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Wismar

Die Hansestadt Wismar gehört mit ihrer Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schwedenköpfe und die Kogge "Wissemara" sorgen für historisches Flair.

Wismar picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Büttner

Die Hansestadt Wismar mit ihren gut 44.000 Einwohnern feiert ihre Geschichte und Traditionen. Im alten Hafen liegt die Kogge „Wissemara“, ein Nachbau der Poeler Kogge aus dem 14. Jahrhundert, die 1997 vor der Insel Poel in der Wismarer Bucht entdeckt wurde. Die drei großen Kirchen im Stil der norddeutschen Backsteingotik sind weithin sichtbar. Selbstverständlich gibt es immer frischen Fisch.

Wismar und seine Anfänge als Hansestadt

Slawische Siedler lebten seit dem 10. Jahrhundert auf dem heutigen Stadtgebiet Wismars. Der unweit fließende Bach 'aqua Wisemaraa' lieferte wohl den Namen für die 1229 erstmals urkundlich erwähnte Siedlung an der Ostsee. Stadtrecht und Mitgliedschaft in der Hanse folgten kurz darauf. So wuchsen die drei Stadtteile um Nikolaikirche, Marienkirche und Georgenkirche rasch zu einer regen Hafen- und Handelsstadt zusammen. Bis 1358 war Wismar Residenzstadt für die mecklenburgischen Fürsten. Wismar lebte nicht nur vom Seehandel, sondern war auch wichtige Station auf der alten Handelsstraße von Lübeck nach Rostock.

Wismars Verbundenheit mit Schweden

Verheerend für Wismar war jedoch der Dreißigjährige Krieg. Die Stadt wurde stark zerstört und fiel 1648 durch den Westfälischen Frieden an das Schwedische Königtum. Bis 1803 gehörte Wismar zu Schweden. Diese 155 Jahre sind auch im modernen Wismar noch präsent. So erinnert der Alte Schwede, ein Backsteingiebelhaus von 1380 durch seinen Namen an die alte Zugehörigkeit zum nördlichen Nachbarn. Die sogenannten Schwedenköpfe wachen vor dem Baumhaus. Das Wismarer Schwedenfest ist alljährlich das größte Schwedenfest außerhalb Schwedens. Nach hundertjähriger Belehnung fiel Wismar im Jahre 1903 vollständig an das Herzogtum Mecklenburg zurück.

Grube, Gewölbe und Heringsfest in Wismar

Gemeinsam mit der Altstadt von Stralsund gehört die Altstadt von Wismar seit 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die alte Krämerstraße mit den Giebelhäusern lädt zum Flanieren ein. Mit der Grube fließt durch Wismar einer der ältesten, künstlich angelegten Wasserläufe Deutschlands. Das Gewölbe ist ein schmuckes, aber leicht schiefes Fachwerkhaus direkt über der Grube. Die zwischen 1990 und 2010 seit dem Zweiten Weltkrieg verfallene wiederaufgebaute Georgenkirche und die jährlich vor Ostern gefeierten Wismarer Heringstage machen die Stadt an der Ostsee zu einem norddeutschen Schmuckstück mit Hafenflair.