Neue Details zum HauptverdächtigenLyhanna (11) in Frankreich vermisst – das wissen wir über den verhafteten Jérôme B.

Jérôme B. war der Familie von Lyhanna bekannt, hatte Kontakt zu dem Mädchen und geriet bereits früher wegen unangemessenen Verhaltens gegenüber einer Schülerin in Schwierigkeiten.
Jérôme B. geriet bereits früher wegen unangemessenen Verhaltens gegenüber einer Schülerin in Schwierigkeiten.
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Er kannte das Mädchen gut.
Der Mann, der im Fall der verschwundenen Elfjährigen aus Frankreich inzwischen in Untersuchungshaft sitzt, gehörte zum Umfeld des Mädchens. Jérôme B. ist der Vater von Lyhannas bester Freundin Sofia. Jetzt kommen immer mehr Details über den Mann ans Licht, gegen den wegen Entführung und Freiheitsberaubung einer Minderjährigen ermittelt wird.

Jeden Morgen sah Lyhanna den Vater ihrer Freundin

Auf den ersten Blick führt Jérôme B. ein völlig unauffälliges Leben in der französischen Provinz. Er ist verheiratet und selbst Vater von zwei Töchtern im Alter von elf und sieben Jahren. Seine ältere Tochter ist mit Lyhanna befreundet. Für das vermisste Mädchen war der 41-Jährige kein Fremder.

Ihre Mutter Charly erzählt im Interview mit BFMTV, dass ihre Tochter den Vater von Sofia regelmäßig gesehen habe, wenn sie mit dem Bus zur Schule kam. „Er brachte Lyhanna jeden Tag Snacks mit. Wenn es jemand ist, den sie kennt, ja, dann wäre sie durchaus in der Lage, in das Auto einzusteigen, wenn er ihr angeboten hätte, sie nach Hause zu fahren.” Genau das könnte nach Ansicht der Familie passiert sein.

Polizei, Taucher, Hunde und Hubschrauber suchen seit Freitag fieberhaft nach dem Mädchen. Die Eltern geben die Hoffnung nicht auf.
Polizei, Taucher, Hunde und Hubschrauber suchen seit Freitag fieberhaft nach dem Mädchen.
Gendarmerie du Gers

Doch schon Monate vor dem Verschwinden ihrer Tochter hatten Lyhannas Eltern ein ungutes Gefühl. Bei einer Übernachtungsparty bei ihrer Freundin soll es zu unangenehmen Situationen gekommen sein. „Sie hatte uns erzählt, dass er Spaß daran hatte, sie zu kitzeln, dass er ziemlich viel mit ihr gespielt hatte”, berichtet Lyhannes Mutter. Der Anwalt der Familie, François Roujou de Boubée, erklärt, die Eltern hätten daraufhin „einige Zweifel“ gehabt. Wegen eines „unangemessenen Verhaltens“ hätten sie schließlich „jeden Kontakt mit ihm abgebrochen.”

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Bereits früher Disziplinarverfahren wegen Schülerin

Doch es sickern noch mehr beunruhigende Details aus der Vergangenheit des Verdächtigen durch. Jérôme B. war in der Vergangenheit bereits wegen seines Umgangs mit einer anderen Minderjährigen aufgefallen. Wie BFMTV berichtet, arbeitete der 41-Jährige mehrere Jahre als Hausmeister und technischer Mitarbeiter an verschiedenen Schulen im Département Gers.

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Im Februar 2021 endete seine Tätigkeit an einem Gymnasium in Lectoure nach einem Disziplinarverfahren. Anlass war eine Meldung der Schulleiterin wegen unangemessenen Verhaltens gegenüber einer Schülerin. Nach Informationen des Senders soll Jérôme B. der Jugendlichen wiederholt hartnäckige, aufdringliche Nachrichten in den sozialen Netzwerken geschickt haben. Sein Arbeitsverhältnis wurde daraufhin beendet. Strafrechtliche Konsequenzen hatte der Vorfall aber nicht, sein polizeiliches Führungszeugnis war bei seinen Anstellungen offiziell sauber.

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Jérôme B. hüllt sich in Schweigen

Am Montag (1. Juni) wurde Jérôme B. offiziell wegen Entführung und Freiheitsberaubung einer Minderjährigen angeklagt und in Untersuchungshaft genommen. Vor dem Ermittlungsrichter macht er nach Angaben der Staatsanwaltschaft keine Aussage und beantwortete keine Fragen.

Ein Zeuge will Lyhanna am Freitag (29. Mai) zuletzt in seinem Auto gesehen haben. Seine Behauptung, er habe das Mädchen nur am örtlichen Schwimmbad abgesetzt, stufen die Ermittler als „widersprüchlich und ungenau“ ein. Während Jérôme B. nun hinter Gittern sitzt, suchen rund 170 Einsatzkräfte weiter nach Lyhanna. Von der Elfjährigen fehlt weiterhin jede Spur.

Verwendete Quellen: BFMTV