„Wirtschaftlicher Totalschaden!”Das unsichtbare Risiko unter der Erde! Wo Häuser jetzt in Gefahr sind
Ihr Lebenstraum droht, zum Alptraum zu werden!
In einem freistehenden Einfamilienhaus möchte Max Schulz eigentlich zusammen mit seiner Familie alt werden. Doch der Traum bekommt immer mehr Risse – wortwörtlich. Durch den Salzabbau in der Umgebung senkt sich der Boden ab und zerstört Gebäude. Das Haus von Familie Schulz wurde bereits als wirtschaftlicher Totalschaden eingestuft. Und die Verantwortlichen? Die versuchen sich, aus der Affäre zu ziehen. Wie sie das machen und ob man sie am Ende doch nur zur Verantwortung ziehen kann, seht ihr im Video.
Salzabbau gefährdet das Zuhause von Familie Schulz
Familie Schulz wohnt seit gerade mal zwei Jahren in ihrem Eigenheim. „Als wir vor zwei Jahren dieses Objekt gekauft haben, dachten wir, das wäre unsere Traumimmobilie“, sagt Familienvater Max Schulz, als wir ihn zum Interview treffen. Doch schon jetzt droht der Traum in einem Alptraum zu enden, denn das Haus weist nach und nach immer mehr Risse auf. „Massive Bergschäden“, erklärt der Familienvater. Eine Außentreppe ist abgerutscht und hinterlässt Risse, so groß, dass man die Hand durchstecken kann.
Zwischen 2009 und 2023 sei das Haus von Familie Schulz um stolze zwölf Zentimeter abgesackt. Man könnte meinen, solange das Haus und die Fläche, die es umgibt, zusammen absacken, gibt es keine Probleme, doch „für einen massiven Baukörper ist das schon eine sehr, sehr starke Einschränkung“, erklärt Max Schulz. Sowohl an der Außenfassade, als auch im Inneren des Hauses sind die Auswirkungen mittlerweile zu sehen.
Lese-Tipp: Fünf Jahre nach Einzug! Familie soll Haus abreißen
„Wirtschaftlicher Totalschaden” – doch das Unternehmen weist jede Schuld von sich
Mängel, die für die Familie beim Kauf des Hauses nicht sichtbar waren und die das Unternehmen Cavity nicht als Bergbauschäden, sondern als Baumängel eingestuft hat. Cavity prüft für das Bergbauunternehmen, ob gemeldete Schäden eben auf dessen Bergbau zurückzuführen sind und kommt bei positivem Ergebnis für sie auf.
Nur dass Cavity wohl so gut wie keine Schäden als bergbaubedingt einstuft. Der Sachverständige Peter Immekus, der sich auf Bergbauschäden spezialisiert hat, äußert im RTL-Interview seine Vermutung, warum das so ist: „Die wollen hier an der Stelle, glaube ich, aus grundsätzlichen Erwägungen nicht zahlen, weil an diesem Fall hängen viele Mängel, die man Cavity vorwerfen kann.” Und er ist sich sicher, dass die Schäden am Haus von Familie Schulz eben doch durch den Salzabbau in der Umgebung verursacht werden.
Für Familie Schulz ist die Einschätzung der Cavity in jedem Fall ein Schock. Denn ihr Haus ist aktuell ein „wirtschaftlicher Totalschaden“, so Max Schulz. „Tatsächlich ist der monetäre Schaden größer als der Preis, den dieses Gebäude und das Grundstück überhaupt gekostet hat.“
Auf unsere konkrete Nachfrage zum Fall Familie Schulz antwortet Cavity nicht. Man erklärt uns in einem englischsprachigen Statement sinngemäß lediglich: „Ein Schaden wird als bergbaubedingt anerkannt, wenn ein technischer Zusammenhang mit früheren Bergbauaktivitäten plausibek ist und andere Ursachen ausgeschlossen werden können.”
Lese-Tipp: Irrsinn in Bonn! Anwohner sollen für Straße blechen, die schon da ist
Bergbauunternehmen darf bis 2050 weiter Salz abbauen
Zudem hat man dem zuständigen Bergbauunternehmen erst kürzlich eine neue Genehmigung erteilt, die den Salzabbau bis mindestens 2050, also für noch 24 weitere Jahre ermöglicht. Eine Entscheidung, die die Bürgerinitiative der Salzbergbaugeschädigten nicht auf sich sitzen lassen will. Im Video oben treffen wir den Vorsitzenden der Initiative zum Interview und er erklärt, warum es eigentlich gar nicht zu so großen Schäden wie am Haus von Familie Schulz kommen müsste.
Verwendete Quelle: eigene RTL-Recherche
































