Die Zeugin, die heute aussagt, ist eine frühere Nachbarin von Gina H. Vier Tage nach Fabians Verschwinden fahren sie zum Tümpel. Gemeinsam rufen sie die Polizei.
„Heike M. ist die dritte Person, die Gina H. zum Tümpel geführt hat. Die krasseste Aussage: Gina H. soll sich gefreut haben, dass ihr Hund Zitat: an die Leiche gepullert habe. Sie war heute sehr emotional bei ihrer Aussage, hat immer wieder geweint. Gina H. blieb davon völlig unbeeindruckt."
Der Fall um den kleinen Fabian bringt ans Tageslicht: Die Angeklagte, die offenbar weiterhin mit Fabians Vater zusammen ist, hat ein Leben voller Lügen und mit Stimmungsschwankungen geführt. Chatnachrichten zeigen ein erschreckendes Bild. Gina H. hat Menschen wohl manipuliert, mehreren Männern offenbar gleichzeitig anzügliche Nachrichten und Nacktfotos geschickt.
„Was auffällt: Gina H. schmunzelt, lacht, schaut triumphierend, wenn es um sie und ihre Wirkung auf Männer geht. Wenn Zeugen sagen, dass sie sich mehr mit ihr vorstellen konnten und mit ihr ins Bett wollten. Sie scheint Gefallen daran zu haben, im Mittelpunkt zu stehen und als attraktiv angesehen zu werden."
„Also wenn man sich jetzt anschaut, dass im Gerichtssaal die Angeklagte mitunter schmunzelt, wenn da die WhatsApp-Nachrichten abgespielt werden und es da eben um irgendwelche sexualisierten Inhalte geht, dann könnte man das vielleicht psychologisch so einordnen, dass sie die Anerkennung über alles stellt. Also dass sie die doch sehr dringend braucht, auch für die eigene Selbstwertstabilisierung."
Gina H. hatte laut Zeugen auch immer wieder heftige Wutanfälle.
„Zum Mordvorwurf schweigt die Angeklagte weiterhin beharrlich. Sie regt sich im Gerichtssaal allerdings auch mal auf, wirkt unzufrieden und aufbrausend, verschränkt die Arme. Außerdem schüttelt sie sehr oft demonstrativ den Kopf."
„Bei emotional instabilen, persönlichkeitsgestörten Menschen ist es eher so, dass sie unheimlich Angst davor haben, verlassen zu werden. Das ist sehr, sehr bedrohlich und daraus abgeleitet dann auch impulsives Verhalten sich zeigen kann."
Mitgefühl oder Emotionen zeigt Gina H. vor Gericht bisher nur, als es um ihr totes Pferd geht. Fabians Mutter ignoriert sie bei den Verhandlungen so gut sie kann.
„Für mich schließt sich dieser Kreis, weil wir unter uns immer gefragt haben, woher diese Gerüchte kommen. Woher kommen diese ganzen vielen Gerüchte. Diese ganze Hetze, die ja immer noch stattfindet gegen mich, gegen meine Freunde und dass das für mich alles von ihr aus gekommen ist."
Mit den Aussagen der Zeugin heute zieht sich die Schlinge im Prozess gegen Gina H. noch ein einmal enger.