„Die Zeit läuft gegen uns”Verzweifelte Suche nach Lyhanna (11) – Eltern klammern sich an den letzten Funken Hoffnung

Seit Tagen fehlt jede Spur von Lyhanna.
Die elfjährige Schülerin aus dem französischen Fleurance verschwindet am Freitagnachmittag (29. Mai) nach der Schule. Während hunderte Einsatzkräfte nach dem Mädchen suchen, wächst mit jeder Stunde die Sorge. Selbst die Ermittler sprechen inzwischen offen über den erbarmungslosen Faktor Zeit. Doch ihre Eltern geben nicht auf.
„Die Zeit läuft gegen uns”
Die Suche nach Lyhanna läuft inzwischen auf Hochtouren. Taucher durchsuchen Flüsse und Seen, Suchhunde nehmen Fährten auf, Drohnen und Hubschrauber kreisen über der Region im Südwesten des Landes. Die Gendarmerie spricht von einem Großeinsatz. Trotzdem bleibt die Elfjährige verschwunden.

„Lyhanna wird seit Freitag vermisst, die Zeit läuft gegen uns”, sagt Philippe de Laforcade, Kommandeur der Gendarmerie im Département Gers, in einem Interview mit M6 France. Doch Aufgeben kommt für die Ermittler nicht infrage. „Wir denken nicht so. Wir werden weitersuchen, bis wir sie finden. Das ist unser Versprechen an die Familie.” Gleichzeitig macht der Kommandeur deutlich, wie schwierig die Lage wird: „Die Zeit vergeht, die Zeit setzt uns unter Druck, die Zeit macht die Dinge komplizierter.” Deshalb würden weiterhin enorme Kräfte auf die Suche konzentriert.
Die heißeste Spur führt zum Vater der besten Freundin
Zuletzt wird Lyhanna am Freitag gegen 15 Uhr vor ihrer Schule gesehen. Zeugen wollen sie anschließend im Auto eines 41-jährigen Mannes beobachtet haben, dem Vater ihrer besten Freundin. Der Mann steht inzwischen im Fokus der Ermittlungen. Gegen ihn wird wegen Entführung und Freiheitsberaubung einer Minderjährigen ermittelt. Zwar behauptet er, Lyhanna später an einem Schwimmbad abgesetzt zu haben, nach Angaben der Staatsanwaltschaft seien seine Aussagen jedoch widersprüchlich und ungenau gewesen.
Besonders brisant: Nach Angaben des Anwalts der Eltern hatten diese den Kontakt zu dem Mann bereits zuvor abgebrochen. „Die Eltern hatten jeden Kontakt gestoppt”, meint Familienanwalt François Roujou de Boubée bei BFMTV. Grund sei ein „unangemessenes Verhalten” des Mannes gegenüber Lyhanna gewesen. Nach einer Pyjamaparty zu Beginn des Schuljahres soll der Verdächtige sie intensiv gekitzelt haben.
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Eltern halten an der Hoffnung fest
Dass Lyhanna einfach abgehauen sein könnte, schließen sowohl die Ermittler als auch die Familie kategorisch aus. Sie sagen, das schüchterne Mädchen würde niemals weglaufen. Dennoch klammern sich die Eltern an die Hoffnung, ihre Tochter lebend wieder zu sehen. Sie behalten „eine unerschütterliche Hoffnung”, sagt ihr Anwalt im Gespräch mit BFMTV. „Es ist alles, was ihnen noch bleibt.” Trotz der Verzweiflung seien Mutter von einer „absoluten Würde” geprägt. Gleichzeitig würden sie mit „der Wut, nichts zu wissen” und „der Traurigkeit des Unverständnisses” kämpfen.

In der Kleinstadt Fleurance mit rund 6.000 Einwohnern verfolgt inzwischen nahezu jeder die Suche nach dem Mädchen. Immer wieder wollen Bürger eigene Suchaktionen starten. Doch die lehnen die Ermittler ab. „Wir brauchen einen igorosen, organisierten, rationalen und methodischen Ansatz“, betont Gendarmerie-Kommandeur de Laforcade. Unkoordinierte Suchtrupps könnten Ermittlungen erschweren, die jetzt so wichtig sind.
Verwendete Quellen: ENEX, BFMTV


