Der Verdächtige soll zum Reden gebracht werdenVermisste Lyhanna (11) in Frankreich – wie die Polizei sie jetzt finden will

Wie soll es nun weitergehen?
Die elfjährige Lyhanna aus Fleurance im Département Gers ist seit dem 29. Mai 2026 spurlos verschwunden. Ein Verdächtiger, der 41-jährige Vater ihrer besten Freundin, wurde wegen Entführung und Freiheitsberaubung angeklagt. Doch Jérôme B. schweigt eisern! Seit Tagen sucht die Polizei nach dem Mädchen, das zuletzt im Auto des Angeklagten gesichtet wurde. Gendarmeriegeneral Jacques Fonbonne erklärt, wie die Ermittler jetzt nach ihr suchen.
„Keine Fährte gefunden” – Spürhunde sollten vermisste Lyhanna finden
Um Anhaltspunkte zu Lyhannas (11) Aufenthalt zu finden, hat die Gendarmerie einen Spürhund eingesetzt – und zwar am Haus des Verdächtigen sowie seiner Familie in Montestruc-sur-Gers, wie das französische Nachrichtenportal BFMTV berichtet. „Man gibt dem Hund einen Referenzgeruch, zum Beispiel einen Schuh oder ein Kleidungsstück des kleinen Mädchens. Man steckt das in eine Plastiktüte, bedeckt den Kopf des Hundes mit der Tüte, damit er tief einatmet und den Geruch in sich aufnimmt. (...) Anschließend folgt der Hundeführer ihm an der Leine, denn der Hund ist es, der die Richtung angibt”, erklärt Gendarmeriegeneral Jacques Fonbonne die Suche im „Le Titre à la une”-Podcast des BFMTV.
Was vielversprechend klingt, erzielte laut der Einschätzung des Gendarmeriegenerals jedoch nicht den gewünschten Erfolg: So soll die 30-minütige Suche mit dem Spürhund ergeben haben, „dass er keine Fährte gefunden hat”, so der Experte. Sonst wäre der Spürhund der Fährte von Lyhanna gefolgt. „In diesem Fall muss er 30 Minuten lang im Kreis gelaufen sein”, mutmaßt Fonbonne und betont: „Wenn es etwas gegeben hätte, hätte er ihn gezwungen, es zu finden.”
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Fluss Gers rückt bei Lyhanna-Suche in Fokus – warum das „kein gutes Zeichen” ist
Bei der Suche nach der vermissten elfjährigen Lyhanna rückt auch der Fluss Gers in den Fokus der Ermittlungen. Doch die Konzentration auf den Fluss ist „kein gutes Zeichen“, wie Gendarmeriegeneral Jacques Fonbonne gegenüber BFMTV betont. „Es bedeutet, dass man bereits alle Suchgebiete ausgeschöpft hat, in denen das kleine Mädchen lebend oder ihre Leiche leicht zu finden gewesen wäre.”
Die Polizei würde nun nach der Schneckenmethode arbeiten: Die Suche würde in der unmittelbaren Nähe der zurückgelegten Strecke des Verdächtigen beginnen und immer weiter nach außen gehen. Da zwischen dem Zeitpunkt, in dem Lyhanna in seinem Auto gesichtet wurde, und der Zeit, zu der der Verdächtige seine eigene Tochter eingesammelt hat, zwei Stunden liegen, ist das Suchgebiet laut des Experten aber „extrem groß”.
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Der Fluss sei wiederum in den Fokus gerückt, weil er „nur wenige hundert Meter vom Schwimmbad entfernt” ist und diese „Version bei den Zeugen glaubwürdig” wäre, so Fonbonne. Dort will der Verdächtige Lyhanna nämlich angeblich abgesetzt haben.
Die Suche im Fluss birgt allerdings einige Hürden, wie der General offenbart: Wegen der Strömung, die durch den Wasserfall oberhalb der Suchstelle entsteht, kann eine „Leiche möglicherweise 100 Meter, 200 Meter oder sogar einen Kilometer weit abgetrieben” worden sein. Zudem ist das Wasser extrem trüb und schlammig. „Das bedeutet, dass die Taucher nichts sehen und sich auf ihren Tastsinn verlassen müssen”, enthüllt Fonbonne.
GPS-Daten, DNA und Co. – Fahrzeug des Verdächtigen wird auf Spuren untersucht
Das beschlagnahmte Fahrzeug des Verdächtigen ist zum spezialisierten Institut für Kriminalforschung der Gendarmerie (IRCGN) in Pontoise gebracht worden. „Es wird zwei Ermittlungsansätze geben”, offenbart Fonbonne. Erstens: Das Auffinden von Spuren, die auf die Anwesenheit der kleinen Lyhanna im Fahrzeug hindeuten. Fingerabdrücke, DNA und Fasern sowie die Platzierung der Spuren könnten hier die Wahrheit ans Licht bringen.
Der zweite Ansatz ist die Auswertung der Bordelektronik des Fahrzeugs, insbesondere der GPS-Daten. Diese könnten die genaue Route des Verdächtigen und – noch entscheidender – mögliche Haltezeiten offenbaren. „Wenn er zehn oder 15 Minuten angehalten hat, gerade lange genug, um eine Leiche zu verstecken, ändert das die Hypothese der Gendarmen”, erklärt der General.
Ermittler kämpfen um ein Geständnis! So will man Jérôme B. zum Reden bringen
„Um ihn zum Reden zu bringen, müsse man seine Schwachstelle finden”, offenbart Gendarmeriegeneral Jacques Fonbonne im Gepräch mit BFMTV. Ein spezielles Team würde sich intensiv mit seiner Vergangenheit und seinem Umfeld befassen. Ihr Ziel: einen Dialog in Gang zu bringen, der auf Widersprüche in seiner Persönlichkeit und in den Fakten abzielt.
Ein Geständnis erfolgt oft erst dann, wenn die Person „am Ende ihrer Argumente angelangt ist oder durch einen psychologischen Schock“, so der General. Im letzten Schritt erhoffen sich die Ermittler, dass Jérôme B. Informationen preisgibt, die nur er haben kann: die genauen Umstände, zeitliche Angaben, den Ablageort einer möglichen Leiche und die Art und Weise, wie Lyhanna getötet wurde.
Verwendete Quellen: BFMTV


































