Ausgerechnet sie fand Fabians (†8) LeicheRTL sagte Gina H. noch: „Ich habe damit nichts zu tun!” – jetzt ist sie wegen Mordes angeklagt

Gina H., die Ex-Freundin von Fabians Vater, ist tatverdächtig.
Die Frau, die die Kinderleiche in Klein Upahl fand, kennt Fabians Familie gut
dpa/Schwarck Media
von Jens Schwarck-Köhnke, Carsten Kulawik und Johanna Grewer

Dieses Interview erscheint heute in ganz anderem Licht!
Die Staatsanwaltschaft Rostock hat Anklage gegen Gina H. erhoben. Die Ermittler gehen davon aus, dass die 29-Jährige im Oktober 2025 den acht Jahre alten Fabian aus Güstrow in ihr Auto gelockt, zum Tatort gefahren und getötet hat. Sie ist diejenige, die die Leiche damals zufällig beim Spazierengehen gefunden haben will. RTL erzählt sie damals noch bereitwillig Details. Ausgerechnet sie könnte bald als Angeklagte in dem Fall vor Gericht stehen.

Ex-Freundin von Fabians Papa streitet alles ab

Gina H. kennt Fabian gut. Nach RTL-Informationen war sie vier Jahre lang mit seinem Vater Matthias R. zusammen. Das Paar soll sich Mitte August 2025 getrennt haben. Nur ein paar Wochen später, am 10. Oktober, verschwindet der acht Jahre alte Fabian plötzlich spurlos. Seine Familie ist sich sicher, er wäre niemals mit jemandem mitgegangen, den er nicht kennt. Gina H. ist für ihn aber fast wie Familie. Der Junge verbringt vor der Trennung viel Zeit mit ihr und ihrem sieben Jahre alten Sohn.

Leichenfundort in Klein Upahl
Fabians Leiche wurde in der Nähe eines Tümpels in Klein Upahl gefunden.
RTL

Dass ausgerechnet sie damals die Leiche des vermissten Jungen findet, kommt Fabians Mama sofort merkwürdig vor. Im Gespräch mit RTL erzählt Gina H. damals, sie sei mit einer Freundin und deren Hunden im Wald spazieren gewesen, dabei seien sie auf die Leiche gestoßen. Aber war das wirklich Zufall? Offenbar ist die Freundin nicht die erste Person, die Gina H. nach Fabians Verschwinden an den Tümpel in Klein Upahl brachte. Auch dass die Frau in einem abgelegenen Gebiet 15 Kilometer von ihrem Wohnort spazieren gegangen sein will, wirft damals Fragen auf.

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Ex-Freundin von Fabians Papa gibt sich im Interview unschuldig

Davon erzählt die 29-Jährige nichts im Interview. Stattdessen behauptet sie, dass es ein Schock gewesen sei, die Leiche zu sehen. „Fabian war wie ein eigenes Kind für mich. Ich war vier Jahre lang seine Ziehmama, sozusagen“, sagt sie im RTL-Interview. „Ich habe ihn geliebt, wie mein eigenes Kind, und hätte dem kleinen Mann niemals etwas angetan. Dieses Bild, wie er da lag, werde ich nie mehr los… Er sah schlimm aus. Damit muss ich erst mal fertig werden.” Während die 29-Jährige das im Interview erzählt, zittern ihre Hände.

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„Ich versteh’ gar nicht, wieso ich jetzt im Fokus bin. Ich habe bei der Polizei mein Handy abgegeben, mein Auto wurde untersucht, ich hab’ alles freiwillig gemacht und kooperiert. Das würde ich wohl nicht machen, wenn ich etwas damit zu tun hätte”, fragt sich die 29-Jährige im Gespräch mit RTL. Doch die Ermittler nehmen die Frau nicht nur in den Fokus, sondern Anfang November 2025 auch in Untersuchungshaft. Denn sie sind überzeugt, dass Gina H. sehr wohl etwas mit dem Verbrechen zu tun haben könnte.

Fabian aus Güstrow wurde mehrere Tage vermisst, bevor seine Leiche gefunden wurde.
Fabian aus Güstrow wurde mehrere Tage vermisst, bevor seine Leiche gefunden wurde.
Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern

Fabian aus Güstrow stirbt durch sechs Messerstiche

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen die Tatverdächtige Gina H. erhoben. Die 29-Jährige soll den Jungen im Oktober 2025 aus der Wohnung der Mutter gelockt und an einem Tümpel auf einem Feld mit mindestens sechs Messerstichen im Bereich des Oberkörpers getötet haben, wie die Behörde mitteilt. Um die Spuren der Tat zu verwischen, soll die Tatverdächtige die Leiche später angezündet haben. Trotzdem haben die Ermittler jetzt offenbar genug Beweise gegen sie in der Hand, dass es zur Anklage kommt. Im RTL-Interview sagt Staatsanwalt Harald Nowack, er rechne damit, dass es bereits Anfang Mai zum Prozess gegen Gina H. kommen könnte, wenn das zuständige Gericht keine Einwände mehr hat.

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Das Motiv für die Bluttat ist noch immer unklar. Dazu will sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern. Auch Gina H. schweigt zu den Vorwürfen. Sie soll die Tat aber allein geplant und begangen haben, heißt es. Die Staatsanwaltschaft weist aber darauf hin, dass auch nach der Anklageerhebung die Unschuldsvermutung für die 29-Jährige gilt. (mit AFP)

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, AFP