Mahmoud M. ging wahllos auf Partygäste losIS-Sympathie, Flüchtling und hochgefährlich – das wissen wir über den Bielefeld-Messerangreifer

19.05.2025, Nordrhein-Westfalen, Heiligenhaus: Einsatzkräfte der Polizei führen einen Tatverdächtigen nach seiner Festnahme ab. Nach dem Angriff eines Mannes auf mindestens fünf Menschen in Bielefeld ist ein Tatverdächtiger in Heiligenhaus bei Düsseldorf festgenommen worden.
Einsatzkräfte der Polizei führen den Tatverdächtigen nach seiner Festnahme ab.
Tim Oelbermann/dpa

Immer mehr Details kommen ans Licht!
Nach dem Messerangriff auf Feiernde in Bielefeld geht die Bundesanwaltschaft dem Verdacht eines gezielten Anschlags nach. Was trieb Mahmoud M. (35) an und wie kamen ihm die Behörden auf die Spur? Wir fassen alles zum Tatverdächtigen zusammen!

Mahmoud M. reiste über die Türkei nach Europa

Mahmoud M. (35) wohnte bis zur Tat in Harsewinkel bei Bielefeld. Laut NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) war der Syrer über die Türkei nach Europa eingereist. Im Dezember 2023 habe das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge ihm einen befristeten Schutzstatus ausgestellt, nachdem er in Deutschland einen Asylantrag gestellt habe.

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Mahmoud M. ist der Messerangreifer von Bielefeld.

Angriff in Bielefeld: Mahmoud M. trägt Schriftstück mit sich

Es verdichten sich laut Sicherheitskreisen und Medienberichten die Hinweise auf eine islamistische Motivation des Tatverdächtigen. Die Bundesanwaltschaft hatte am Dienstagabend die Ermittlungen übernommen: Es bestehe der Verdacht, dass die Tat religiös motiviert gewesen sei, hieß es unter anderem zur Begründung. Eine Sprecherin sagte in der ARD, bei dem Beschuldigten sei ein Schriftstück gefunden worden, das auf eine religiöse Motivation schließen lasse.

Der Spiegel berichtet unter anderem von einem Zettel, auf dem ein sogenanntes schwarzes Banner gemalt gewesen sei, eine Flagge, die von verschiedenen islamistischen Terrororganisationen wie Al-Qaida und dem Islamischen Staat (IS) genutzt wird. Außerdem soll der Tatverdächtige dem Magazin zufolge nach seiner Festnahme am Montag den Polizisten per Übersetzungs-App mitgeteilt haben, er sympathisiere mit dem IS. Diese Informationen wurden der Deutschen Presse-Agentur bestätigt.

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Im Video: Hier wird der Bielefeld-Angreifer festgenommen!

U-Haft wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung

Der Beschuldigte sitzt wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Das hatte ein Haftrichter in Bielefeld entschieden. Der Verdächtige soll mit Messern und einem speerähnlichen Gegenstand auf mehrere Gäste einer Bar in Bielefeld eingestochen haben und dann vom Tatort geflohen sein.

DB-App führte auf Spur von Mahmoud M.

Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen ist der Tatverdächtige mehrere Stunden nach dem Angriff vom Bielefelder Hauptbahnhof mit dem Zug über Hamm nach Essen ins Ruhrgebiet gefahren. Am dortigen Hauptbahnhof sprach er demnach einen Zeugen an, der den Ermittlern schließlich einen entscheidenden Hinweis geben konnte: So habe der gebürtige Syrer auf dem Handy des Zeugen die DB-App geöffnet, um Verbindungen nach Velbert (Kreis Mettmann) zu suchen. Daraufhin habe sich der Zeuge an die Polizei gewandt. Wahrscheinlich sei der Tatverdächtige mit Nahverkehr und Bus weiter nach Velbert gefahren.

Festnahme in einer leerstehenden Wohnung in Heiligenhaus

Die Ermittlungen hätten sich daraufhin auf drei Objekte konzentriert, die als potenzielle Aufenthaltsorte des Tatverdächtigen gelten konnten, hieß es weiter. Unter anderem gehörte dazu die Wohnanschrift eines vermutlichen Cousins des Tatverdächtigen im benachbarten Heiligenhaus. Nach Spiegel-Informationen hatte ein Verwandter des Tatverdächtigen der Polizei die Adresse dieser Wohnung genannt.

Bei der Durchsuchung am Montagabend sei der Verdächtige zunächst nicht gefunden worden. Festgenommen wurde er den Angaben zufolge schließlich um 22:42 Uhr von Spezialeinheiten in einer leerstehenden Wohnung in Heiligenhaus. Dabei sei er leicht verletzt worden. (nlu/dpa)