMyMeal oder Löwenanteil getestet. Die vorhandenen Tests zu Fertiggerichten betreffen Supermarktware und liegen Jahre zurück. In Ausgabe 02/2012 prüfte die Stiftung Warentest 24 Tiefkühl-Nudelgerichte: Fünf schmeckten sehr gut, drei davon von Frosta und zwei von Iglo, und 16 kamen ohne Zusatzstoffe aus.

Im Salz-Test vom 29.03.2012 kam eine 400-Gramm-Portion Nudelgericht im Mittel auf 3,6 Gramm Salz, und beim Nasi-Goreng-Test 04/2013 lag Frosta vorn.

Öko-Test bewertete 2018 zwanzig vegane Fertiggerichte: Mehr als zwei Drittel schnitten mit „sehr gut“ oder „gut“ ab, vier Produkte verloren wegen Mineralölrückständen Punkte. Die Lehre daraus: Über die Qualität entscheiden Salz und Zusatzstoffe, und nach genau diesen Kriterien plus dem Preis pro Gericht haben wir die Anbieter oben sortiert.

Was eine Woche mit fünf Fertiggerichten kostet

Fünf Gerichte pro Woche für eine Person sind der realistische Fall: Mittag oder Abend an den Arbeitstagen, am Wochenende kochst du selbst oder gehst raus.

AnbieterBestellungReicht fürPreis pro GerichtVersandSumme der Bestellung
Juit6er-Box (Mindestmenge)6 Gerichte9,49 €5,99 €62,93 €
Factor8 Gerichte8 Gerichte8,99 €5,99 €77,91 €
PrepMyMeal6er-Box (Mindestmenge)6 Gerichte9,90 €5,99 €65,39 €
Löwenanteil5 Gläser einzeln5 Gerichte9,99 €ab 99 € frei49,95 € plus Versand
LöwenanteilProbierpaket, 12 Gläser12 Gerichte9,49 €ab 99 € frei113,89 €

Listenpreise, Stand 1. Oktober 2026, ohne Einführungsrabatte. Die Summen sind wegen der unterschiedlichen Mindestmengen nicht direkt vergleichbar.

Zwei Dinge fallen daran auf. Erstens kostet die kleine Bestellung fast immer mehr pro Gericht: Bei Factor zahlst du in der 8er-Box 8,99 Euro, ab der 12er-Box 8,49 Euro. Dazu fallen die 5,99 Euro Versand einmal pro Lieferung an und verteilen sich bei zwölf Gerichten auf doppelt so viele Teller wie bei sechs.

Zweitens gehen fünf Gerichte bei Juit und PrepMyMeal gar nicht auf, weil beide erst ab sechs liefern. Verloren ist das sechste Gericht trotzdem nicht: Es ist der Puffer für den Tag, an dem nichts klappt.

Wir halten Juit für die beste Wahl, solange du keinen festen Ernährungsplan brauchst: keine Bindung, 0 Prozent Zusatzstoffe und mit 7,89 Euro pro Gericht in der 30er-Box der niedrigste Stückpreis. Bei der kleinen Bestellung liegt Juit mit 62,93 Euro für sechs Gerichte inklusive Versand knapp unter PrepMyMeal (65,39 Euro). Die Einordnung zu Juit geht ins Detail.

Sobald du gezielt Kalorien oder Kohlenhydrate begrenzen willst, ist dein Geld bei Factor mit 8,49 Euro pro Gericht ab der 12er-Box gut angelegt, weil dir der Plan die Auswahlarbeit abnimmt.

Welche gesunden Fertiggerichte gibt es im Supermarkt?

Im Supermarkt sind Frosta, Iglo und Little Lunch die naheliegenden Kandidaten, und sie sind die eigentliche Konkurrenz der Lieferdienste. Frosta bewirbt seine Tiefkühlgerichte selbst mit „ohne Zusatzstoffe“, Iglo widmet den gesunden Fertiggerichten einen eigenen Ratgeber, und Little Lunch verkauft Bio-Suppen und Eintöpfe im 350-Milliliter-Glas über Händler wie Rewe, Edeka oder Kaufland.

Der Supermarkt gewinnt bei Flexibilität und Einstiegspreis: kein Versand, keine Mindestmenge, kein Konto. Er verliert an zwei Punkten. Erstens prüfst du die Etiketten komplett selbst, und gerade bei Fertiggerichten aus dem Supermarkt zeigt der Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg, wie oft der Salzgehalt aus dem Rahmen fällt. Das gilt für Dosen und Gläser genauso wie für Tiefkühlware. Zweitens sind Suppen und Eintöpfe keine vollständige Mahlzeit: Ohne Brot oder Beilage hältst du bis zum Abend nicht durch.

Am besten fährst du mit der Kombination: Lieferung für die Tage, an denen es schnell gehen muss, Supermarkt für den Rest. Und wenn du eigentlich lieber selbst kochst und nur die Planung loswerden willst, ist eine gesunde Kochbox die passendere Antwort als jedes Fertiggericht. Organisierst du das Essen für jemanden, der gar nicht mehr selbst kocht, vergleichen wir die Optionen unter Alternativen zu Essen auf Rädern.

Häufige Fragen zu gesunden Fertiggerichten

Welche Fertiggerichte sind gesund?

Gesund sind Gerichte, bei denen das Salz unter 2 Gramm pro Gericht bleibt, also unter einem Drittel des Tagesrichtwerts von 6 Gramm. Dazu kommen eine kurze Zutatenliste und genug Protein und Ballaststoffe.

Gibt es gesunde Fertiggerichte ohne Abo?

Ja. Juit und PrepMyMeal verkaufen einzelne Boxen ohne Vertrag, Löwenanteil verkauft einzelne Gläser zu 9,99 Euro. Die eigentliche Hürde ist die Mindestmenge: Bei Juit und PrepMyMeal sind sechs Gerichte pro Bestellung Pflicht. Bei Factor bekommst du die Gerichte nur im Abo, kannst es aber jederzeit pausieren, ändern oder kündigen.

Ist Frosta wirklich so gesund?

Frostas Werbeversprechen bezieht sich auf Zusatzstoffe, und dieses Kriterium erfüllt die Marke nach eigener Aussage. Zur zweiten großen Frage sagt es nichts: zum Salzgehalt. Dreh die Packung deshalb um und rechne die Angabe pro 100 Gramm auf das ganze Gericht hoch.

Sind Fertiggerichte zum Abnehmen geeignet?

Sie helfen, weil die Portion fest ist und du nicht mehr auf den Teller lädst als vorgesehen. Factor hat dafür den Plan 550 Kcal Max im Angebot, bei dem die Kaloriengrenze pro Gericht schon in der Auswahl steckt. Achte trotzdem auf Protein und Ballaststoffe, sonst ist ein kalorienarmes Gericht nach einer Stunde vergessen. Bei Löwenanteils Gläsern für 9,49 Euro solltest du einrechnen, dass ein Glas mit Beilage als zwei Portionen gedacht ist.