Sogenannte Aktivisten liefern sich Auseinandersetzungen mit der PolizeiKlimacamp, Blockaden und Greta Thunberg - Proteste in mehreren Städten

von Jan Heikrodt, Julia Westarp und Annalena Kirsten

In Hamm protestieren am Freitag (29.05.) hunderte sogenannte Klimaaktivisten unter anderem gegen geplante Gaskraftwerke – begleitet vom größten Polizeieinsatz in der Geschichte der Stadt. Unterstützung kommt dabei auch von prominenter Seite: Fridays-for-Future-Initiatorin Greta Thunberg ist vor Ort.

Demonstration und Auseinandersetzungen in Hamm

Am Freitagmorgen (29.05.) zogen zahlreiche Demonstranten durch die Innenstadt von Hamm. Ihr Motto: „Alle gemeinsam gegen Gas“. Immer wieder kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Teilweise vermummten sich Teilnehmer – ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz. Die Polizei versuchte, die Lage unter Kontrolle zu bringen. Immer wieder wurden Gruppen gestoppt, etwa als selbsternannte Aktivisten versuchten, Gleise zu erreichen, um in Richtung eines Gaskraftwerks zu kommen. Teilweise wurden Demonstranten in Gewahrsam genommen oder mit Sonderzügen aus der Stadt gebracht. RTL-Reporter Jan Heikrodt beschreibt die Situation vor Ort als „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen Polizei und Aktivisten.

Klimacamp und Training für Aktionen

Rund fünf Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt haben die Aktivisten ein Klimacamp aufgebaut. Bis Dienstag (02.06.) sollen dort Workshops stattfinden – auch zum Thema ziviler Ungehorsam. Die Aktionen am Freitag (29.05.) zeigten, wie dieses Konzept schon in der Praxis umgesetzt wird: mit koordinierten Versuchen, die Infrastruktur zu blockieren.

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Blockaden auch in anderen Städten

Zeitgleich blockierten in Mülheim an der Ruhr rund 100 sogenannte Aktivisten die Gleisanlage eines Pipelineherstellers. In unmittelbarer Nähe protestierten weitere 200 Menschen vor dem Werk eines Panzerbauers. Die Teilnehmer wollten nach eigenen Angaben die Produktion stören und ein Zeichen gegen Rüstungsindustrie und fossile Energie setzen.

Gelände in Gelsenkirchen gestürmt

Auch in Gelsenkirchen eskalierte die Lage: Rund 200 Aktivisten durchbrachen den Zaun eines ehemaligen Steinkohlekraftwerks in Scholven. Obwohl die Anlage abgerissen wird, gilt sie weiterhin als kritische Infrastruktur. Der Betreiber Uniper zeigt sich deutlich: Meinungsfreiheit werde respektiert – das unerlaubte Betreten der Anlage aber nicht. Auf dem Gelände in Gelsenkirchen will der Düsseldorfer Energiekonzern eine Gas- und Dampfturbinenanlage bauen.

Greta Thunberg beteiligt sich an Blockade

Bei der Aktion in Gelsenkirchen war auch Greta Thunberg dabei. Gemeinsam mit anderen Aktivisten blockierte sie das Gelände und beschäftigt die Einsatzkräfte über Stunden. Die Polizei ermittelt unter anderem wegen Hausfriedensbruchs und Sachbeschädigung. Weitere Protestaktionen sind bereits angekündigt – auch am Samstag (30.05.) könnte es in Hamm zu größeren Einsätzen kommen.