Am Dienstag stehen Busse und Bahnen in NRW still Schon wieder Streik im Nahverkehr

Die Kölner Verkehrsbetriebe stehen wegen eines Warnstreiks ab Dienstag still: Bahnen der KVB stehen im Depot und Streik-Plakate hängen an den Fenstern der KVB-Zentrale, da die Mitarbeiter des Verkehrsunternehmens heute die Arbeit niedergelegt haben. Die Gewerkschaft Verdi fordert mit der Aktion bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne - sehr zum Unmut mancher Fahrgäste. (Themenbild, Symbolbild) Köln, 11.03.2025
In Nordrhein-Westfalen sollen Busse und Bahnen am Dienstag wieder still stehen.(Archivbild)
picture alliance / Panama Pictures | Christoph Hardt

Im bevölkerungsreichsten Bundesland soll schon wieder gestreikt werden!
Fahrgäste im kommunalen Nahverkehr müssen am kommenden Dienstag (17. März) mit deutlichen Einschränkungen rechnen. Die Gewerkschaft Verdi ruft in allen Regionen Nordrhein-Westfalens Beschäftigte im Fahrdienst zum Warnstreik auf, wie eine Sprecherin mitteilte.

Nicht alle Nahverkehrs-Unternehmen sollen streiken

Busse und Stadtbahnen stünden in den bestreikten Betrieben von der frühesten Frühschicht bis zur spätesten Spätschicht still, teilte die Gewerkschaft mit. Nicht betroffen sind am Dienstag nach Verdi-Angaben das Unternehmen wupsi in Leverkusen, die Bahnen der Stadt Monheim, die Stadtwerke Krefeld, Stadtbus Gütersloh, die Stadtwerke Münster und die Stadtwerke Hamm. Das Unternehmen Aseag in Aachen ist ohnehin nicht Teil des Tarifkonflikts.

Bereits für diesen Montag (16.3.) sind den Angaben zufolge landesweit Beschäftigte in den Verwaltungen und Kundenzentren der kommunalen Nahverkehrsunternehmen zum Warnstreik aufgerufen. Mit dieser zweitägigen Struktur der Warnstreiks solle deutlich gemacht werden, wie unterschiedliche Berufsgruppen täglich dafür sorgten, dass der Nahverkehr funktioniere. Das reiche von der Verwaltung über Service bis hin zum Fahrdienst.

Welche Verkehrsalternativen gibt es?

Erfahrungsgemäß fahren einige Busse privater Subunternehmer. Außerdem sind S-Bahnen und Regionalzüge nicht von dem Tarifkonflikt im kommunalen Nahverkehr von NRW betroffen und können etwa innerhalb der Großstädte genutzt werden, um ein großes Stück voranzukommen. Der ADAC rät in solchen Fällen zu Fahrgemeinschaften und für kurze Strecken zum eigenen Fahrrad oder zu Sharing-Angeboten, etwa Leihräder oder Elektroscooter.

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Das NRW-Schulministerium hatte bei vorangegangenen Warnstreiks im Nahverkehr darauf hingewiesen, dass Schulpflicht besteht: «Bei im Vorfeld angekündigten Ereignissen wie einem Streik des öffentlichen Nahverkehrs besteht die Verpflichtung zur Teilnahme am Unterricht auch weiterhin.»

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Warum werden Verkehrsbetriebe bestreikt?

Der Tarifkonflikt dreht sich um die Arbeitsbedingungen der etwa 30.000 Beschäftigten in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben in NRW. In den bislang zwei Verhandlungsrunden ist keine Einigung erzielt worden.

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Verdi NRW will die wöchentliche Arbeitszeit von 39 auf 37 Stunden bei vollem Lohnausgleich verkürzen. Die Ruhezeit zwischen zwei Schichten soll außerdem von 10 auf 11 Stunden erhöht werden. Der Zuschlag für Sonntagsarbeit soll von 25 Prozent des Stundenentgelts auf mindestens 40 Prozent steigen.

Der Kommunale Arbeitgeberverband Nordrhein-Westfalen wirft Verdi seit Wochen vor, die Augen vor der desolaten Finanzlage der Verkehrsbetriebe zu verschließen. Die Tarif- und Entgeltbedingungen hätten sich schon deutlich verbessert, der Nahverkehr biete bereits attraktive Arbeitsplätze.

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Viele Menschen von Warnstreiks betroffen

Warnstreiks legten bereits in den vergangenen Wochen große Teile des kommunalen Nahverkehrs landesweit oder zuletzt regional lahm. Nach einer früheren Einschätzung des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen befördern die kommunalen Nahverkehrsbetriebe in NRW pro Tag im Durchschnitt etwa fünf Millionen Fahrgäste. Da es oft Hin- und Rückfahrten sind, könnten es etwa 2,5 Millionen tägliche Nutzer im Nahverkehr sein. (jgr, mit dpa)

Verwendete Quellen: dpa