Bewohner kämpfen sich täglich in den zwölften StockHochhaus ohne Aufzug – 192 Stufen und der tägliche Kampf der Mieter in Dortmund-Hörde
Seit Anfang Juni stehen die Aufzüge in einem Hochhaus in Dortmund-Hörde still – für die Bewohner eine enorme Belastung. Besonders betroffen sind die Menschen in den oberen Etagen.
Familienleben nicht möglich
Mohamad Al Sawate lebt mit seiner Familie im zwölften Stock. Täglich bewältigt er 192 Stufen, um seine Wohnung zu erreichen. „Wir fühlen uns wie in einem offenen Gefängnis“, klagt der Familienvater. Spaziergänge oder Einkäufe mit den Zwillingen seien kaum noch möglich.
Rentnerin kommt ins Krankenhaus
Auch Elke Birgel (73) leidet unter den Umständen. Sie hat ihre Wohnung seit einem Monat nicht mehr verlassen. Ein Versuch vor ein paar Wochen endete dramatisch: Nach einem Schwächeanfall musste sie in der dritten Etage von Nachbarn und Rettungskräften mit einem Rollstuhl geborgen und ins Krankenhaus gebracht werden.
Anwalt rät Mietkürzungen
Trotz der Strapazen hat die Rentnerin bislang keine Ansprüche gegen den Vermieter geltend gemacht. Rechtsanwalt Arndt Kempgens rät aber, den Vermieter zur Reparatur aufzufordern und eine Mietkürzung anzudrohen. Alternativ könne die Miete unter Vorbehalt gezahlt werden, um später gegebenenfalls Rückforderungen zu stellen.
Vermieter gibt Entwarnung
Der Vermieter, die LEG Immobilien SE, teilte RTL WEST mit, dass die Aufzüge gereinigt werden und im besten Fall sofort mit den Reparaturen begonnen werden könne. Optimistisch geht man davon aus, die Aufzüge noch in dieser Woche wieder in Betrieb zu nehmen. Mieter wie Mohamad Al Sawate bleiben aber skeptisch.
































