Bilanz nach Sommer-Hitzewelle22 Badetote! Nirgendwo sonst sterben so viele Menschen beim Schwimmen, wie in NRW

Rettungsschwimmerin der DLRG-Wasserrettung beobachtet durch ein Fernglas die Badegaeste am Alperstedter See in Thueringen (Foto vom 05.07.2025). Die Wachstation am Alperstedter See bei Erfurt wird durch Rettungsschwimmer aus dem DLRG Landesverband Thueringen besetzt. Die Saison laeuft vom 29. Mai bis 14. September (je nach Wetterlage). Die DLRG Teams halten Wache, beobachten den Badesee aktiv und sorgen fuer die Sicherheit der Badegaeste. Im Notfall greifen sie ein  Personen, die in Gefahr geraten sind, werden schnellstmoeglich aus dem Wasser gerettet. Die Ausstattung umfasst dazu unter anderem Rettungsboje, Rettungsboard, Gurtretter sowie Wurfsack. Kleinere Verletzungen oder Medizin Notfaelle werden direkt vor Ort im SAN Bereich versorgt.
Rettungsschwimmerin der DLRG-Wasserrettung beobachtet durch ein Fernglas die Badegaäste. (Archiv)
picture alliance / epd-bild / Paul-Philipp Braun
von Sebastian Reddig

Sommer, Sonne, Abkühlung – doch der Sprung ins Wasser endet für immer mehr Menschen tödlich. Allein im Juni sind in Nordrhein-Westfalen 22 Menschen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Das sind mehr als 80 Prozent mehr als im Vorjahresmonat und mehr Todesopfer als in jedem anderen Bundesland. Besonders häufig trifft es junge Männer.

NRW zählt die meisten Badetoten

Die Bilanz nach dem Hitzemonat Juni ist erschreckend: 22 Menschen sind in Nordrhein-Westfalen bei Badeunfällen ums Leben gekommen. Im Juni 2025 waren es noch zwölf Todesopfer. Damit verzeichnet NRW innerhalb eines Jahres einen Anstieg von mehr als 80 Prozent. Auch bundesweit ist die Zahl der Badetoten stark gestiegen. Mindestens 99 Menschen ertranken im Juni in Deutschland – so viele wie seit mehr als 20 Jahren in keinem Juni mehr. Zuletzt hatte es im Hitzesommer 2003 mit 107 Todesopfern eine noch höhere Zahl gegeben. Besonders an heißen Tagen häufen sich die Unglücke. Erst am Sonntag (12.07.) ertrank ein etwa 20 Jahre alter Mann in der Wuppertalsperre.

Besonders junge Männer gehen hohe Risiken ein

Auffällig ist, wer besonders häufig bei Badeunfällen ums Leben kommt: Mehr als 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich, 40 Menschen waren nicht älter als 30 Jahre. Auch in Nordrhein-Westfalen zeigt sich dieses Muster. Junge Männer würden sich häufiger nicht an Regeln halten und Gefahren unterschätzen, erklärt die DLRG. Besonders Strömungen, große Temperaturunterschiede beim Sprung ins Wasser und die eigene Leistungsfähigkeit werden demnach oft falsch eingeschätzt. Hinzu kommen Sprünge in unbekannte oder zu flache Gewässer sowie Alkohol- und Drogenkonsum. Innerhalb weniger Sekunden kann eine vermeintlich harmlose Situation lebensgefährlich werden.

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DLRG warnt vor Flüssen und unbewachten Seen

Die meisten tödlichen Badeunfälle ereignen sich in Flüssen und Seen. Als besonders gefährlich gilt in Nordrhein-Westfalen der Rhein. Starke Strömungen und die Sogwirkung vorbeifahrender Schiffe können selbst erfahrene Schwimmer in Lebensgefahr bringen. Allein im vergangenen Jahr starben zwölf Menschen bei Badeunfällen im Rhein in NRW. Die meisten Städte und Kreise im Westen haben deshalb ein Badeverbot ausgesprochen. Wer dagegen verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen. Die DLRG rät grundsätzlich dazu, nur an geeigneten und bewachten Stellen ins Wasser zu gehen, sich vorher abzukühlen und die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen. Kinder sollten am Wasser niemals unbeaufsichtigt bleiben, auf Alkohol und Drogen sollte vollständig verzichtet werden.