Todesstrafe in Florida vollstreckt Hingerichteter Dreifach-Mörder beteuert bis zuletzt seine Unschuld

Hingerichteter Mörder Pittman auf
Hingerichteter Mörder Pittman auf Polizeifotos von 2025 (l.) und 1990 (r.)
Polizei

34 Jahre lang saß er in der Todeszelle.
Im US-Bundesstaat Florida ist der Mörder David Pittman hingerichtet worden. Er ist bereits der zwölfte Verbrecher im laufenden Jahr, bei dem die Todesstrafe vollstreckt wurde. Das sind mehr als in jedem anderen Bundesstaat der Vereinigten Staaten. Der 63-Jährige erklärte kurz vor seinem Tod, dass er kein Mörder sei.

„Ich bin unschuldig. Ich habe niemanden umgebracht”

„Ich weiß, Sie sind alle gekommen, um zu sehen, wie ein unschuldiger Mann vom Staat Florida ermordet wird. Ich bin unschuldig. Ich habe niemanden umgebracht. Das war’s“, zitieren US-Medien ihn. Ein Behördensprecher erklärte, die Hinrichtung per Giftspritze sei ohne Komplikationen verlaufen.

Pittman war 1991 wegen dreifachen Mordes verurteilt worden und saß unvorstellbare 34 Jahre lang in der Todeszelle. Sämtliche Berufungen gegen das Mordurteil scheiterten. Er war für schuldig befunden worden, die Eltern und die Schwester seiner von ihm getrenntlebenden Frau umgebracht zu haben. Marie P. und Pittmann befanden sich zum Zeitpunkt der Taten 1990 in einem erbitterten Scheidungsprozess, berichtet der US-Sender CBS.

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Hat der Mörder seine Schwägerin als 15-Jährige vergewaltigt?

Seine Opfer lebten in Mulberry in Florida: Clarence Knowles (60), dessen zehn Jahre jüngere Ehefrau Barbara und die 21-jährige Tochter Bonnie. Pittman durchtrennte die Telefonleitungen zum Haus der Knwoles‘, erstach Eltern und Tochter und zündete das Haus der Familie an. Anschließend klaute er Bonnies Auto, mit dem er flüchtete und das er später ebenfalls anzündete.

Laut Zeugenaussagen hatte Pittman häufiger damit gedroht, der Familie seiner Frau etwas anzutun. Mögliches Motiv: er soll erfahren haben, dass ihn die Schwester seiner Frau wegen Vergewaltigung anzeigen wollte. Zum Zeitpunkt der angeblichen Tat war sie erst 15 Jahre alt, so die Tampa Bay Times.

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Während des Mordprozesses identifizierte ein Zeuge Pittman als den Mann, der Bonnie Knowles Auto angezündet hatte und danach floh. Ferner sagte ein Mithäftling aus, dass Pittman ihm gegenüber die drei Morde gestanden habe. Die Jury sprach ihn mit 9:3 Stimmen schuldig.

Sheriff: „Er war schon damals böse. Er hat sich nie geändert“

Seine Anwälte versuchten immer wieder, das Todesurteil anzufechten. Sie argumentierten mit einer angeblichen geistigen Erkrankung ihres Mandanten zur Tatzeit und dessen niedrigen IQ. Dies wurde mehrfach von Gerichten zurückgewiesen. Einen Tag vor der Hinrichtung wurde Pittmans letzte Berufung vom Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten zurückgewiesen.

Sheriff Grady Judd, in dessen Bezirk die Morde begangen wurde, äußerte sich mit Genugtuung über die Vollstreckung des Todesurteils und bezeichnete sie als „angemessen“. Judd sagte laut dem Fernsehsender WWNY: „Er war schon damals böse. Er hat sich nie geändert.“

Verwendete Quellen: CBS, The Guardian, The Indepentent Florida Alligator, The Ledger, WWNYTV