Mordprozess gegen Gina H. Fabians (†8) Mama wird im Gericht von Notfallseelsorger betreut

Sie will für ihren toten Sohn stark sein!
Im Mordprozess um ihren toten Sohn muss Fabians Mutter Dorina L. (31) als Zeugin vor dem Landgericht Rostock aussagen. Immer wieder bricht sie bei ihrer Aussage in Tränen aus, aber sie will unbedingt weitermachen - für ihren „Fabi”. Sie schaut sich sogar die Bilder von der verbrannten Kleidung des Jungen an. Irgendwann unterbricht der Richter die Verhandlung dann doch, damit die Mutter eine Pause bekommt.
Richter spricht Dorina L. während der Verhandlung sein Beileid aus
Eine knappe halbe Stunde vor dem Beginn der Sitzung betritt Fabians Mutter mit ihrer Anwältin den Gerichtssaal. Sie trägt einen schwarzen Blazer und die Anspannung ist ihr deutlich anzumerken. Dorina L. atmet immer wieder tief durch und trinkt Wasser aus einer kleinen Plastikflasche. Die ganze Zeit hat sie einen Notfallseelsorger an ihrer Seite.
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Richter Holger Schütt spricht Dorina L. zunächst sein Beileid aus. Dann beginnt die Befragung. Die Mutter des getöteten Fabian fängt an zu erzählen, wie sie den Vater ihres Sohns kennenlernte. Fabian sei ein Wunschkind gewesen, berichtet sie. Doch dann hätten sie und Matthias R. immer mehr Probleme miteinander gehabt. „Ich habe versucht, die Beziehung für Fabi aufrechtzuerhalten“, sagt die Mutter aus. Aber das habe nicht lange funktioniert. Ende 2018 hätten sie sich getrennt.
Fabian erzählte seiner Mutter von häuslicher Gewalt
Fabian lebte nach der Trennung bei Dorina L., sein Vater habe aber weiter Umgang mit ihm gehabt. Auf Unterhaltszahlungen habe sie verzichtet, weil sie wollte, dass ihr Ex sich weiter um den gemeinsamen Sohn kümmerte. Ab 2021 habe Fabian ihr dann erzählt, dass sein Papa eine neue Freundin habe.
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Irgendwann sei ihr Sohn dann nicht mehr so gern zu Matthias R. gegangen. Zuerst habe sich die Mutter nichts dabei gedacht, aber ab Mai 2024 habe Fabian diesen Unmut immer wieder geäußert. Das Kind habe von körperlichen Auseinandersetzungen zwischen Gina H. und seinem Vater berichtet. Er habe gesehen, wie Matthias R. sie geschlagen habe.
Mutter Dorina ist „wahnsinnig stolz” auf ihren Sohn
Dann richtet sich Dorina L. direkt an die Angeklagte: „Gina, ich kann nicht verstehen…“, sagt sie und bricht dann in Tränen aus. Das Gericht entscheidet, der Mutter eine Pause zu geben und unterbricht die Verhandlung. Gina H. steht am Fenster und wischt sich die Tränen aus dem Gesicht. Der Seelsorger und die Anwältin sind bei ihr.
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„Fabi“, wie Dorina L. ihren Sohn nennt, sei immer zuverlässig gewesen und habe sich stets rückversichert, ob sein Verhalten in Ordnung sei. „Ich kann einfach nur sagen, dass ich wahnsinnig stolz auf ihn war“, sagte die 31-Jährige.
Gina H. schaut Fabians Mama im Gerichtssaal kaum an
Der Angeklagten Gina H. wird Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vorgeworfen. Laut Anklage sollen Beziehungsprobleme eine zentrale Rolle für die Tat gespielt haben. Die 30-Jährige habe ziel- und zweckgerichtet gehandelt, um mit der Tötung des Jungen einen Streitpunkt in der Beziehung zum Vater aus dem Weg zu räumen, hieß es in der Anklage. Der habe die Beziehung nicht fortführen wollen, weil er den Kontakt zu seinem Sohn nicht gefährden wollte. Während Dorina L. spricht, schaut die Angeklagte sie nicht an. Gina H. blickt in eine andere Richtung, schaut auf den Boden oder spricht leise mit ihrem Anwalt.
Der acht Jahre alte Fabian war am 10. Oktober 2025 allein zu Hause, bevor er spurlos verschwand. Nach tagelanger Suche meldete sich ausgerechnet Gina H. bei der Polizei. Sie und der Vater des vermissten Kindes waren erst seit Kurzem getrennt. Sie erklärte, sie habe die Leiche des Jungen an einem Tümpel entdeckt. Anfang November nahm die Polizei sie fest. Jetzt muss sich Gina H. wegen Mordes an dem Jungen vor Gericht verantworten. (mit dpa)
Verwendete Quellen: eigene RTL-Recherchen, dpa
































