Meeresbiologe in Sorge um Buckelwal Ist die Rettung per Lastkahn zu laut für Timmy?

Der Wal liegt in einer freigespülten Kuhle vor der Insel Poel.
Der Wal liegt in einer freigespülten Kuhle vor der Insel Poel.
Philip Dulian/dpa, Philip Dulian

Hilfe für den Buckelwal ist unterwegs!
Seit mehr als einem Monat hängt der Buckelwal in der Bucht von Wismar fest. Jetzt soll ein Lastkahn helfen, ihn zu retten. Der Walforscher und Meeresbiologe Fabian Ritter ist aber skeptisch. Ist Timmy überhaupt noch zu retten?

Wale sind extrem lärmempfindlich

„Der Zustand des Wales ist nach wie vor auch prekär. Er hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und da jetzt mit großem, schwerem Gerät, mit vielen, vielen Menschen und viel Geld das Allermöglichste zu versuchen – ich glaube, wir laufen da Gefahr, dem Wal auch zu schaden”, sagte der Mitgründer und zweite Vorsitzende des gemeinnützigen Wal- und Delfinschutzvereins M.E.E.R. im ZDF-Morgenmagazin.

Vor allem der lange Transport in dem Lastenkahn könne das Tier sehr stressen, ist Ritter überzeugt. „Was mir Sorgen macht, ist die Lautstärke. Das wird sehr laut für den Wal. Und Wale und Delfine leben in einer Welt des Schalls. Die sind da extrem empfindlich.” Das wäre so, als würde man einem Menschen drei Tage lang eine helle Lampe ins Gesicht halten, sagte er.

Ein Lastkahn, geschoben von dem Schubschiff «Hans» fährt auf dem Nord-Ostsee-Kanal bei Hohenhörn. Die sogenannte Barge, die für den Transport des Wals durch die Ostsee in die Nordsee vorgesehen ist, soll kommende Nacht oder Montagfrüh an der Insel Poel ankommen. (Aufnahme mit einer Drohne) (zu dpa: «Wal vor Poel – diese Woche Abtransport per Lastkahn?») +++ dpa-Bildfunk +++
Ein Lastkahn, geschoben von dem Schubschiff „Hans” ist auf dem Nord-Ostsee-Kanal unterwegs zum gestrandeten Wal.
picture alliance/dpa / Bodo Marks

Wie stehen Timmys Überlebenschancen?

Zudem könne man den Buckelwal nach drei Tagen nicht einfach anschubsen und davon ausgehen, dass er einfach losschwimmt. „Man muss darauf achten, dass er bewegungsfähig ist. Idealerweise hat man auch festgestellt, dass er Nahrung tatsächlich zu sich nehmen kann. Und was mir immer noch fehlt, sind tatsächlich die Ergebnisse einer Blutprobe oder dass die Blasluft analysiert wird.”

Zu den Überlebenschancen des Walbullen wollte Ritter keine konkreten Angaben machen. „Also über die Überlebenschancen dieses Wals ist schon viel spekuliert worden und er hat uns immer wieder überrascht. Da mag ich jetzt keine Prognose geben.”

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Transport von Buckelwal Timmy soll frühestens Dienstag beginnen

Seit mehr als 50 Tagen schwimmt und vor allem liegt der Buckelwal in der Ostsee und vor der Insel Poel. In dieser Woche soll Schiffstechnik den Abtransport des lebendigen Tiers ermöglichen. Ein Lastkahn soll den großen Meeressäuger samt Wasser aufnehmen und möglicherweise bis in den Atlantik transportieren. Der Abtransport des Wals war zuletzt frühestens für Dienstag geplant. (jgr, mit dpa)

Verwendete Quellen: dpa