“Ich hab gespürt, dass ich sterbe.”
Celal ist sich si-cher: Ein Glas- Strohhalm mit dem er einen Eiskaffee trinkt, kostet ihn fast das Leben. Seitdem sind die Halme für ihn ein Risiko, wovor der 23-Jährige jetzt warnt:
“Das ist ein Aufruf an alle. Wenn ihr Glas-Strohhalme hab-t, wirft sie weg. Ist mir egal, wirft sie weg Leute.”
Grundsätzlich können verschluckte Splitter tatsächlich gefährlich werden:
"Sehr kleine Split-ter gehen vermutlich irgendwo im Speise-brei unter. Größere Splitter können schon Verletzungen verursachen, insbe-sondere im Kehlkopf-bereich und im Be-reich der Speiseröh-re."
Tagelang leidet Celal unter starken Schmerzen und blutigem Stuhlgang. Er muss ins Krankenhaus:
“Da haben sie dann festgestellt, dass ich innere Blutung habe im Magen- und Darmbereich. Und da haben sie das mit der Magenspiegelung dann mit einem Clip zugeklebt, was sich dann auflöst, wenn es verheilt ist im Körper.”
Bevor er zur Weiter-behandlung in die Uniklinik Freiburg verlegt werden kann, passiert das Schlimmste: er muss reanimiert werden. Noch immer kämpft Celal sichtlich mit den Folgen seines schlimmsten Erleb-nis.
“Ich wusste erst in Freiburg, dass ich vier Liter Blut ver-loren habe. Und der menschliche Körper bei einem Mann hat ja ungefähr 5,5 bis 6 Liter Blut.”
Wir wollen wissen, wie gefährlich Glassrohhalme werden können und sind da-für zu Besuch bei Glasermeister Yan-nick Daum. Er nimmt Celals Becher unter die Lupe:
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“Man hört, es klappert hin und her. Je nachdem, wie oft ich das mache oder vielleicht auch dann umrühre oder mal so auf den Boden. Es sind definitiv mechanische Schäden, die dadurch entste-hen durch die Benut-zung.”
Wir testen Glasstrohhalme verschie-dener Preisklassen: Billig gegen teuer, welcher Strohhalm bricht am schnellsten?
Auch wenn der Marken-Strohhalm etwas dicker ist als der aus dem Euro-Shop, durabler ist er da-durch in unserem Test nicht. Wie sicher sind die Halme also grundsätzlich?
“Wenn man eigenverantwortlich und be-wusst damit umgeht, sehe ich darin kein Problem. Wenn man optische Beschädi-gungen mit einbe-zieht”
“Absplitterungen, irgendwelche Unre-gelmäßigkeiten. Wenn man sich nicht si-cher ist, ob man ihn auch benutzen soll-te, dann am besten wegwerfen und kein Risiko eingehen”
Generell rät er: keine Angst vor Glas! Aber – ein be-wusster Umgang!
Wir bitten den Her-steller, bei dem Celal seinen Becher mit Glasstrohhalm gekauft hat, um Stellungnahme:
“Wir haben diesen Fall zum Anlass ge-nommen, die entspre-chenden Produkte um-gehend erneut intern zu prüfen. Hierbei konnten wir kein Si-cherheitsrisiko feststellen.”
Wir stellen fest: der Fall schlägt Wellen! Auf Social Media reagieren vie-le auf Celals Geschichte, indem sie ihre Glasstrohhalme wegwerfen.
Auch wir haben uns mal umgehört:
“Also meine Tochter hat sich jetzt tat-sächlich so Kunst-stoffstrohhalme be-stellt aus dem In-ternet, weil sie ge-sagt hat, sie be-nutzt das nicht mehr.”
“Ich suche mir Al-ternativen wie Hart-plastik oder Papier. Und dann steigt man eben da um.”
Heute erreicht uns eine Stellungnahme von Celals Ärzten. Sie wiedersprechen seinen Aussagen.
"Der Patient hatte ein Geschwür im Dünndarm,(...). Die-ses dürfte der ur-sächliche Grund für die Blutung gewesen sein. Ob ein Glass-plitter die Blutung verstärkt hat, lässt sich nicht mit Si-cherheit sagen."
Celal kämpft sich zurück in den All-tag. Er hofft, mit seiner Geschichte auf ein bislang un-bewusstes Risiko aufmerksam zu ma-chen. Er selbst greift in Zukunft nur noch zu Strohhalmen aus Metall.
Ein zerbrochener Strohhalm aus Glas wird für Celal le-bensgefährlich. Der Deutsche warnt nun davor auf TikTok. Anfang Juli wäre er deswegen beinahe ge-storben. "Ich habe Zuhause einen Eis-kaffee mit einem Glasstrohhalm ge-trunken.
4 Liter Blut verloren."