Legende aus NRWKlasse oder Chaos? Jazzmusiker Till Brönner ist der Star an der Trompete
Till Brönner ist eine Legende aus NRW. Zum „Internationalen Tag des Jazz“ am Donnerstag (30.04.) spricht der Trompeter über Kreativität und Spontanität. Klasse oder Chaos – für ihn ist Jazz vor allem eins: pure Leidenschaft.
Angstfreie Spontanität
Für den einen klingt es nach Chaos, für den anderen ist es echte Musik mit Stil: der Jazz. Für Till Brönner ist es pure Kreativität und Inspiration. Der zweifache Papa war bis Ende April noch auf großer Deutschland Tour. Auch nach mehr als vierzig Jahren hat er sich am Jazz noch lange nicht sattgehört und gespielt. Für Till Brönner ist Jazz in der Lage, „spontan, komplett ungeprobt und ohne dass man weiß, was gleich passiert, auf alles einzugehen, was passiert.“
Station in Italien
Der 54-Jährige wurde in Viersen am Niederrhein geboren. Seine Eltern waren beide Lehrer. Kurz nach der Geburt zog die Familie nach Rom. Till Brönners Album Italia aus dem vergangenen Jahr ist eine Hommage und ein Dankeschön an diese Zeit. An dem Land liebt er das Essen, die Menschen und natürlich die Musik. Nach fünf Jahren ging es aber für Brönner wieder zurück nach NRW. In Bonn machte er sein Abitur.
Schulausflug zu Bernstein
Bei seinem Konzert in der Beethovenhalle in der Bundesstadt schwelgt er in Erinnerungen an einen Schulausflug mit seinem Musikkurs: „Dann saßen wir hier vorne in genau diesem Block. Und es war natürlich ein phantastisches Orchester. Irgendwann ging die Tür auf und Leonard Bernstein kam rein im rosa Polohemd und kam direkt zu uns hier vorne hin und sagte Herzlich willkommen!“ Leonard Bernstein ist ein bekannter Dirigent und Komponist. Aus seiner Feder stammt der Musicalklassiker „West Side Story“. Es war einer der vielen Momente, die Till Brönner zur Trompete geführt haben. Ein Weg, den er immer wieder gehen würde.
Erfolgreiche Karriere
Inzwischen lebt er mit seiner Frau Nadia Dassouki in Potsdam - und manchmal in Los Angeles. Aber egal wo es ihn hinzieht, die Trompete ist immer dabei. 1993 erschien seine erste eigene Platte. Seitdem ist er nicht zu bremsen: 19 Alben folgten, drei Mal wurde er mit dem Echo ausgezeichnet. Seine Veröffentlichungen sind ein Mix aus Eigenkompositionen und neu interpretierten Klassikern.
Ein Genre mit Geschichte
Die Musik soll auch nach Jahrzehnten noch gut klingen: zeitlos eben. Im Jazz nicht ungewöhnlich, denn das Genre ist schon ganz schön alt. Durch die Sklaverei wurden afrikanische Gesangs- und Musikstile im 19 Jahrhundert in die USA gebracht. Über Jahrzehnte verschmelzen die mit westlicher Musik, wie zum Beispiel zum Blues.
Konzerte im Sommer 2026
Für Till Brönner ist die Tour zwar erst mal vorbei. Das heißt aber nicht, dass er jetzt auf der faulen Haut liegt. Für den Sommer 2026 sind noch weitere Konzerte geplant: auch in NRW. Dort, wo der Weltstar seine Heimat hat.

































