Verirrt, gerettet, gestorbenEin Buckelwal im falschen Meer! Die Chronologie des Ostsee-Dramas um Timmy

Buckelwal Timmy
Das tragische Ende: Der Kadaver von Buckelwal Timmy wird aus der Ostsee geborgen
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Es ist ein tierisches Drama, das im Frühjahr 2026 die Nation in Atem hält!
Ein junger Buckelwal verirrt sich in die Ostsee, strandet vor einem der bekanntesten Strände Deutschlands und wird mit großem Aufwand zurück ins Meer begleitet – nur um wenig später spurlos zu verschwinden. Der Fall „Timmy“ beschäftigt im Frühjahr 2026 Behörden, Forschende, Küstenwache und Öffentlichkeit wie kaum ein anderes Naturereignis. Die Odyssee wird zu einem Symbol der Hoffnung, die am Ende doch enttäuscht wird. Unsere Chronologie gibt euch einen genauen Überblick über die Ereignisse.

März/April 2026: Strandungen und eine kurze Freiheit

3. März: Ein Buckelwal wird zum ersten Mal im Hafen von Wismar gesichtet. Das Tier hat sich in Stellnetzen verfangen und schleppt diese hinter sich her. Die Feuerwehr und Wasserschutzpolizei können den Wal von einem Großteil der Netze befreien. Doch die Odyssee hatte gerade erst begonnen.

23. März: Der geschwächte Wal strandet auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand. Die Rettungsarbeiten beginnen. Für einen Wal bedeutet eine Strandung akute Lebensgefahr: Das enorme Körpergewicht drückt die Organe zusammen, die Haut droht auszutrocknen, der Stress ist enorm.

26. März: Nach mehreren gescheiterten Rettungsversuchen wird mit Baggern eine Rinne ins tiefere Wasser gegraben. In der Nacht gelingt es dem inzwischen auf den Namen „Timmy“ getauften Wal, sich bei Hochwasser selbst zu befreien und in die Ostsee zu schwimmen.

31. März: Die Hoffnung währt nur kurz. Der geschwächte Wal strandet erneut, diesmal in der Kirchsee, einer extrem flachen Bucht vor der Insel Poel.

1. April bis 28. April: Timmy steckt fast vier Wochen im Flachwasser der Kirchsee fest. Experten schätzen seine Überlebenschancen als gering ein, während in der Bevölkerung der Ruf nach einer Rettung immer lauter wird. Die emotionale Anteilnahme am Schicksal des Buckelwals wächst von Stunde zu Stunde. Demonstranten vor Ort und im Netz fordern, die Hoffnung nicht aufzugeben und alles für Timmys Rettung zu versuchen.

Lese-Tipp: Retter überzeugt: Der gestrandete Ostsee-Buckelwal hat eine Chance!

15. April: Angesichts des öffentlichen Drucks und der zunehmenden Verzweiflung hat sich eine private Initiative formiert, um das scheinbar Unmögliche zu wagen: Timmy soll in einer Art schwimmendem Wassertaxi in die Freiheit transportiert werden. Das Konzept sieht zunächst eine Anhebung mit Luftkissen und einen Transport auf einer Plane zwischen Pontons vor. Überraschend informiert Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus auf einer Pressekonferenz, dass die Behörden das Transportkonzept der privaten Initiative dulden werden.

16. April: Die Vorbereitungen für die Bergung und den Transport von Timmy laufen an. Die Rettung ist eine logistische Meisterleistung und eine für Deutschland einzigartige Mission. Es muss unter anderem eine 110 Meter lange Rinne im Wasser gebaggert werden.

16. April bis 28. April: Während der Wal auf Rettung wartet, wird Timmy regelmäßig bewässert und bekommt Tücher mit Zinksalbe auf den Rücken gelegt, die die geschädigte Haut heilen sollen. Die Helfer versuchen, den Wal zu stabilisieren und ihn vor zusätzlichem Stress zu schützen.

20. April: Nach drei Wochen schwimmt der Buckelwal morgens bei steigenden Wasserständen von selbst los ‒ aber nicht in Richtung Nordsee. Er schwimmt in der Bucht bei Wismar umher. Boote versuchen, ihn in die offene Ostsee zu treiben. Doch das Tier kehrt wieder um und schwimmt zurück in die Bucht vor Poel. Dort hängt Timmy erneut fest.

Video-Tipp: Initiative stellt DNA-Ergebnisse von Timmy vor

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Mai/Juni 2026: Freiheit, Tod und traurige Gewissheit

27. April: Das Transport-Schiff für den Buckelwal, auch Barge oder Lastkahn genannt, trifft über den Nord-Ostsee-Kanal in Wismar ein. Timmy soll in dem 50 Meter langen und 13 Meter breiten Becken Richtung Nordsee gezogen werden. Das Ponton-Konzept war zwischenzeitlich verworfen worden. Der Kahn soll nun als schwimmendes Becken für den Wal dienen.

28. April: Der Buckelwal bewegt sich in den absenkbaren Lastkahn, nachdem Helfer ihn zuvor mit Gurten in diese Richtung gezogen haben. Nachdem Timmy vier Wochen in der Bucht der Insel Poel festgesteckt hat, setzt sich der Lastkahn am Abend des 28. April in Bewegung. Experten des Meeresmuseums Stralsund warnen davor, das geschwächte Tier im Meer freizulassen. Es könnte demnach ertrinken.

Lese-Tipp: Details der Freilassung! So waren die letzten Momente von Timmy in der Barge

28. April bis 2. Mai: Ein hochseetauglicher Schlepper zieht die Barge mit ihrer kostbaren Fracht von der Ostsee in Richtung Nordsee. Es geht vorbei an Fehmarn, entlang der dänischen Küste bis nach Skagen an der Nordspitze Dänemarks – und dann hinaus in die Nordsee. Rund 400 Kilometer liegt das Ziel von der Bucht bei der Insel Poel entfernt.

2. Mai: Rund 70 Kilometer vor der dänischen Küste wird Timmy im Skagerrak, dem Übergang zur Nordsee, freigelassen. An seiner Finne wird ein Sender zur Überwachung befestigt. Ganz Deutschland feiert die geglückte Rettung, doch die Freude soll nicht lange anhalten. In den ersten Tagen gibt es keine Daten vom Sender. Der Verbleib des Buckelwals ist zunächst unklar.

3. Mai bis 10. Mai: Nach der Freilassung kritisieren die Geldgeber der privaten Initiative, Karin Walter-Mommert und Walter Gunz, die Aktion. Sie sprechen von „nicht abgestimmten Handlungen”. Ein Vorwurf lautet, die Crew habe das Tier verletzt. Die Reederei des Begleitschiffs „Robin Hood” teilt mit, dass die Freisetzung in Abstimmung mit dem Walexperten Foster erfolgt sei. Das Tier sei zuvor durch den Seegang wiederholt gegen die Wände der Barge gestoßen. Auch von „vielen riskanten Manövern” während des Transports ist die Rede.

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14. Mai: Vor der dänischen Insel Anholt wird ein toter Wal entdeckt. Das Tier liegt etwa 75 Meter vor der Küste und sei bereits seit einiger Zeit tot, heißt es laut der dänischen Umweltbehörde. Experten nehmen Gewebeproben, um zu prüfen, ob es sich bei dem toten Tier um den ausgesetzten Buckelwal handelt.

16. Mai: Die dänischen Behörden bestätigen: Es ist Timmy. Taucher und eine deutsche Tierärztin haben an dem Kadaver den Tracker gefunden. Die Seriennummer des Senders stimmt demnach mit der Nummer des Senders überein, den die Initiative angebracht hatte. Die Behörden teilen zunächst mit, es sei nicht geplant, den toten Wal zu entfernen.

16. Mai bis 20. Mai: In den Folgetagen setzt zusehends die Verwesung des Wal-Kadavers ein. Eine massive Ansammlung von Faulgasen im Inneren bläht den Körper des Tieres ballonartig auf. Es besteht ein großes Risiko, dass der Kadaver explodiert. Schließlich wird beschlossen, den toten Wal doch zu obduzieren.

30. Mai: Der Kadaver wird an Land gezogen.

4. Juni: Der tote Wal wird am Strand der Insel Anholt obduziert. Dabei wird festgestellt, dass Timmy ein Weibchen im Alter von vier bis fünf Jahren war. Eine eindeutige Todesursache lässt sich vor Ort nicht ermitteln. Verletzungen sind demnach keine erkennbar ‒ was die Experten auf den fortgeschrittenen Verwesungsgrad zurückführen. Zwar werden Parasiten nachgewiesen, für den Tod seien diese jedoch nicht verantwortlich, heißt es. Auch Fischernetze oder andere Fremdkörper finden sich weder im Maul noch im Magen des Tieres.

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12. Juni: Der Buckelwal hat nach seiner Freilassung offenbar noch bis zum 6. oder 7. Mai gelebt. Darauf wiesen die ausgewerteten Daten des Senders hin, erklärt Till Backhaus bei einer Pressekonferenz in Schwerin. Demnach soll sich der Wal 216 Kilometer weit alleine bewegt haben. Allerdings in die falsche Richtung. Er sei direkt wieder in Richtung Ostsee geschwommen. Schon am 5. Mai soll Timmy Probleme gehabt haben, heißt es weiter. Schließlich sei das Signal abgerissen, der Wal wohl untergegangen.

22. Juli: Die an der Rettung beteiligte Tierärztin Dr. Kirsten Tönnies geht mit neuen DNA-Erkenntnissen an die Öffentlichkeit – und sorgt für viele Fragezeichen. Denn laut ihren Angaben sei bei der Analyse festgestellt worden, dass die zwei entnommenen Gewebeproben nicht von derselben Tierart stammen könnten. Es könne also sein, dass es sich bei dem vor der Insel Anholt verendeten Tier doch nicht um Timmy handele. Allerdings könne es auch sein, dass die Proben falsch gelagert und dementsprechend geschädigt worden sind.

Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche