Retter überzeugtRetter überzeugt: Der gestrandete Ostsee-Buckelwal hat eine Chance!
„Timmy” kann es schaffen!
Schon seit drei Tagen kämpfen Rettungskräfte im Zuge einer privat finanzierten Aktion um den vor der Insel Poel (Mecklenburg-Vorpommern) gestrandeten Wal. Nun gibt es ein erstes, ausführlicheres Update der privaten Organisatoren – und das macht allen Wal-Freunden in Deutschland Hoffnung!
„Er versucht sich dort herauszukämpfen”
„Es ist natürlich schon viel Zeit ins Land gegangen, aber wir sind uns alle einig, das ganze Tierarzt-Team und die Biologen: Er hat eine Chance draußen”, sagt Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert vom Robbenzentrum Föhr, die vor Ort im Einsatz ist. „Er ist sehr munter im Moment.” Und weiter: „Er versucht sich dort herauszukämpfen, das merken wir immer wieder.”
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Schon gestern hatte sich Timmy, wie der Buckelwal getauft wurde, fleißig gedreht und mit der Flosse geschlagen. Ein letztes Aufbäumen sei das nicht gewesen, so Bahr-van Gemmert weiter. „Dann wäre das Tier jetzt schon tot.”

„Er ist noch aktiv und er hat eine reelle Chance”, sagt die Tierärztin über den gestrandeten Buckelwal. Natürlich sei er nach zwei, drei Wochen in dem flachen Wasser nicht mehr fit, aber ein Buckelwal brauche im Winter eigentlich keine Nahrung. „Das Hauptproblem ist, dass er dort in seinem Gefängnis hängt sozusagen.” Das soll sich aber bald ändern. Den Rettern kommt der höhere Wasserstand entgegen, der auch in nächsten Tagen noch ansteigen wird. Das macht allen vor Ort Hoffnung.
Gestrandeter Buckelwal muss weiter vor Insel Poel ausharren
Es geht auf jeden Fall weiter am Wal, wie Bahr-van Gemmert betont – auch wenn es vielleicht nicht von außen zu sehen ist. Schließlich liegt die Genehmigung seit Mittwoch vor. Doch ein großes Problem bleibt laut den privaten Rettern: die Bürokratie. „Es ist sehr, sehr schwierig, weil jeder Schritt tatsächlich genehmigt werden muss.” So komme es zum Beispiel wegen schriftlicher Anträge zu Verzögerungen. „Wir wären auch gerne schon weiter.”
Das Wichtigste ist nun, den Wal aus seiner misslichen Lage zu befreien. Das Ziel: Das Tier lebend zurück ins offene Meer zu transportieren. „Wir versuchen unser Bestes”, sagt Bahr-van Gemmert. „Jede Minute zählt.” Sie sei überzeugt, das Beste für den Wal zu machen.
Der in der Ostsee gestrandete Buckelwal wird aber erst einmal weiter in der Bucht vor der Insel Poel ausharren müssen. „Heute wird er nicht mehr transportiert, das können wir sagen”, sagt die Tierärztin am Samstagnachmittag im Hafen von Kirchdorf. Über den konkreten Zeitplan der Aktion für den Wal wollte die Medizinerin zunächst nichts sagen.
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Andere Experten sagen: Der Buckelwal braucht Ruhe!
Das Tier liegt seit 19 Tagen in der Wismarer Bucht. Wissenschaftler, Fachleute von Behörden sowie Mitarbeiter von Nichtregierungsorganisationen waren sich nach umfassender Prüfung zuletzt einig, dass der Wal Ruhe brauche und weitere Eingriffe dem Tier massive Schäden zufügen würden. Der Buckelwal sei orientierungslos und so schwach und geschädigt, dass er die Heimreise nicht schaffen werde. Das sehen die Retter vor Ort auf jeden Fall anders! (mit dpa)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherche, DPA


